Klare Regelung: Hände desinfizieren ist vor und nach jedem Spiel Pflicht. FOTO: FRIEDRICH
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Klare Regelung: Hände desinfizieren ist vor und nach jedem Spiel Pflicht. FOTO: FRIEDRICH

Hallensport unter Corona-Bedingungen

Ein richtungsweisendes Konzept

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Viel Arbeit, aber auch Risiko. Letztlich hat alles gut funktioniert. Lich Basketball setzte bei der Ausrichtung eines 3x3-Qualifikationsturniers Maßstäbe, denn es waren auch Zuschauer zugelassen.

Diese Veranstaltung könnte richtungsweisend sein - zumindest im Amateursport. Seit dem 1. August sind Sportveranstaltungen unter Beachtung von strengen Hygiene-richtlinien wieder erlaubt, Lich Basketball preschte am Wochenende direkt vor. Nicht nur, dass der Verein ein Qualifikationsturnier für die "DBB 3x3 Open ING German Championship" des Deutschen Basketball-Bundes ausrichtete, an dem Vereins- und Freizeitmannschaften sowie Teams der Nationalmannschaft teilnahmen - es waren auch Zuschauer zugelassen.

Unter der Federführung von Vorstandsmitglied Udo Liebich wurde in den vergangenen zwei Monaten ein Hygienekonzept ausgearbeitet. Trotz der Widrigkeiten war man sich im Verein schnell einig, das Turnier trotz aller Beschränkungen durchzuziehen. "Wir hatten letztes Jahr das erste Mal die Möglichkeit, ein 3x3-Qualifikationsturnier durchzuführen. Wir wollten daher auch in diesem Jahr die Chance nutzen, da wir unsicher waren, bei einer Absage noch mal als Standort für so ein Turnier bestimmt zu werden", sagte Liebich.

Zugelassen waren in der Sporthalle der Licher-Dietrich-Bonhoeffer-Schule 100 Menschen. Eigentlich hätten sogar 250 Zuschauer in der Halle Platz gefunden, "aber wir haben gesagt, wir probieren das erst mal mit 100 pro Tag, um zu sehen, wie das funktioniert", sagte Liebich. Zuschauern und Sportlern wurde jeweils ein Tribünenblock zur Verfügung gestellt, der mittels Absperrband und 1,5 Metern Abstand geteilt wurde.

Vier Ausgangstüren ins Freie, drei Zugangstüren zu den Kabinengängen und von dort ins Freie und eine Zugangstür in das Eingangsfoyer mussten die Organisatoren unter Kontrolle haben. Zusätzlich mussten Regelungen für den Kabinentrakt, die Besuchertoiletten und den Bistrobereich gefunden werden. Es war genau geregelt, wer die Sportstätte über welchen der drei Zugänge betreten und verlassen durfte.

Gleiches galt für die Sanitäranlagen, wo Sportler und Schiedsrichter ebenso getrennt wurden wie die Zuschauer. Hier musste die Veranstaltungsleitung regelmäßig überprüfen, ob Seife, Papier-Einmalhandtücher und Desinfektionsmittel vorhanden war.

Das Teilnehmerfeld war je Tag auf maximal 24 Teams beschränkt, wobei jedes Team aus maximal fünf Personen bestehen durfte. Zusammen mit Schiedsrichtern, Turnierleitung, Kampfgericht, Veranstaltungsleitung und -aufsicht und dem Verkaufsbereich befanden sich maximal 144 aktive Personen in der Halle.

Boden professionell gereinigt

Vor Spielbeginn und unmittelbar nach Spielende mussten sich die Spieler und Refs die Hände waschen und desinfizieren, der Spielball wurde nach Spielende gereinigt. Zudem wurde der Hallenboden nach den Wettkampftagen mit einer professionellen Reinigungsmaschine gereinigt und die Sanitäranlagen und Umkleidebereiche desinfiziert.

Der Zutritt war für maximal 100 Zuschauer möglich. Die genaue Zahl war auch davon abhängig, wie sich die Zusammensetzung der Zuschauergruppen gestaltete, wie z. B. Gruppen bis zehn Personen oder Bewohner eines Hausstandes. Die Überwachung fand im Rahmen eines Online-Anmeldeverfahrens statt. Vor Betreten der Halle mussten sich die Zuschauer bei der Turnierleitung anmelden, von der ihnen der Sitzplatz zugewiesen wurde.

"Da Basketball ein Vollkontaktsport ist, lag die Schwierigkeit darin, dass wir eine kontaminierte und eine Zuschauergruppe in der Halle hatten. Die Sportler wissen, auf was sie sich einlassen, das mussten sie auch unterschreiben, daher ging es vor allem darum, die Zuschauer abzutrennen." Als Begegnungszone durfte nur der Außenbereich herhalten.

Im Herren-Finale siegte das Team "in it 2 win it" um den Ex-Licher Marian Schick deutlich gegen die "International Homies" um den früheren Licher Spieler Johannes Schläfer und sicherte sich das Ticket für die nächste Runde. Im Damen-Finale siegte das Nationalmannschafts-Team "Golden Eagles".

Bei der männlichen U18 musste sich das heimische Team "Schiwidu" um Gregor Gümbel im Finale gegen die "Hessen Funkel" geschlagen geben. Die "Greenhill Hessengirls" um Linn Villwock und Janna Dauer aus Grünberg setzten sich im Finale der weiblichen U 18 gegen "Marburg" durch.

Der Kontakt zu anderen Vereinen, die vom Licher Konzept profitieren könnten, ist bereits hergestellt. "Die Fragestellung ist zum Beispiel beim Handball identisch wie unsere am Wochenende", so Liebich. Es gehe vor allem um den Ein- und Ausgangsprozess und um den An- und Abreiseprozess. Bei kleinen Vereinen und Veranstaltungen wie am Wochenende sei dies kaum ein Thema, sagt Liebich.

Für den heimischen Vereinssport ist das Konzept von Lich Basketball ein Vorreiter, wie der zum Beispiel im Handball für Mitte September geplante Saisonstart tatsächlich mit Zuschauern gelingen könnte.

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