+
In der Inlinerhalle in Assenheim hat Skaterhockey derzeit Zwangspause.

Skaterhockey

Rhein-Main Patriots: Hier muss bald wieder was ins Rollen kommen

  • schließen

Die Skaterhockey-Saison stand in den Startlöchern. Nun stauben auch die Inliner an, und die Rhein-Main Patriots aus Assenheim stehen vor ungewissen Wochen. Für den kleinen Verein wird es langsam aber sicher existenziell, dass der Spielbetrieb wieder ins Rollen kommt.

Er sagt es recht nüchtern, doch es schwingt eine gehörige Portion Angst und Ungewissheit mit: "Bis Ende Juli halten wir noch durch, aber dann geht uns die Luft aus", sagt Patric Pfannmüller. Sportlicher Leiter der Rhein-Main Patriots. An Skaterhockey ist logischerweise derzeit nicht zu denken, und dennoch unterscheidet sich die Situation des Vereins in der Coronavirus-Krise massiv vom Rest der Wetterau. Der ganze Stolz des Vereins, die eigene Halle in Assenheim, hängt nun wie ein tonnenschwerer Klotz im Genick.

"Die Kosten laufen natürlich alle weiter - Betriebskosten, Zinsen und Tilgungen", sagt Pfannmüller. Monatlich bis 40 000 Euro stehen auf der Ausgabenseite, die Einnahmenseite ist derzeit aber nahezu blank. Immerhin könne man die Tilgungen stunden, aber die Kosten für Strom, Wasser oder die Versicherung für das vereinseigene Fahrzeug würden natürlich weiterlaufen, sagt Pfannmüller. "Unseren Verein gibt es auch erst seit 22 Jahren, viele Rücklagen haben wir also nicht bilden können", sagt Pfannmüller.

Rhein-Main Patriots starten Crowdfunding-Aktion

Über die Crowdfunding-Aktion "#gemeinsamfuerdensport" auf sportdeutschland.tv, einer Plattform des Deutschen Olympischen Sportbundes, werben die Patriots um Spenden. Bislang sind dort 118 Euro zusammengekommen. "Als Randsportart hat man es natürlich schwer, Geldgeber zu finden", sagt Pfannmüller, umso mehr ist man über jede noch so kleine Unterstützung dankbar.

Pfannmüller hat in den vergangenen Wochen viel telefoniert, sich Rat eingeholt und Möglichkeiten ausgelotet. Die eigene Halle, die zur Einnahmengenerierung auch vermietet wird, macht dem gemeinnützigen Verein das Leben auch auf den Antragsformularen nicht leicht. Die Anlage zu besitzen, auf der gespielt und trainiert wird, ist für jeden Sportverein ein Stück Luxus und Unabhängigkeit. In Zeiten der derzeitigen Krise, die so kaum einer für möglich gehalten hatte, ist es eine extrem hohe Hypothek.

Ein Lichtblick für den Verein wäre die Soforthilfe des Landes Hessen, die unter anderem Sportvereinen bis zu 10 000 Euro als Unterstützung verspricht. Denn auch die Sponsoren seien derzeit logischerweise zurückhaltend, sagt Pfannmüller, zumal nicht klar sei, ob und ab wann in diesem Jahr noch Skaterhockey gespielt wird und die Sponsoren bei Heimspielen der Zweitliga-Herren, dem Aushängeschild des Vereins, ihre Präsenz bekommen.

Bis zum 27. Juni ist der Spielbetrieb bundesweit ausgesetzt, in der Südstaffel der zweiten Liga sind Anfang März noch drei Spiele über die Bühne gegangen, allerdings ohne Beteiligung der Rhein-Main Patriots. "Der Plan sieht vor, ab Juli eine verkürzte Saison zu spielen, die kurz vor Weihnachten endet", sagt Pfannmüller. Anfang August wäre der späteste Termin, um ein solches Szenario durchzuführen. Über den Jahreswechsel hinaus soll die Spielzeit auf keinen Fall gehen, sonst würden zwei Saisons pulverisiert werden, heißt es. "Am Montag wird in einer Konferenz der Landesfachwarte beraten, wie es weitergehen könnte. Aber wir sind natürlich auch abhängig von den Entscheidungen der Politik", sagt Pfannmüller, der bei der Konferenz den hessischen Verband vertritt.

Rhein-Main Patriots sportlich ambitioniert

Sollte die Saison 2020 dem Coronavirus zum Opfer fallen, würden bereits gekaufte Dauerkarten ihre Gültigkeit für das kommende Jahr behalten. Ebenso verhält es sich mit bereits bestätigten Anmeldungen für die Inliner-Laufschule, sobald diese ihren Betrieb wiederaufnimmt. Aus sportlicher Sicht hatten sich die Assenheimer einiges für dieses Jahr vorgenommen. Nach dem Rückzug der Kassel Wizards haben gleich acht Spieler aus Nordhessen ihre Zusage den Wetterauern gegeben, "nach zwei bescheidenen Spielzeiten hatten wir uns viel ausgerechnet", sagt Pfannmüller. Allerdings sei die Vereinbarung mit den Kasselanern auf zwei Jahre angelegt, und "keine Eintagsfliege", wie Pfannmüller betont.

Derzeit würden die Spieler im Rahmen der Möglichkeiten sich mit Einzeltraining fit halten, erzählt Pfannmüller. Die Hoffnung, dass in zwei Monaten die Inliner angeschnallt werden dürfen, um auf der blauen Spielfläche in Assenheim sportlich in die Saison zu starten, schwingt in jedem Satz mit. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich immer zuletzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare