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Mit Haken und Ösen werden heute der FV Bad Vilbel um Thorsten Knauer (l.) und Masse Bell Bell mit seinen Türk-Gücü-Kollegen um die drei Punkte kämpfen.

Rotationsspiele vor dem Wetterau-Duell

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(ub). Wer wissen will, wie die ranghöchsten Mannschaften des Fußballkreises Friedberg drauf sind, der ist heute Abend (19.30 Uhr) auf dem Niddasportfeld in Bad Vilbel richtig. Dort kommt’s nämlich im Rahmen des 16. Spieltages zum Hessenliga-Duell zwischen der Elf von FV-Coach Amir Mustafic und der Mannschaft von Türk Gücü Friedberg, wo bekanntlich Carsten Weber seit Saisonbeginn das Trainerzepter schwingt. Eine Partie mit Derby-Charakter? Eigentlich schon, obwohl der regionale Fußball-Kracher gewiss nicht mehr jenen Stellenwert genießt, den auf der Hessenliga-Bühne Anfang dieses Jahrtausends die Begegnungen zwischen Bad Vilbel und dem KSV Klein-Karben hatten.

Für beide Klubs gleichermaßen bindend: Entwicklungen an der Tabellenspitze oder im Verfolgerfeld der punktgleich mit jeweils 33 Zählern führenden Vereine Eintracht Stadtallendorf (heute beim SC Hessen Dreieich) und FC Eddersheim (am Sonntag zu Hause gegen den SV Steinbach) interessieren nur am Rande. Man konzentriert sich aufs Wesentliche, den Klassenerhalt, wobei aktuell betrachtet Türk Gücü Friedberg (Rang neun/20 Punkte) im Vergleich zu den gastgebenden Brunnenstädtern (15./13) die besseren Karten hat.

In über sieben Jahren Trainertätigkeit für den FV Bad Vilbel hat Amir Mustafic schon viel erlebt, doch volle zwei Monate, in denen seine Mannschaft sieglos blieb, sind für ihn eine neue Erfahrung. "Eine Krise, keine Frage", sagt der Vilbeler Übungsleiter, und die Faktenlage lässt auch gar keine andere Schlussfolgerung zu. Den letzten Sieg durften die Brunnenstädter am 31. August feiern (3:0 in Fernwald) - danach ging’s steil bergab. Es folgten drei Auswärtsremis in Steinbach, Fulda/Lehnerz und Ginsheim sowie sieben Niederlagen, von denen fünf auf eigenem Platz akzeptiert werden mussten.

Weshalb es so kam, hat Gründe. "Berufliche Verpflichtungen und Verletzungen, aber auch unzureichende Trainingsleistungen", nennt Mustafic die Dinge beim Namen. Er habe Woche für Woche Personaländerungen vornehmen müssen, die eigentlich gar nicht geplant waren: "Jetzt stecken wir mitten im Abstiegskampf. Nur gut, dass uns die Konkurrenz noch nicht uneinholbar enteilt ist." Im Vergleich zur 0:3-Niederlage in Stadtallendorf sind Misaki Saso, Zino Zampach und Alexander Bauscher Kandidaten für die Startelf - Jonas Grüter, Ernad Dananovic und Ajdin Maksumic, die nicht in vollem Umfang trainiert haben, eher nicht. Und Dominik Emmel, bis vor Kurzem noch Stammspieler, ist vollends außen vor. "Er hat sich abgemeldet. Das Thema ist durch", verrät der FV-Coach.

Auch auf Friedberger Seite lief seit Anfang September nicht alles so, wie Trainer Carsten Weber es gerne gesehen hätte. Zwei Siege (FC Hanau 93, Waldgirmes) und vier Unentschieden erwiesen sich in der Summe gegenüber der Bad Vilbeler Zwischenbilanz der Monate September und Oktober allerdings als deutlich bessere Ausbeute. Tiefpunkt war zweifellos die 2:5-Pleite beim Tabellenletzten FSV Fernwald. "Zum Glück hat die Mannschaft drei Tage später eine positive Reaktion erkennen lassen. Der 3:1-Sieg über den SC Waldgirmes hat unsere Lage zweifellos ein wenig entspannt", meint der TG-Coach. Fürs Spiel beim Wetterauer Konkurrent hat Weber zwei Personal-Optionen, auf die er eigentlich nicht verzichten kann. Innenverteidiger Julian Dudda und Mittelfeldspieler Eray Eren sind jedenfalls wieder voll belastbar und rechnen mit einer Berücksichtigung in der Start-Formation.

Carsten Weber, der mit Abdussamed Gürsoy (Kniebeschwerden) und Vuk Toskovic (Grippe) zwei Offensivkräfte aus seinen Planungen streichen muss, behält sich eine diesbezügliche Entscheidung allerdings vor: "Eine Änderung gibt’s auf jeden Fall, denn Ricardo Marra fällt mit einer Knochenhautentzündung definitiv aus." Es gelte, taktische Überlegungen und die Platzverhältnisse zu berücksichtigen: "Wir spielen auf einem großen Rasenplatz anstatt auf kleinem Kunstrasen. Da muss man genau überlegen, welcher Spielertyp besser geeignet ist."

Türk Gücü Friedberg: Sahin (Kamber Koc), Dinler, Weigand, Dudda, Ouattara, Tesfaldet, Hagley, Printemps, Usic, Bell Bell, Solak, Biber, Eren, Mitrovic, Tahirovic, Miric, Savic.

FV Bad Vilbel: Sememy (Klahr), Dogan, Alik, Huwa, Saso, Babic, Biehrer, Knauer, Farid Affo, Bauscher, Zampach, Moubarak Affo, Atzberger, Railean, Tochihara.

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