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Rote Teufel nach verpasster Chance verärgert

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(mn) Das primäre Interesse galt Rostock. Würden die Piranhas ihren Zwei-Tore-Vorsprung über die letzten fünf Minuten retten, oder könnte der EV Füssen den Ostseestädtern, dem schärfsten Verfolger des EC Bad Nauheim, zumindest einen Zähler abknöpfen? Sie konnten. »Immerhin«, kommentierte Fred Carroll, Trainer der Roten Teufel, am späteren Sonntagabend, hatte dabei aber die eigene Heimniederlage gegen den EHC Klostersee noch nicht verdaut.

»Wir hatten wie schon in der Vorwoche die Chance, uns vor eigenem Publikum etwas abzusetzen«, ärgert sich der 46-Jährige, zumal am Freitag beim 3:1-Erfolg in Passau mit einem starken Auftritt der Grundstein für ein erfolgreiches Wochenende gelegt worden war. In der Nord-Gruppe der Eishockey-Oberliga haben die Hessen neun Spiele vor Abschluss der Meisterschaftrunde ihr Polster auf Rostock (zwei Spiele mehr absolviert) auf fünf Zähler ausgebaut, weitere acht Punkte dahinter (bei einem mehr absolvierten Spiel) lauert der Herner EV.

»In Sachen Herne sollte eigentlich nichts mehr anbrennen«, hat Carroll mit Blick auf das Restprogramm hochgerechnet, wenngleich die Theorie einen Positionstausch nicht ausschließt und das Kapitel Leipzig – die Blue Lions prüfen die Möglichkeit, den Rechtsweg zu beschreiten, um eine Playoff-Teilnahme zu erstreiten - noch lange nicht abgeschlossen ist. »Wir müssen ganz einfach unsere Pflichtsiege einfahren. Das sollte dann hoffentlich reichen« Gemeint sind sechs Punkte aus den beiden noch ausstehenden Duellen gegen Deggendorf, ein Heimsieg gegen Miesbach sowie ein Erfolg in Berlin. Gegen Rosenheim und Kaufbeuren sowie am Freitag in Peiting sind die Badestädter sicher als Außenseiter zu sehen, aber gewiss nicht chancenlos.

Fred Carroll, dieser Eindruck entstand in den 120 Wochenend-Minuten, hat seine Mannschaft nach zuletzt enttäuschenden Darbietungen wieder auf Kurs gebracht. In Passau zeigten die Roten Teufel »eines der besten Spiele seit langem«, und auch zuhause wurde der - zugegeben schwache - EHC Klostersee dominiert, fehlte einzig die Effektivität im Abschluss. »Ich glaube, wir hatten 95 Prozent Spielanteile. Da kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen«, sagt der Trainer, der in zahlreichen Vier-Augen-Gesprächen offenbar den richtigen Ton getroffen hatte.

Das Team, dem eine Disharmonie zwischen den deutschen und den nordamerikanischen Spielern nachgesagt wird, zeigte eine geschlossene, konzentrierte Leistung - und vor allem im Defensivverhalten verbessert (nur drei Gegentore in zwei Spielen). Daniel Wrobel, nach siebenwöchiger Pause erstmals wieder von Beginn an zwischen den Pfosten, erwies sich als Stabilisator, war an den Gegentoren schuldlos, rückte aber dennoch in den Schatten seines Gegenübers.

Florian Hochhäuser im Tor des EHC Klostersee brachte die Roten Teufel an den Rand der Verzweiflung, demonstrierte insbesondere seine Stärken auf der Fanghandseite und hat letztlich das Match entschieden. Schien aufgrund der drückenden Anfangsüberlegenheit ein Torerfolg nur eine Frage der Zeit, so lief diese den Gastgebern am Ende davon. Nur ein einziges Mal, nämlich in der 38. Minute, war der Goalie zu überwinden - und das in Überzahl.

Das kommende Heimspiel hat die Spielbetriebs GmbH zum »Familientag« auserkoren. Familienfreundlich wurde die Partie gegen den TEV Miesbach am Sonntag auf 15.30 Uhr vorverlegt. Kinder bis zum zwölften Lebensjahr erhalten gegen Nachweis und in Begleitung einer erwachsenen Person freien Eintritt. Darüberhinaus hoffen die GmbH-Funktionäre im Rahmen des »Teddy Bear Toss« auf rege Beteiligung für einen guten Zweck. Teddybären und ähnliche Kuscheltiere, die zuhause längst ausrangiert wurden, sollen im Anschluss an die Partie auf das Eis geworfen werden und von den Spielern eingesammelt werden. Die Aktion »Menschen für Kinder« wird diese Kuscheltiere (selbstverständlich nach einer Reinigung) der Kinder-Krebsstation Peiper in Gießen zur Verfügung stellen.

Das Restprogramm

Bad Nauheim (45 Spiele, 72 Punkte): Peiting (A), Miesbach (H), Rosenheim (A), Kaufbeuren (H), Berlin (A), Rosenheim (H), Deggendorf (A), Deggendorf (H), Kaufbeuren (A).

Rostock (47/67): Passau (H), Landsberg (A), Rosenheim (H), Kaufbeuren (H), Passau (A), Landsberg (H), Deggendorf (A).

Herne (46/59): Rosenheim (A), Kaufbeuren (H), Kaufbeuren (A), Füssen (H), Passau (H), Landsberg (A), Rosenheim (H), Füssen (A).

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