Rote Teufel verpflichten Dylan Stanley

(mn) Die Namen versprechen ein Offensiv-Feuerwerk wie es Bad Nauheim schon lange nicht mehr erlebt hat. Auf die Vertragsverlängerungen mit Lanny Gare und Tobias Schwab (die letztjährigen Scorer eins und drei der Roten Teufel), die Neuverpflichtung von Michel Maaßen (erfolgreichster Punktesammler beim EV Landsberg) und die Rückkehr von Kevin Lavallee (bester Playoff-Scorer beim EHC Dortmund) folgt nun der nächste Coup:

Dylan Stanley besetzt die zweite Kontingentstelle beim Eishockey-Oberligisten aus der Wetterau. Der Kanadier war in der Saison 2008/09 mit 123 Punkten bei 65 Spielen Top-Scorer der Starbulls Rosenheim, wurde zur zweiten Saisonhälfte 2009/2010 von den Oberbayern zurückgeholt (35 Spiele, 50 Punkte), beendete in den Playoffs die Titel-Träume der Roten Teufel und gewann die Drittliga-Meisterschaft. Rosenheim zeigte dennoch kein Interesse an einer Weiterverpflichtung, und so spielte der 27-Jährige zuletzt in der Central Hockey League (CHL) für Colorado und Texas. "Dylan war auf dieser Position unser Wunschkandidat", sagt RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein. "Wir wollen unser Spiel qualitativ verbessern, Lanny Gare als Führungsspieler etwas entlasten und gleichzeitig den Fans einen neuen Anreiz bieten." Und da sei der Wirbelwind aufgrund seiner mitunter spektakulären Spielweise exakt der Richtige.

"Ich will mit Bad Nauheim in die 2. Bundesliga", bezieht Stanley im Gespräch mit der WZ-Sportredaktion auch gleich ganz klar Stellung. Das ebenso deutliche Bekenntnis der Spielbetriebs GmbH bezeichnet er als ausschlaggebendes Argument für einen Wechsel zu den Roten Teufeln. "Ich habe unzählige Male mit Torwart Markus Keller gesprochen. Er hat mir sehr viel Positives erzählt. Andreas Ortwein und Fred Carroll haben großartige Arbeit geleistet und ein tolles Team zusammengestellt. Der Kader hat alle Chancen, die Meisterschaft zu gewinnen", sagt der nur 1,79 Meter große Center voller Selbstvertrauen - typisch nordamerikanisch eben.

Wie unlängst Lanny Gare spricht auch Dylan Stanley von einer Mission, die es abzuschließen gelte. "Ich habe meine Arbeit hier in Deutschland noch nicht beendet. Ich will in die zweite Liga." Der Vertrag in Bad Nauheim verlängert sich im Aufstiegsfall automatisch. In Rosenheim hatte man Stanley nach dem Aufstieg den Sommer über vertröstet, ehe erst Ende Juli Klartext gesprochen wurde. "Er würde mit seiner Spielweise Probleme in der zweiten Liga bekommen. Hier ein Schlenker, da ein Schlenker - das funktioniert in der Oberliga und ist schön für das Auge, aber eine Klasse höher weht ein anderer Wind", sagte seinerzeit Starbulls-Coach Franz Steer.

Worte, die der damalige Publikumsliebling, dem zu diesem Zeitpunkt nur die CHL als Option geblieben war, nicht vergessen hat. "Man hat mir das Gefühl gegeben, mich nicht mehr zu brauchen. Aber wir werden mit Bad Nauheim aufsteigen und Rosenheim wiedersehen. Und ich werde dafür Sorge tragen, dass wir jedes Spiel gegen die Starbulls gewinnen werden."

Stanley wird mit seiner Verlobten Maggie (die Hochzeit ist für den Sommer 2012 geplant) nach Bad Nauheim kommen.

Die Entscheidung, die zweite Kontingentstelle mit einem Stürmer anstelle des aus dem Umfeld vielfach geforderten Verteidigers zu besetzen, hatten sich Ortwein und Carroll gut überlegt. "Wir sind davon überzeugt, dass unsere jungen Verteidiger Andre Mangold, Marius Pöpel und Marc Kohl allesamt in dieser Saison noch einen Schritt nach vorne machen. Wir erkennen derzeit keinen Bedarf in der Defensive und könnten gegebenenfalls noch im Laufe der Saison reagieren", sagt der Geschäftsführer und bezeichnet die wirtschaftlichen Forderungen der wenigen potenziellen Abwehr-Kandidaten ohnehin "außerhalb unserer Möglichkeiten".

Zudem hätten die Playoff-Serien der letzten beiden Jahre doch gezeigt, dass in der Offensive die nötige Konsequenz gefehlt habe. "1:2 gegen Rosenheim, 1:2 in Garmisch - wir haben, als es darauf angekommen ist, einfach das Tor nicht getroffen. Das soll sich ändern."

Ähnlich torhungrig war der EC Bad Nauheim zuletzt vor mehr als zehn Jahren personell besetzt. "Die Saison 1998/99 unter Frank Carnevale hat die Fans begeistert. Das ist haften geblieben. Davon erzählt man sich auch heute noch." In 58 Spielen hatte die Mannschaft 218 Treffer erzielt - mehr als jedes andere Team.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare