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Rote Teufel holen Hessen-Cup

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Der EC Bad Nauheim ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Im dritten von vier Spielen um den inoffiziellen Hessen-Cup feierte der DEL2-Klub aus der Wetterau am Mittwochabend beim noch ungeschlagenen Oberliga-Tabellenführer Löwen Frankfurt mit 3:2 (1:0, 2:1, 0:1) den dritten Sieg und ist vor der abschließenden Partie in Kassel nicht mehr von Rang eins zu verdrängen.

Vor 4119 Zuschauern in der lange Zeit enttäuschend derby-stimmungsarmen Eissporthalle am Ratsweg profitierte das Team von Trainer Frank Carnevale, das seine Pflicht mit angezogener Handbremse erfüllte, von seiner individuellen Klasse sowie einer ungewohnt effektiven Chancenverwertung. Neben Kyle Helms trafen Sven Schlicht und Harry Lange.

Die Roten Teufel hatten Thomas Ower zu Hause gelassen. Der Stammkeeper hatte sich bereits angeschlagen durch das letzte Wochenende geschleppt und wurde mit Blick auf Meisterschaftspiele morgen gegen Tabellenführer Landshut und am Sonntag bei Verfolger Weißwasser geschont. Ex-Löwe Dennis Schulz nahm erstmals auf der Bank Platz, während Domenic Bartels zwischen den Pfosten begann. Und er fand, nachdem die Löwen ihren anfänglich doch erkennbaren Respekt mit Beginn zweier unmittelbar aufeinanderfolgender Powerplay-Situationen (8.) abgelegt hatten, durchaus Beschäftigungsmöglichkeiten. Als Chris Stanley den Puck freistehend am Tor vorbeigeschoben hatte, war Bartels bereits geschlagen (9.

); wenig später traf Lanny Gare nach einem Solo den Pfosten; schließlich klärte Bartels gegen Márton Vas und Marc Wittfoth. Und die Gäste? Die führten längst mit 1:0. Kyle Helms hatte ein Anspiel von Daniel Oppolzer volley genommen und quasi mit der ersten Torszene die Führung erzielt (7.). Bad Nauheim tat nicht mehr als unbedingt nötig, konnte die kleinen Ungenauigkeiten immer wieder über die individuellen Qualitätsunterschiede kompensieren.

In der Anfangsphase des zweiten Abschnitts hatten die Roten Teufel ihre Leistung noch einmal gedrosselt, und ihr Motor kam untertourig ins Stocken. Der Ausgleich, den Clarke Breitkreuz sehenswert herausgespielt hatte, war die logische Folge (23.). Frankfurt bekam Oberwasser, ein weiteres Powerplay und durch Breitkreuz, der am Wochenende noch per Förderlizenz für Wolfsburg in der DEL aufgelaufen war, die Chance zum Führungstreffer. Diesmal scheiterte der mit Abstand auffälligste Löwe an Bartels. Auf der anderen Seite kamen die Gäste mit minimalem Aufwand zu maximalem Erfolg. Sven Schlicht nutzte quasi die erste Tormöglichkeit im zweiten Abschnitt zur erneuten Führung (33.), die Harry Lange mit einem satten Powerplay-Tor nur eine Minute später erhöhte.

Bad Nauheim ließ die Gastgeber in den letzten 20 Minuten kommen, hielt den Puck aber weitgehend aus der unmittelbaren Tornähe fern. Erst als Marc Wittfoth den Anschluss hergestellt hatte, erwachte das Löwen-Publikum. Doch auch mit dem sechsten Feldspieler konnte Frankfurt kein Remis erzwingen.

Löwen Frankfurt: Linda – Vas, Jarvis, Neumann, Kreuzmann, Cespiva, Schoofs – Breitkreuz, Liesegang, Stanley, Schaub, Wichert, Wittfoth, Mueller, Gare, Martens, Gradl, Oppree.

EC Bad Nauheim: Bartels – Ringwald, Heid, Götz, McMonagle, Baum, Ketter, Pietsch – Pinizzotto, Lange, Strauch, Dorr, Carnevale, Beca, Lavallee, Helms, Oppolzer, May, Schlicht.

Steno: Tore: 0:1 (7.) Helms (Oppolzer), 1:1 (23.) Breitkreuz (Schoofs, Cespiva), 1:2 (33.) Schlicht (Carnevale, Ringwald), 1:3 (34.) Lange (Strauch – 5-4), 2:3 (52.) Wittfoth. – Schiedsrichter: Lenhart/Kubiak. – Strafminuten: Frankfurt 4, Bad Nauheim 6. – Zuschauer: 4119. Michael Nickolaus

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