Erschöpft aber glücklich: Jakob Stary absolviert die Marathon-Strecke im Rockenberger Wald. FOTO: BU
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Erschöpft aber glücklich: Jakob Stary absolviert die Marathon-Strecke im Rockenberger Wald. FOTO: BU

Wald- statt Stadt-Marathon

Rockenberger Jakob Stary erreicht sein Ziel

  • vonBernd Burkard
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(bu). Trotz des Verständnisses für die Probleme in der Coronavirus-Krise war die Absage des Hamburg Marathons vor drei Wochen für Jakob Stary eine Enttäuschung. Doch daraus hat der Rockenberger nun sein ganz eigenes Rennen in seiner Wetterauer Heimat gemacht.

Bereits vor einem halben Jahr hatte der Student aus Rockenberg den Entschluss gefasst, sich mit eine professionellen Trainingsplan auf das große Lauf-Event in der Hansestadt vorzubereiten. Woche für Woche absolvierte der Student parallel zum Studium der betriebswirtschaftlichen Logistik die vorgesehenen Trainingseinheiten ohne zu ahnen, dass die Corona-Krise ihm seine Pläne durchkreuzen würde. Zurzeit findet das Studium online statt und der Wahl-Hamburger wohnt wieder in seiner Heimat Rockenberg. Auch wenn er das Lauftraining in den letzten Wochen reduziert hat, kam ihm jetzt die Idee, am eigentlich geplanten Tag, dem 19. April, seinen ersten Marathon zu laufen. Unterstützt wurde er nicht nur durch eine App auf seinem Handy bei der Umlegung der Strecke in den Rockenberger Wald, sondern auch durch seine Freundin Julia, seinen Bruder David und seine Eltern Peter und Regine. Eine besondere Betreuung leistete zudem Physiotherapeut und Onkel Mattias Stary, der wie alle anderen im gemeinsamen Haushalt lebt.

Am Sonntagvormittag war es dann so weit: Jakob Stary machte sich, ausgerüstet mit Getränkerucksack und Musik im Ohr, auf die 42,195 Kilometer durch den Rockenberger Wald. Als Streckenposten fungierte die Familie, die auch nach 30 Kilometern einen noch entspannt wirkenden Läufer an sich vorbeiziehen sahen. Ausgemessen durch die App seines Handys mussten die Helfer zwar den Zieleinlauf noch um einige Meter verschieben, bevor der Marathon-Läufer dann nach 3:55:55 Stunden erschöpft aber zufrieden von Freundin Julia umarmt werden und sich mit der Familie zum Erinnerungsfoto aufstellen konnte. Entspannung gab es im Anschluss mit einem Bad und einer Massage durch seinen hauseigenen Physiotherapeuten und Onkel.

Für Jakob Stary war das aber trotzdem nur der erste Schritt. Für den Hamburg-Marathon, der auf dem 13. September verschoben wurde, ist er immer noch angemeldet und seine Fans überlegen schon jetzt, ob sie nach Hamburg reisen, um ihn auch dort zu unterstützen.

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