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Letzter Auftritt in Bad Nauheim: Richie Mueller (l.) von den Kassel Huskies hat sich mit den Roten Teufeln (hier gegen Jared Gomes am 26. Dezember 2019) unzählige Duelle geliefert. Nun ist seine Karriere beendet FOTO: CHUC

Richie Mueller beendet Karriere

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(gs/pm). Nach 16 Profjahren, 1093 Spielen und 626 Toren ist Schluss; Richard Mueller beendet seine ebenso lange wie erfolgreiche Karriere als Eishockeyspieler. Das ist zwei Wochen vor seinem 38. Geburtstag keine Sensation, dennoch kommt der Rückzug nun unerwartet. Schließlich präsentierte sich der Deutschkanadier auch in seinen beiden letzten Saisonen bei den Kassel Huskies immer noch als treffsicherer Stürmer.

"Damit hätte ich vor einem Jahr auch nicht gerechnet", gesteht Mueller. "Aber inzwischen habe ich viel nachgedacht, und mein Entschluss ist über längere Zeit gereift. Es ist an der Zeit jetzt." Sind die Knöchelverletzung zuletzt und die Gehirnerschütterung der Grund, dass er aufhören muss? "Nein, solche Sachen können jeden Spieler erwischen. Inzwischen bin ich ja fast wieder schmerzfrei und kann dankbar sein, dass ich so lange fit geblieben bin."

Nein, es ist eine gute berufliche Chance, die seinen Seitenwechsel forciert. "Ich kann in der Agentur bei Sebastian Müller mitarbeiten. Sie ist spezialisiert auf den Vertrieb von Kinowerbung und die Akquise von Sportsponsoring, betreut auch Profisportler", erläutert Mueller. Dass Richie mit Ehefrau Erica und Sohn Nathan (6) in Lohfelden wohnen bleibt, stimmt alle in der Familie froh. "Mein Sohn spielt ja bei der Eishockey-Jugend. Und wenn sie dort mögen, bringe ich mich gern in die Nachwuchsarbeit ein."

Lernen können die Talente sicher eine Menge von ihm. Flink, schnell und listig, mit filigran-präzisem Abschluss aus dem Handgelenk und perfektem Direktschuss vom linken Bullykreis: So eroberte der Flügelstürmer bei den zehn Stationen allein hierzulande (u. a. Eisbären Berlin und Löwen Frankfurt) die Herzen der Fans. Auch in Kassel.

Dabei lief es für Mueller hier nicht immer rund. Als er das erste Mal bei den Huskies anheuerte, 2010, da wurde es nix mit DEL-Spielen. Denn nach langem Rechtsstreit wurden die Kasseler aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Oberhaus verbannt.

2018 dann, diesmal war der SC Riessersee als sein Arbeitgeber finanziell am Ende, folgte der zweite Versuch in Kassel. Als Mueller angeblich in Frankfurt im Wort stand, aber das bessere Angebot der Huskies vorzog. Und jetzt - das Ende der Karriere. Freiwillig. Und so sagt er: "Natürlich war das 2010 blöd, weil wir eine richtig starke Truppe waren. Aber insgesamt bin ich froh über die tolle Zeit in Kassel."

McKnight bleibt

Eine zweite Heimat hat auch Matt McKnight in Bietigheim gefunden. Im Gegensatz zu Mueller hängt der 35-jährige Kanadier noch ein Jahr bei den Steelers dran. Nach René Schoofs ist McKnight, der in sein achtes Jahr im Ellental gehen wird, der dienstälteste aktive Spieler des Zweitligisten. Seit seinem Wechsel 2013 von den Lausitzer Füchsen kommt der Center auf 171 Tore und 355 Assists in 406 Spielen. Der DEL 2-Spieler des Jahres 2019 gewann mit den Steelers 2015 und 2018 die Meisterschaft.

Zeiter coacht Falken

Unterdessen haben die Heilbronner Falken mit Michel Zeiter einen neuen Headcoach gefunden. Der 46-jährige Schweizer tritt die Nachfolge von Alexander Melitzer an, der seinerseits beim schweizerischen Klub SCL Tigers aus Langnau die U 20 übernimmt. Neben 123 Einsätzen und sechs Weltmeisterschaften im Trikot der Schweizer Nationalmannschaft kann der zweifache Familienvater auch 838 Spiele in der ersten Schweizer Liga vorweisen, mit den ZSC Lions (Zürich) feierte er zwei Meistertitel. In den vergangen vier Spielzeiten war Zeiter beim EHC Winterthur in einer Doppelfunktion als Cheftrainer und Sportchef aktiv.

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