Rote Teufel gewinnen auch das vierte Derby

(mn) Dylan Stanley war einfach nur müde. "Ohne diese Kulisse als Unterstützung hätte ich keinen Schritt mehr machen können", sagte der 27-jährige Kanadier und stand mit einem breiten Lachen im Kabinengang, als die Roten Teufel in einem mit 4380 Zuschauern gefüllten Colonel-Knight-Stadion lautstark gefeiert wurden.

Der EC Bad Nauheim hat am Montag auch das vierte und letzte Hessen-Derby der Vorrunde der Eishockey-Oberliga gewonnen; das 4:3 (2:1, 1:1, 1:1) war der 17. Erfolg in Serie. Stanley, der nach seinem Knöchelbruch sein erstes Derby bestreiten konnte, unterstrich mit zwei exakt getimten Vorlagen seinen Wert für die Mannschaft. In die Rolle der Matchwinner schlüpften aber andere: Markus Keller und Kevin Lavallee. Zwischen den Pfosten entschied Keller wie in zuletzt allen wichtigen Partien das Duell der Torleute für sich, vorne traf Lavallee gleich zweimal. Die weiteren Tore erzielten Dennis Cardona und Michel Maaßen.

"Wir haben Bad Nauheim diesmal drei Tore durch unsere Dummheit geschenkt. Gegen eine solche Mannschaft muss man cleverer und kompakter spielen. Insgesamt konnte ich aber keinen großen Unterschied entdecken", sagte Huskies-Trainer Jamie Bartman, der seinen Top-Scorer, den Ex-Nationalspieler Manuel Klinge (Finger angebrochen), ersetzen musste, dies aber nicht als Ausrede anerkennen wollte.

Fred Carroll, der RT-Coach, wollte "eine Steigerung von Drittel zu Drittel" ausgemacht haben, wusste aber auch: "Erst nächste Woche zählt’s." Die Verteidiger Alex Baum und Christian Franz haben sich noch nach der Schlusssirene entsprechend vorbereitet und sich jeweils ihre zweite Zehn-Minuten-Strafe eingehandelt, die eine Sperre zum Vorrunden-Abschluss gegen Schlusslicht Netphen sich zieht, so dass beide "unbelastet" in die Zwischenrunde gehen können. Dafür verteidigen am Freitag Dennis Cardona und Pierre Wex.

"Die Nummer eins im Land sind wir" und "Gegen Nauheim kann man mal verlieren", die beiden aktuellen Top-Hits in den Rote-Teufel-Charts, wurden immer wieder unter stehenden Ovationen angestimmt, wenngleich die Partie weder spielerisch noch in Sachen Tempo und Raffinesse die hohe Qualität des Hinspiels vor rund zwei Wochen hatte erreichen können.

Nach einem ordentlichen wie ausgeglichenem ersten und einem von beiden Seiten äußerst zerfahrenen und mit vielen Fehlpässen geführten zweiten Abschnitt wurde es dann im Schlussabschnitt doch noch richtig interessant. Gleich viermal mussten die Gastgeber, mit einer knappen 3:2 in die letzten 20 Minuten gegangen waren, ihren Vorsprung leidenschaftlich in Unterzahl verteidigen. Und die Gäste, unterstützt von rund 700 mitgereisten Fans, hatten schon früh deutlich gemacht, wie gefährlich sie im Powerplay sind (zwei der vier Treffer fielen mit einem Spieler mehr auf dem Eis).

Beim Spiel Fünf-gegen-Fünf lebten die Roten Teufel hingegen von der Tiefe im Kader - und von ihrer Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Gleich zwei Treffer der Kassel Huskies wurden quasi postwendend beantwortet, auf der anderen Seite hatte sich Bad Nauheim mit einem starken Markus Keller auch das nötige Quäntchen Glück auch erarbeitet.

EC Bad Nauheim: Keller - Mangold, Baum, Ketter, Kohl, Pöpel, Franz - Schwab, Gare, Weibler, Maaßen, Lavallee, Kujala, Baldys, Stanley, Cardona, Wex.

Kassel Huskies: Ondraschek - Valenti, Grund, Hilgenberg, Robitaille, Engel, Glusanok - Alexander Heinrich, Sikora, Christ, Berendt, Mikesz, Roedger, Dennis Klinge, Böhm, Stefan Heinrich.

Tore: 0:1 (4.) Roedger (Engel - 5-4), 1:1 (5.) Lavallee, 2.1 (14.) Maaßen (Kujala, Lavallee), 2:2 (31.) Alexander Heinrich (Christ), 3:2 (32.) Cardona (Stanley), 4:2 (32.) Lavallee (Stanley, Schwab - 5-4), 4:3 (56.) Alexander Heinrich (Sikora, Valenti - 5-4). - Strafminuten : Bad Nauheim 12 plus zehn Minuten (Baum und Franz), Kassel 14 plus zehn Minuten (Christ). - Zuschauer : 4380.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare