SG Rodheim verliert "bestes Spiel"

Da hatte sich die SG Rodheim nach einem desolaten vierten Satz gerade wieder in die Partie gekämpft und führte im Tiebreak mit 9:5, als die TSG Bretzenheim plötzlich wieder zurückkam. Eine zum Seitenwechsel getätigte Auswechslung stärkte den Block der Mainzer, es gab fast kein Durchkommen mehr für die Piraten. Nach sechs Punkten in Folge für die Gäste versuchte SGR-Trainer Lukas Kracht mit einer Auszeit, den Spielfluss des Tabellenführers zu stoppen. Doch es gelang nicht mehr: In einem packenden Regionalliga-Spitzenspiel, das diesen Namen allemal verdient hatte, verlor die SG Rodheim mit 2:3 (20:25, 25:20, 25:23, 12:25, 12:15) gegen die TSG Bretzenheim und muss damit die Meisterschaftsambitionen wohl zu den Akten legen.

"Schade, dass wir verloren haben. Es war das versprochene Spitzenspiel und die vielleicht beste Partie, die ich als Rodheimer Trainer gesehen habe. Hinten raus haben wir es einfach nicht mehr geschafft, den Bretzenheimer Mittelblock zu überwinden", bilanzierte Rodheims Trainer Lukas Kracht, der trotz der knappen Niederlage und einigen kleinen Schwachpunkten in seinem Team mit der Leistung zufrieden war. "Wir hatten vor dem Spiel zweimal trainiert und mussten zuletzt krankheits- sowie verletzungsbedingt auf einige Akteure verzichten. Dafür war es ein sehr gutes Match meiner Mannschaft". Ein Sonderlob verteilte er an den 16-jährigen Youngster Tim Breitenfelder, der bereits vor der Regionalliga-Partie drei Sätze in der Zweiten bei deren Oberliga-3:0 gegen Biedekopf absolviert hatte. "Tim hat eine super Leistung gezeigt".

Trainerkollege Matthias Brunske schloss sich Krachts Meinung über die Partie nahtlos an. "Es war eine super Stimmung in der Halle, richtig laut. Und auf dem Feld ging es auch gut zur Sache, es gab richtig guten Regionalliga-Volleyball zu sehen", sagte er und hob die starke Mannschaftsleistung hervor. "Alle haben überzeugt. Natürlich habe ich im fünften Satz mit der Auswechslung praktisch den Sieg eingewechselt, aber das habe ich unserem Joker und Allrounder auch zugetraut.

Insgesamt gab es viel Gutes, aber wir haben auch zu viele Fehler gemacht", fasste Brunske zusammen.

Ohne den gesperrten Sascha Gornik (Kracht: "Er hätte uns sicherlich weiterhelfen und in kritischen Phasen auch Verantwortung übernehmen können") fand Rodheim schwer ins Spiel. Die Annahme war nicht stabil genug, zudem wurden - wie in den drei weiteren Sätzen auch - zu viele Fehler im Service gemacht. Im ersten Satz kam Bretzenheim zwar erst beim 9:8 zur ersten eigenen Führung, erarbeitete sich aber schnell einen Vorsprung von vier Punkten und gewann sicher mit 25:20.

Die Durchgänge zwei und drei waren dann spannender - weil Rodheim sich steigerte und mit kämpferischen Mitteln dagegenhielt. Im zweiten Satz setzte sich Rodheim erst spät ab, blieb beim 25:20 aber letztlich ungefährdet. Im dritten Durchgang legte Rodheim zumeist vor, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Zwei Rodheimer Auszeiten in den entscheidenden Momenten (Bretzenheim hatte die Punkte zum 21:21 und 23:24 erzielt) brachten der SGR wieder Sicherheit - und ein feiner Lob von Top-Angreifer Johannes Voeske machte die 2:1-Satzführung perfekt.

Im vierten Satz hatten die Piraten nichts zu bestellen. Johannes Gruppe leistete sich einige Aufschläge ins Netz in Folge, und auch die Auswechslungen (Timo Streitenberger und Robert Leuner für Voeske und Breitenfelder) beim Stand von 7:16 brachten nicht die Wende - 12:25.

Der Tiebreak zog Rodheim durch eine Aufschlagserie von Robert Stodtmeister auf 8:4 davon und führte wenig später mit 9:5. Doch dann wechselte Matthias Brunke den Sieg ein. Während Bretzenheim stark blockte, spielte der Tabellen-Zweite nicht intelligent genug und konnte im Angriff kaum noch punkten. "Wir kamen einfach nicht mehr durch. Plötzlich fing Bretzenheim an zu blocken. Die Niederlage ist ziemlich ärgerlich", sagte "Hannes" Gruppe.

SG Rodheim: Gruppe, Leuner, Kopperschmidt, Lingenau, Voeske, Streitenberger, Sürken, Schuld, Linsenbold, Stodtmeister, Breitenfelder.

Michael Wiener

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