RT-Weichenstellung in den letzten zehn Minuten

(dbf/mn) Der Siegeszug der Roten Teufel rollt und rollt - am Sonntag durch Unna und gewiss auch etwas holprig. Nach 60 Minuten hatte der Eishockey-Oberligist EC Bad Nauheim aber die Pflicht erfüllt. Mit 7:4 (2:2, 2:1, 3:1) gewann die Mannschaft von Fred Carroll bei den Königsborn Bulldogs; und das war der mittlerweile 15. Sieg in Serie.

Zweimal (0:2, 2:3) waren die Hessen in Rückstand geraten, übernahmen Mitte der Partie aber erstmals die Führung (4:3) und gaben diese nicht mehr aus Hand.

Erfolgreichster Torschütze war - wie könnte es in diesen Tagen auch anders sein - Kevin Lavallee. Der Kanadier, dessen Spiel und Tempo am Freitag beim 2:1 gegen Frankfurt schmerzlich vermisst worden waren, traf dreimal.

Die Gastgeber operierten mit lediglich vier Verteidigern und sechs Stürmern. Neben Igor Furda (Saison nach Kreuzbandriss beendet) fehlten kurzfristig auch Ex-DEL-Stürmer Igor Alexandrow sowie Michel Bezouska (beide verletzt). Die Bulldogs machten vor nur 80 Zuschauern (davon 25 aus der Wetterau angereist) aber deutlich, warum es mitunter recht unangenehm sein kann, sie zu besiegen. Mit den ersten beiden Angriffen kamen die Bulldogs gleich zu zwei Treffern. Patric Schneider (5./im Nachschuss) und Jakub Krätzer (8./durch die Schoner von Markus Keller) trafen. Bad Nauheim, das durch Chancen von Schwab und Lavallee eigentlich gut ins Spiel gekommen war, zeigte sich kurzzeitig geschockt, nahm den Faden aber wieder auf und kontrollierte im Grunde genommen das gesamte Spiel.

Warum dennoch bis zehn Minuten vor Schluss alles offen war? Königsborn verteidigte destruktiv mit Mann und Maus das eigene Drittel, wo den Gästen die letzte Konsequenz im Abschluss fehlte, und vorne setzte der Außenseiter, der mit Frankfurt und Kassel schon Top-Klubs überrascht hatte, geschickt Nadelstiche per Konter.

Jakub Krätzer traf zu Beginn des zweiten Durchgangs zur erneuten Führung der Hausherren (24.), die Lavallee mit seinem dritten Treffer egalisieren konnte (28.). Michel Maaßen stocherte die Scheibe drei Minuten später zur RT-Führung ins Tor. Das Schlussdrittel gehörte erneut den Gästen - das erste Tor erzielte allerdings Sebastian Pigache, wobei Keller nicht glücklich aussah (49.). Als die Badestädter dann auch noch eine Bankstrafe aufgebrummt bekamen, schien es eng zu werden. In Unterzahl luchste Lanny Gare Krätzer allerdings den Puck vom Schläger und schickte Schwab auf die Reise zum 5:4. Der Widerstand war gebrochen. Königsborn ging nur noch auf dem Zahnfleisch, und Weibler schraubte das Resultat in die Höhe.

Königsborn Bulldogs : Potthoff - Gericke, Schneider, Kühl, Hrstka - Krätzer, Pigache, Ulrich, Schneider, Kuchnia, Broze.

EC Bad Nauheim : Keller - Mangold, Baum, Ketter, Kohl, Franz, Pöpel - Schwab, Gare, Weibler, Maaßen, Lavallee, Kujala, Cardona, Baldys, Wex, Striepeke, May.

Tore: 1:0 (5.) Schnieder, 2:0 (6.) Krätzer (Pigache), 2:1 (12.) Lavallee (Weibler), 2:2 (15.) Lavallee (Gare, Schwab - 5-4), 3:2 (24.) Krätzer (Kuchnia), 3:3 (28.) Lavallee (Pöpel, Kujala), 3:4 (31.) Maaßen (Lavallee, Gare), 4:4 (49.) Pigache (Gerike), 4:5 (52.) Schwab (Gare - 4-5), 4:6 (53.) Weibler (Baldys, Cardona), 4:7 (56.) Weibler (Gare). - Strafen : Königsborn 8, BN 6. - Zuschauer : 80.

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