So genießt man Siege: Wetzlars (Rekord-) Trainer Kai Wandschneider. FOTO: VOGLER
+
So genießt man Siege: Wetzlars (Rekord-) Trainer Kai Wandschneider. FOTO: VOGLER

Rekord-Abschiedstournee

  • Ralf Waldschmidt
    vonRalf Waldschmidt
    schließen

(ra). Der HSG Wetzlar ist in der Ära Kai Wandschneider/Jasmin Camdzic weiterhin alles zuzutrauen. Von Spielzeit zu Spielzeit purzeln die Rekorde. Das 29:11 (13:6) nach einem 0:3-Fehlstart gegen die Eulen Ludwigshafen am Donnerstag war ein weiterer Beleg. Mit 10:6 Punkten gehen die Mittelhessen als Tabellenfünfter nunmehr in die coronabedingt für Sonntag neu angesetzte Partie bei Altmeister Frisch Auf Göppingen (16 Uhr, live auf Sky). Die Wetzlarer Erstliga-Bilanz gegen die Göppinger ist leicht positiv, auch die Festung "Hölle Süd" konnte schon dreimal genommen werden: mit 27:23 im November 2012, mit 29:28 im November 2015, mit 24:22 im Mai 2019 - allesamt in der Wandschneider/Camdzic-Epoche.

Der Donnerstag-Spieltag:Die Art und Weise, wie die anfangs übereifrigen Wetzlarer mit dem 4:4 (18.) das Heft an sich und mit dem Holst-6:4 (20.) über das Pausen-13:6 das Ruder herumrissen, war beeindruckend. Die offensive 5:1-/6:0-Deckungen der Eulen wurde nach allen Regeln der Konzepte-Kunst auseinandergenommen, vor der eigenen kompakt-beweglichen 6:0-Formation kreuzten sich die eher blutleeren als blutjungen Matschke-Schützlinge von Minute zu Minute ratloser einen Wolf. "Meine Mannschaft hat das voll durchgezogen", war Kai Wandschneider selbst davon überrascht, dass es die Cavor und Co. in Anbetracht des Doppelspieltages am Ende nicht ruhiger angehen ließen. Wenn der historische Triumph über Meister THW Kiel bereits als Zeichen für den Coach zu werten war, so war dieses 29:11 ein weiteres eindeutiges Statement von ihr auf einer bislang schon denkwürdigen Abschiedstournee.

Sonntag-Gastgeber hat nach eigentlich dreiwöchiger Nationalmanschafts- und Corona-Pause bei der HSG Nordhorn-Lingen unerwartet schnell in den Rhythmus gefunden und mit dem 29:20-Auswärtserfolg die gute Form der ersten Saisonwochen bestätigt.

Der Vergleich:Für die runderneuerte HSG Wetzlar war die zweite Halbzeit bis auf die Phase in 4:6-Unterzahl, die Ludwigshafen allein zur Ergebniskorrektur verhalf, ein einzigartige Schaulaufen. In der Endphase schickte Trainer Kai Wandschneider mit Henningsson, Srsen, Weissgerber, Mellegard, Fredriksen und Gempp seine komplette zweite Garde auf Weiter- und Fortbildung.

Bei Frisch Auf haben die Neuzugänge voll eingeschlagen. Der Isländer Janus Samarson dirigiert, der Däne Tobias Ellebaek und Jung-Nationalspieler Sebastian Heymann (nach langer Verletzung) ergänzen sich auf Halblinks bestens, am Kreis trifft de Ex-Berliner Kresimir Kozina und hält hinten zudem die Abwehr zusammen. Trainer Hartmut Meyerhoffer hat das Göppinger Team nach einigen mageren Jahren wieder in Tritt gebracht. Die Wirtschaftskraft des neuen Hauptsponsor Teamviewer dürfte Sportchef Christian Schöne für die Zukunft weiteren Handlungsspielraum geben.

Nach der Sonntag-Partie bei den Schwaben geht es für die Mittelhessen bereits am kommenden Donnerstag wieder gen Süden. Dann ist die HSG Wetzlar um 19 Uhr bei den Rhein-Neckar Löwen in Mannheim zu Gast.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare