Rodheimer Frauen haben nur einen Angstgegner

Die Volleyball-Frauen der SG Rodheim haben in der Bezirksoberliga souverän die Meisterschaft gefeiert. Grund dafür war die Rückkehr zahlreicher Leistungsträgerinnen.

Der Abstieg aus der Landesliga in der vergangenen Saison war von der ganz harten Sorte für die Frauen der SG Rodheim. Nur sieben Satzgewinne, keinen einzigen Matchgewinn, 0:36 Punkte. Für die ehemalige Oberliga-Truppe aus dem Volleyball-Traditionsstandort im Rosbacher Stadtteil ging es bis in die Bezirksoberliga herunter. Doch Frank Jethon, der schon gegen Ende der vergangenen Saison das Traineramt übernommen hatte, sorgte für neue Impulse. Zudem beflügelte die Rückkehr von zahlreichen Leistungsträgerinnen, sodass am Ende der gerade abgelaufenen Saison der direkte Wiederaufstieg in die Landesliga realisiert wurde. Und das mit 28:4 Punkten auf Rang eins.

Die beiden 2:3-Niederlagen setzte es dabei kurioserweise gegen den Tabellendritten VGG Gelnhausen, der immerhin sechs Partien verlor. Im Hinrundenspiel in Gelnhausen brachte die Jethon-Truppe eine 2:1-Satzführung nicht nach Hause, in der Rückrundenpartie exakt drei Monate später (26. Februar) führte die SGR im Tiebreak schon mit 14:12 – hatte also zwei Matchbälle. Vier Punkte in Folge ließen Gelnhausen erneut jubeln. "Die erste Niederlage war der Tiefpunkt der Saison. Daraus haben wir gelernt, auch wenn es uns ausgerechnet gegen denselben Gegner noch einmal erwischt hat", erzählt Frank Jethon, der seit sechs Jahren in Rodheim wohnt und viele Jahre bei der HTG Bad Homburg verbrachte.

Dort war der 52-Jährige Trainer von bis zu vier Mannschaften gleichzeitig, zwischenzeitlich war er auch Abteilungsleiter. Selbst gespielt hat Jethon bei der HTG sowie beim Nachbarn TV Bommersheim.

Grundstein für die deutliche Qualitätssteigerung des Kaders gegenüber der Vorsaison war die Tatsache, dass zahlreiche ehemalige Rodheimer Leistungsträgerinnen vor der Saison den Weg zur SGR zurückgefunden hatten. Außenangreiferin Miriam Gornik (Tochter des Vorsitzenden Hans Gornik) und Libera Jessica di Salvo kamen vom Oberligisten HTG Bad Homburg, Denise Kuss vom Zweitbundesligisten TG Bad Soden (zweite Mannschaft ebenso in der Oberliga). Aus dem Mutterschutz kamen Zuspielerin Lisa Schuld (Frau von Regionalliga-Spieler Alexander Schuld), Christine Doll und Anja Ziegemeier, während nur zwei Spielerinnen den Verein verließen. Dazu kam eine Langzeitverletzung, Diagonalangreiferin Sophia Bastek zog sich im Training einen Kreuzbandriss zu. "Insgesamt war die personelle Entwicklung natürlich ein Glücksfall, auch wenn wir zwischenzeitlich durch grippale Infekte etwas dünn besetzt waren. Die Mannschaft hatte schon ein hoch entwickeltes Spielsystem, hatte es nur bislang athletisch nicht umgesetzt. Mit der gesteigerten Qualität im Kader war dies möglich, sodass wir auf jeden Fall aufsteigen wollten", sagt Jethon.

Aufgrund des stark besetzten Kaders waren die Rodheimerinnen ihren Gegnern zumeist haushoch überlegen und gaben nur zwölf Sätze ab, davon wie erwähnt sechs alleine in den Partien gegen Gelnhausen. "Manchmal haben wir uns dem Gegner angepasst und unnötig einen Satz abgegeben", sagt Jethon, der insbesondere an den Schwächen der Vorsaison wie den zu langsamen Bewegungsabläufen gearbeitet hatte.

Nun freut sich Jethon mit dem Team auf die kommende Saison in der Landesliga, in der die SGR aufgrund des Groß-Karbener Aufstiegs in die Oberliga erneut auf Wetterauer Derbys verzichten muss. "Ein bis zwei Spielerinnen sollten wir schon noch dazubekommen", meint Jethon, der sich mit seinem Team wieder in der Landesliga etablieren möchte. Michael Wiener

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