1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Rote Teufel torlos

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mn) Keine Tore, keine Punkte. Die Schlusssirene setzte den vergeblichen und zunehmend ideenlosen Offensiv-Bemühungen der Roten Teufel nach 60 Minuten ein tristes Ende. Mit 0:3 (0:0, 0:1, 0:2) unterlag der EC Bad Nauheim am Sonntagabend vor 2297 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion den Eispiraten Crimmitschau.

Die Sachsen, die im fünften Anlauf zum ersten Mal überhaupt auswärts punkten konnten, übergaben damit die Rote Laterne der Deutschen Eishockey-Liga 2 wieder an die Heilbronner Falken. Für den Aufsteiger aus der Wetterau, der zu Hause dreimal in Folge nicht mehr gewonnen hat, war’s zugleich die höchste Saisonniederlage.

»In Bietigheim haben wir gewonnen, als jeder eine Niederlage erwartet hatte, und heute war’s genau umgekehrt. Das ist eben die DEL 2. Ich denke, wir hätten noch lange spielen können. Der Puck wollte einfach nicht ins Tor«, resümierte RT-Coach Frank Carnevale und stellte zugleich die Frage, wie in Crimmitschau angesichts der Präsentation der Mannschaft eine Trainer-Diskussion habe aufflammen konnte. »Das war eine herausragende kämpferische Leistung. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen«, freute sich derweil Eispiraten-Übungsleiter Fabian Dahlem, dessen Team am Freitag noch mit 1:6 gegen Weißwasser unterlegen war.

Ein Blick in die Statistik macht den Unterschied deutlich: Ein Verhältnis von 39:19 Schüssen zu Gunsten der Gastgeber wurde offiziell erfasst, doch feierte Sebastian Albrecht, bis dato in der »Schießbude der Liga« eher bemitleidenswert, seinen ersten Shutout in dieser Saison.

Bei Bad Nauheim fehlte neben Daniel Ketter (am Freitag gegen Rosenheim wohl wieder dabei) und Kyle Helms (»50:50-Chance«) diesmal auch Tim May, der am Freitag während der Partie zum wiederholten Mal über Unwohlsein geklagt hatte. Dafür biss Patrick Strauch, der drei Spiele verletzungsbedingt pausiert hatte, auf die Zähne. Zunächst stand der Kapitän nur beim einzigen Unterzahlspiel auf dem Eis, ab Mitte der Partie wurde Strauch peu à peu einsetzt. In der Schlussphase musste Dan Ringwald, der einen Puck an den Knöchel bekommen hatte, pausieren.

Die Sachsen schlugen den EC Bad Nauheim im Grunde genommen mit dessen eigenen Waffen - mit Einsatz, Kampfgeist und schnörkellosem Spiel; ganz ohne die herausragenden Individualisten. Und mit dieser Spielweise tat sich Bad Nauheim zwei Tage nach dem Sieg nach Penaltyschießen bei den technisch stark besetzten Bietigheim Steelers sehr schwer. In den ersten sieben, acht Minuten überraschte Crimmitschau obendrein noch mit forschem Offensivspiel, überließ dann aber Bad Nauheim die Initiative. Die Roten Teufel rieben sich aber zum einen immer an der körperlich robusten Gäste-Abwehr auf, verloren zu oft den Puck schon vor dem finalen Pass oder hatten bei den Abprallern schlichtweg nicht das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite.

Effektiv zeigten sich hingegen die Eispiraten. Einen schlechten fliegenden Wechsel nutzte Philip Gunkel zum Führungstreffer zu Beginn des Schlussabschnitts, nach einem Fehler von Sean McMonagle zog Harrison Reed sieben Minuten vor Schluss auf und davon und verwandelte ebenso eiskalt wie auch schon vorentscheidend. Zwei Minuten vor dem Ende nahm Bad Nauheim den Torwart vom Eis, was Daniel Bucheli zum Endstand zu nutzen verstand.

EC Bad Nauheim: Ower - Ringwald, Heid, Götz, McMonagle, Baum, Pietsch - Lavallee, Carnevale, Beca, Pinizzotto, Lange, Dorr, Schlicht, Oppolzer, Reimer, Strauch.

Eispiraten Crimmitschau: Albrecht - Hüfner, Heider, Faber, Fast, Schietzold, Tramm - Bucheli, Keith, Forster, Gunkel, Reed, Heinisch, Walsh, Campbell, Pitt.

Steno: Tore: 0:1 (21.) Gunkel (Heinisch), 0:2 (53.) Reed (Heinisch, Gunkel), 0:3 (60.) Bucheli (Keith, Hüfner - 5-6). - Schiedsrichter: Lenhart. - Strafminuten: Bad Nauheim 2, Crimmitschau 2. - Zuschauer: 2297.

Auch interessant

Kommentare