Rote Teufel: »Können Schalter umlegen – das zählt«

(mw) In Dortmund lag der EC Bad Nauheim am 21. Oktober mit 0:3 zurück – und drehte die Partie in der Eishockey-Oberliga noch zum 7:3. Am Freitag brachte auch ein 0:2- und 1:3- Rückstand die Mannen von Frank Carnevale nicht aus der Ruhe, in Unna gewannen die Roten Teufel sicher mit 5:3. Es waren keine Galavorstellungen – doch in einer langen Saison, in der die Punkte aus der Vorrunde am 31. Dezember gestrichen werden, zählt in solchen Partien für das Selbstvertrauen nur eins: der Sieg.

Der EHC Dortmund und der Königsborner JEC aus Unna sind dabei nur zwei Beispiele für die acht Mannschaften aus der Liga, die in keinster Weise dem Spitzenquartett gewachsen sind. Und auch der EV Duisburg kann mit dem hessischen Trio trotz Tabellenplatz drei nicht mithalten, die Füchse holten noch keinen Punkt gegen Bad Nauheim, Frankfurt oder Kassel. Diese gaben nur untereinander Zähler ab, und zwar in den drei direkten Duellen.

Das bislang letzte wurde am Sonntag ebenso wie die zwei Partien zuvor erst nach über 60 Minuten entschieden. Die Huskies schlugen zuhause die Löwen (trennten sich gestern von Verteidiger Bastian Krämmer) nach Penaltyschießen mit 3:2. 6100 Zuschauer sahen den Schlagabtausch, einer davon musste nach einem Zusammenbruch reanimiert und ins Krankenhaus gebracht werden. Michael Christs Schlagschuss im Powerplay (9.) und Brad Snetsingers Lupfer (24.) brachten die Gastgeber mit 2:0 nach vorne, Danny Albrecht über den Innenpfosten (27.) und ein völlig allein gelassener Christoph Ziolkowski (33.) glichen im zweiten Abschnitt aus. Im Penaltyschießen verwandelten Klinge und Sikora für den ungeschlagenen Tabellenzweiten, beim Gentges-Team war lediglich Tom Fiedler erfolgreich.

Die Kasseler feierten im 110. Aufeinandertreffen den zweiten Derbyerfolg der Saison und bleiben als einziges Team ohne Niederlage.

Unterdessen holte Bad Nauheim sechs Wochenend-Punkte und hielt Kontakt zu Spitzenreiter Frankfurt (drei Punkte vor bei einem Spiel mehr). Bei den Erfolgen in Unna (5:3) und gegen Neuwied (16:2) fiel auf, dass die nominell erste Offensivreihe mit Stanley, Oppolzer und Rinke die effektivste Formation der Kurstädter ist. Zwölf von 21 Treffern gingen auf das Konto des Trios, das von den sechs Dritteln nur in den letzten beiden gegen Neuwied zusammenspielte – und dort fielen gleich 14 Tore.

EC-Pressesprecher Christian Berger sieht im vermeintlich knappen Erfolg gegen Königsborn kein Problem. »Normalerweise sollten die Akteure in jedem Spiel die gleiche Einstellung haben. Aber mit diesen Gegnern ist das nicht immer möglich«, erklärt er. »Positiv ist doch, dass wir nach einem Rückstand den Schalter umlegen und die Partie zu unseren Gunsten drehen können«. Einmal kurz aufs Gas getreten – das reichte den Teufeln in Dortmund und Unna. Am Freitag waren es nur 189 Sekunden zwischen dem 2:3-Anschlusstreffer und der 4:3-Führung.

»Wichtig ist, dass wir am Ende die drei Punkte haben«, sagt Berger. Trainer Frank Carnevale hatte dies kürzlich wie folgt zusammengefasst: »Spielen, Spaß haben, gewinnen und Pizza essen«. Dies dürfte auch das Motto für das einzige Spiel am kommenden Wochenende sein, am Freitag sind die Eisbären Hamm in der Kurstadt zu Gast.

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