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Rote Teufel schießen Patriots zum Sieg

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Matchwinner mit drei Treffern: Eishockey-Profi und Inlinehockey-Nationalspieler Harry Lange führt die Rhein-Main Patriots bei seinem Debüt zum ersten Sieg.
Matchwinner mit drei Treffern: Eishockey-Profi und Inlinehockey-Nationalspieler Harry Lange führt die Rhein-Main Patriots bei seinem Debüt zum ersten Sieg. © Red

(mn) In Assenheim lief am Samstagabend die 56. Minute. Düsseldorf, der Aufsteiger, hatte bei den bis dahin noch sieglosen Rhein-Main Patriots gerade einen Zwei-Tore-Rückstand egalisiert, den Niddatalern drohte – wie schon beim Saisonauftakt – der Sieg aus den Händen zu gleiten.

Harry Lange hatte da ganz offenbar genug, wollte ein Zeichen setzen. An der eigenen Torlinie setzte der Debütant in den Reihen der Gastgeber zum Solo an, war nicht zu stoppen, erzielte spektakulär die abermalige Führung und schnürte zwei Minuten später den Sack zu – vor 200 Zuschauern feierte die Mannschaft von Stefan Napravnik im achten Spiel der Skaterhockey-Bundesliga den ersten Sieg, einen 7:4-Erfolg, stellte im direkten Duell mit dem Tabellenachten den Anschluss zu den Playoff-Rängen her (noch vier Zähler Rückstand).

»Wir sind unheimlich erleichtert, und ich hoffe, dass die Mannschaft aus diesem Sieg das nötige Selbstvertrauen ziehen kann«, sagt Patriots-Trainer Napravnik. Neben dem dreifachen Torschützen Harry Lange konnten sich mit Tim May (2) und Alexander Baum zwei weitere Profis des Eishockey-Zweitligisten EC Bad Nauheim in die Torschützenliste eintragen. Den Schlusspunkt setzte Pierre Wex, ebenfalls ein ehemaliger Roter Teufel. Er war zugleich vierte und letzte Mosaiksteinchen in diesem Ausnahmeblock der Patriots, der für sämtliche Treffer verantwortlich zeichnete.

Torwart Jan Guryca, ein weiterer Eishockeyspieler, der erst kürzlich zu den Patriots gestoßen ist, wurde nach nur zwei Trainingseinheiten mit dem ungewohnten Spielgerät, dem Ball, nicht eingesetzt.

Die Negativ-Serie der Rhein-Main Patriots, verbunden mit den Hiobsbotschaften der Ausfälle von Dennis Cardona und Topscorer Hannes Ressel (beide Bandscheibenprobleme/Saisonende), hatte Wirkung gezeigt. Den Gastgebern flatterten gegen den Neuling, immerhin Deutscher Skaterhockey-Rekordmeister, in den ersten 20 Minuten gehörig die Nerven. Die Rheinländer erspielten einen 2:0-Vorsprung (5./11.), die wenigen offensiven Szenen der Hausherren basierten auf einem Powerplay, in dem immer wieder Alexander Baum in Schussposition gebracht wurde. Powerplay-Situationen waren es, die Assenheim letztlich ins Spiel brachten. Mit drei Überzahl-Toren (Baum/26. und May/30./40.) sowie einem Tor bei Drei-gegen-drei (Lange/28.) nutzten die Eishockey-Profis während der Hinausstellungen der Gäste den Platz auf dem Spielfeld und hatten das Momentum auf ihrer Seite.

Trotz dieser überragenden Powerplay-Quote (75 Prozent) konnten die Gastgeber zu Beginn des Schlussdrittels den Sack nicht zuschnüren, kassierten einem Doppelschlag zum Ausgleich (54./56.) - und es wurde unnötigerweise spannend; auch aufgrund von Hinausstellungen. Dann aber trat Harry Lange zu einem unwiderstehlichen Solo an. »Man hat schon beim Antritt in seinen Augen gesehen, was nun kommt«, schmunzelte Patric Pfannmüller, der Sportliche Leiter, der nun durchatmen kann. »Bei einer Niederlage hätten wir zehn Punkte bis Rang acht gehabt. Das wäre eine Hausnummer gewesen. So sind wir wieder in Reichweite.«

Wie oft Harry Lange den Rhein-Main Patriots tatsächlich zur Verfügung stehen wird, ist offen. »Er ist jetzt erstmal dabei, wird auch im nächsten Heimspiel gegen Köln spielen. Und dann sehen wir mal weiter«, sagt Pfannmüller.

Rhein-Main Patriots: Dombrowsky – Blum, Forster, Lange (3), Baum (1), Bannenberg, Wichter, Unger, Pfannmüller, May (2), Wex (1), Napravnik, Töteberg.

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