"Rote" schlagen sich 30 Minuten wacker gegen FSV

Der SV Nieder-Wöllstadt hat am Samstag das Testspiel gegen den FSV Frankfurt mit 0:15 (0:6) verloren. Dabei boten die "Roten" eine halbe Stunde lang eine gute Leistung, bauten dann aber ab.

Den emotionalsten Moment der Partie zwischen dem SV Nieder-Wöllstadt und dem FSV Frankfurt gab es in der 47. Minute, als Marco Will mit lang anhaltendem Applaus ausgewechselt wurde. Der Torhüter hatte seit 2008 für die "Roten" gespielt, sechs Gegentore in seiner letzten Partie spiegeln freilich nicht seine starken Leistungen über die Jahre wider. Auch Leon Klueß überzeugte und verhinderte mit einigen guten Paraden eine höhere Niederlage als das 0:15, mit dem die Gruppenliga-Mannschaft der vergangenen Saison gegen den topbesetzten Zweitbundesligisten (ein Zugang und zwei Verletzte fehlten) unterlag.

In der ersten halben Stunde boten die Gastgeber eine starke Leistung, waren aggressiv und ließen nur wenige Torschüsse der Frankfurter zu. Edmund Kapllanis 0:3 in der 35. Minute war der eigentliche Beginn des Schützenfestes, denn weniger als fünf Minuten dauerte es ab dann im Durchschnitt bis zum nächsten Treffer – und auch die Anzahl der FSV-Torschüsse ging insbesondere im letzten Drittel der Partie weit nach oben. Die Nieder-Wöllstädter hatten sich zwar mit einigen Trainingseinheiten auf die Partie weit nach ihrem Saisonende vorbereitet, doch die Kondition ließ freilich nach.

Eine frühe Halbchance von de Oliveira (9.) war die einzige nennenswerte Offensivaktion.

Ganz anders die Gäste, die Ball und Gegner laufen ließen, insbesondere über die rechte Seite (erste Halbzeit über Roshi, zweite über Nefiz) viel Betrieb machten, gleichwertig auswechseln konnten und 18 Spieler zum Einsatz brachten, die um einen Stammplatz beim Zweitliga-Topteam der vergangenen Saison kämpfen. Drei "Neue" trugen sich in die Torschützenliste ein, nämlich Chhunly Pagenburg, Denis Epstein und Markus Ziereis. Bester Goalgetter war Emre Nefiz, der Mitte der zweiten Halbzeit binnen sieben Minuten einen Hattrick markierte.

Für den FSV Frankfurt war es das zweite Testspiel auf dem Weg zur nächsten Zweitliga-Saison, in der eine Wiederholung der Vorjahresplatzierung für Trainer Benno Möhlmann und sein Team eine schwierige Aufgabe wird. "Wir können mehr Punkte holen, aber trotzdem eine schlechtere Platzierung erreichen. Rang vier wird wohl nicht mehr möglich sein. Es gibt viele Vereine, die andere Ambitionen als wir haben und aufsteigen wollen", sagte Möhlmann nach der Partie.

SV Nieder-Wöllstadt: Will (47. Klueß) – Deppner, El Mojahid (46. Bucher), Tolga Tosunoglu, Salomon (75. Dennis Becker) – Sarkisjan (30. Herdt), Reschke (46. Luft), Groth, de Oliveira (46. Vural) – Pelka, Chekmazov.

FSV Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke (46. Görlitz), Heitmeier (46. Oumari), Kandziora (46. Teixeira) – Roshi (46. Nefiz), Konrad, Azaouagh (46. Kaffenberger), Epstein – Kapllani (46. Pagenburg), Leckie (46. Ziereis).

Tore: 0:1 (18.) Epstein, 0:2 (28.) Leckie, 0:3 (35.) Kapllani, 0:4 (38.) Leckie, 0:5 (40.) Kapllani, 0:6 (45.) Konrad, 0:7 (52.) Ziereis, 0:8 (64.) Ziereis, 0:9 (65.) Nefiz, 0:10 (70.) Nefiz, 0:11 (72.) Nefiz, 0:12 (74.) Görlitz, 0:13 (80.) Pagenburg, 0:14 (83.) Eigentor, 0:15 (87.) Epstein.

Schiedsrichter: Krämer (Frankfurt). – Zu.: 600. Michael Wiener

Am Rande des Spielfelds:

"Werbung für uns und den Verein machen", sagte Benno Möhlmann zum Auftritt seiner Mannschaft in Nieder-Wöllstadt. Dies gelang dem FSV Frankfurt, der die Zuschauer beim 15:0 gegen den Gruppenligisten begeisterte. Damit gewann der Zweitbundesligist dieses Jahr höher als vor fast genau zwölf Monaten in der Wetterau, als dem 10:0 in Bad Nauheim ein 12:0 in Heilsberg wenige Tage später folgte.

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Dass Möhlmann aus einem Test gegen eine fünf Klassen tiefer angesiedelte Mannschaft kaum Schlüsse ziehen kann, liegt auf der Hand. "Das ist für uns in der Vorbereitungszeit eine Trainingseinheit. Ich habe den Spielern gesagt, dass ich die ersten drei Spiele nicht beurteilen werde". Die Partie in Nieder-Wöllstadt war Nummer zwei, gestern folgte nach der Saisoneröffnung im heimischen Stadion ein 6:0 beim Verbandsligisten in Watzenborn-Steinberg.

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Ein besonderes Spiel war die Partie sicherlich für den Gesamtverein SV Nieder-Wöllstadt, zumal zahlreiche private und geschäftliche Verbindungen zwischen beiden Vereinen bestehen. Schade, dass SV-Ikone Herbert Wagner diesen Samstag nicht mehr erleben konnte. Der Nieder-Wöllstädter wurde 1972 mit dem FSV Deutscher Amateurmeister und engagierte sich bei den "Roten" bis zu seinem Tod 2006. Das letzte Spiel war es für Trainer Andreas Pelka und Torhüter Marco Will, die vor dem Anpfiff offiziell verabschiedet wurden. (mw)

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