1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Rollerderby: Eine Sportart feiert Premiere

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mn) Schrill, schräg, sexy - Rollerderby: Die Back Breaking Bambis bestreiten am Samstag (18 Uhr) in Assenheim den ersten Bout (so werden die Wettkämpfe in dieser Vollkontaktsportart bezeichnet) auf hessischem Boden. Gegner in der Inlinehockeyhalle sind die Limerick Rollergirls aus Irland.

»Wir freuen uns unheimlich auf diese Premiere«, sagt Silke Schweitzer, die Pressesprecherin der Bambis, und hofft, mit dieser in den Vereinigten Staaten doch so traditionsreichen Sportart auch in der Wetterau ein breites Publikum mitreißen zu können.

Beim Rollerderby duellieren sich zwei Frauenmannschaften auf Rollschuhen in zwei 30-minütigen Halbzeiten auf einer ovalen Bahn. Gespielt wird dabei um Punkte, und gepunktet wird, indem der sogenannte »Jammer« einer Mannschaft das gegnerische Team regelkonform überrundet. Vier sogenannte Blocker helfen einerseits ihrem eigenen »Jammer«, sich den Weg durch das gegnerische Quintett zu bahnen, müssen andererseits den »Jammer« der Konkurrenz am Überrunden hindern, was mitunter spektakulär und schmerzhaft zugleich sein kann.

In Deutschland steckt Rollerderby noch in den Kinderschuhen, wenngleich Mannschaften in ganz Europa wie Pilze aus dem Boden sprießen und selbst das olympische Komitee auf diese nur von Frauen ausgeübte rasante Sportart aufmerksam geworden ist. Das IOC diskutiert derzeit, bei den Olympischen Spielen 2020 Rollsportarten für den Demonstrationswettbewerb zuzulassen – und damit auch Rollerderby. Einen klassisch geregelten Spielbetrieb in Deutschland gibt es noch nicht. Die Mannschaften organisieren ihre Wettkämpfe vielmehr selbst, die Resultate fließen in ein kontinentales Ranking ein. Vieles sei eben noch im Aufbau sagt Schweitzer. Auf die Limerick Rollergirls ist man in Assenheim deshalb auch mehr oder weniger zufällig gestoßen. »Wir haben das Team einfach mal kontaktiert, und die Mädels haben zugesagt«, berichtet die 36-Jährige, die selbst aufgrund einer Knieverletzung aus dem Training zuschauen muss.

Seit gut zehn Wochen laufen die Vorbereitungen auf dieses Match. Neben den jeweils bis zu 14 Spielerinnen werden sieben Schiedsrichter und 15 (!) weitere Offizielle für einen Bout benötigt - in diesem Fall kommen die Regelhüter aus allen Teilen Europas (Schweden, Frankreich, Irland, Deutschland). Von einer »großen Rollerderby-Familie« spricht die Wöllstädterin in diesem Zusammenhang. Sie selbst besucht an den Wochenenden oft die Bouts anderer Mannschaften als Zuschauerin. Im schwedischen Göteborg hätte die Rollerderby-Premiere kürzlich 800 Zuschauer angelockt, im ähnlichen Rahmen bewegen sich die Zahlen bei den deutschen Top-Teams wie Berlin und Stuttgart. Die Bambis hoffen am Samstag auf 200 bis 300 Fans, die anschließend mit einer traditionellen Party zur Musik von DJ Capone in der Halle die Premiere feiern wollen.

Auch interessant

Kommentare