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Riesenspaß im Zwergenstaat

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Da kommt Michael Gerber mit seinem Co-Piloten Luis Moya und dem Audi Sport Quattro S1 angeflogen.
Da kommt Michael Gerber mit seinem Co-Piloten Luis Moya und dem Audi Sport Quattro S1 angeflogen. © Red

Auch bei einem »alten Rallyelegend-Hasen« wie dem Licher Michael Gerber bleibt diese Veranstaltung etwas Besonderes: Die sogenannte Rallylegend in San Marino.

»Die Organisatoren schaffen es, die Rallylegend jedes Jahr noch ein bisschen zu verbessern. Obwohl dieses Mal das Wetter nicht mitgespielt hat, hat es wieder einen Riesenspaß gemacht«, fasste er die Tage in dem in Italien gelegenen Zwergenstaat zusammen.

Mittlerweile zum 13. Mal fand die »Rallylegend« vor wenigen Tagen statt. Etwa 150 historische Rallyefahrzeuge starteten dabei am Freitagabend am Olympiastadion von San Marino auf die ersten vier Prüfungen, die bei Dunkelheit gefahren wurden. An den folgenden Tagen galt es dann für die Aktiven, weitere zehn Wertungsprüfungen zu absolvieren. Am Ende standen 92 Kilometer Bestzeitenjagd auf den Tachos der Rallyeboliden.

Und wenn es um Autos geht und den Motorsport im Speziellen, dann sind die Einwohner von San Marino besonders interessiert. Traditionell zählen in diesem Zusammenhang die Marken aus dem »eigenen Land« sehr viel. Darum ist in Italien im Rallyesport die Marke Lancia mit sehr vielen Emotionen verbunden. Die diesjährige Legend stand somit auch im Zeichen eines der außergewöhnlichsten und wohl technisch aufwendigsten Autos seiner Zeit. Der Lancia Delta S4, der beim WM-Finale 1985 sein Debüt gab, feierte in San Marino seinen 30. Geburtstag. Neben vielen ehemaligen Lancia-Weltmeistern war auch Europameister Armin Schwarz mit seinem eigenen Delta S4 am Start.

»Einmalige Atmosphäre«

Doch auch ein Fahrer einer anderen Marke konnte die Motorsportfans extrem beeindrucken: Michael Gerber aus Lich mit seinem Audi Quattro S1. Seit einigen Jahren ist der Pilot mit seinem einzigartigen Audi eines der Highlights in San Marino. Bereits 2010 gewann er für die spektakulärste Fahrweise den sogenannten »Legend-Star«. Und für diesen zum 600 PS starken Allradler passenden Fahrstil wird er verehrt. Sobald der markante Klang des Fünfzylinders zu hören ist, warten die vielen Fans an der Strecke gespannt auf das heranfliegende gelb-weiße Flügelmonster. Michael Gerber: »Die Rallylegend hat eine einmalige Atmosphäre. Es ist ein unglaubliches Gefühl, vor Zehntausenden von Fans zu fahren.«

Diesmal hatte Gerber mit dem zweimaligen Rallye-Weltmeister Luis Moya (Spanien), einen routinierten und prominenten Co-Piloten an seiner Seite: »Luis ist ein absoluter Profi. Er hat sogar den Ehrgeiz, den Streckenaufschrieb auf Deutsch vorzulesen. Das hat hervorragend funktioniert«, resümierte Gerber über die Zusammenarbeit im Cockpit. Moya, der 1960 in La Coruña geboren wurde, verbuchte an der Seite seines Landsmannes und Rallye-Legende Carlos Sainz nicht weniger als 24 Siege bei Weltmeisterschaftsläufen.

Lediglich die äußeren Bedingungen bei der 13. Auflage trübten etwas die Stimmung der Fahrer und Fans. Am Samstag hatten die Teams aufgrund starker Regenfälle mit schwierigen Streckenbedingungen zu kämpfen. Trotz Allradantrieb forderten die kurvenreichen Straßen rund um San Marino den Fahrern alles ab. Insgesamt nahmen 15 deutsche Teams an dieser besonderen Rallye am Rande der Emilia Romagna teil.

Comas holt sich den Sieg

Im Feld der eigentlichen Rallylegend setzte sich Eric Comas im Lancia Stratos von 1974 durch. Er verwies Massimo Pedretti (Lancia 037) und Davide Cesarini (Ford Escort) auf die weiteren Plätze. Die Wertung der WRC (World Rallye Cars) konnte Lokalmatador Denis Colombini im Peugeot 306 Maxi KitCar für sich entscheiden.

Mit Jari-Matti Latvala und Hayden Paddon hinterließen auch zwei Stars aus der Weltmeisterschaft mit ihren aktuellen Wettbewerbsfahrzeugen einen besonderen Eindruck bei dieser Rallye, die weltweit für sich in Anspruch nehmen kann, einzigartig zu sein. (awp)

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