Reizvoller Start für die Löwen Frankfurt

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(mka). Unter normalen Umständen hätte die neue Eiszeit bereits begonnen, vor einer Woche schon. Den Termin für den Rundenstart in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys haben die Clubs wegen der Corona-Pandemie und ihrer Folgen bereits zweimal verlegt, nun aber beschlossen, den Neuanfang nicht noch einmal hinauszuschieben: Bei einer Videokonferenz verabredeten die Gesellschafter, am 6. November festzuhalten - und die Terminplaner der DEL 2 haben sich zumindest für Fans der Frankfurter Löwen und der Kassel Huskies ein reizvolles Auftaktprogramm nach dann acht Monaten Pause ausgedacht: Gleich am ersten Abend kommt es, sofern die weitere Virusentwicklung nicht dagegenspricht, zum Aufeinandertreffen der alten Hessenrivalen, Schwergewichte ihrer Klasse, wie üblich Meisterschafts- und damit neuerdings auch wieder Aufstiegsanwärter.

"Wir sehen die Notwendigkeit für die DEL2, wieder in den Spielbetrieb einzusteigen, und freuen uns natürlich auch darauf, endlich wieder spielen zu dürfen", erklären die Gesellschafter Stefan Krämer und Andreas Stracke, auch eingedenk des zehnten Löwen-Jahres seit Insolvenz und Wiederbeginn 2010: "Schließlich gehen wir in unsere Jubiläumssaison, welche mit dem erstmals ausgespielten Aufstieg auch eine ganz besondere sportliche Brisanz mit sich bringt."

Gut möglich, dass es dabei ebenfalls auf ein Duell zwischen Frankfurt und Kassel hinausläuft: Für die einzig dem Meister vorbehaltene Möglichkeit, wieder in die erstklassige DEL aufzusteigen, haben sich sonst nur die Bietigheim Steelers beworben, die erst im Nachgang und unter wirtschaftlichen Auflagen die Lizenz für die zweite Klasse erhielten.

Angaben zur Auslastung der einzelnen Hallen und damit verbundene Ticketfragen konnten die DEL 2-Gesellschafter noch nicht machen. In der vorigen Woche hatten sich die Bundesländer darauf geeinigt, grundsätzlich wieder 20 Prozent des maximalen Zuschauervermögens zuzulassen, abhängig vom lokalen Infektionsgeschehen und vorläufig in einer Art Probebetrieb bis Ende Oktober. Dann soll über dauerhafte Regelungen und möglicherweise weitere Öffnungen beschlossen werden.

Die Eishockeyclubs hoffen darauf, weil sie - anders als der Fußball - stark von Zuschauereinnahmen abhängig sind und bei der 20-Prozent-Marke weit von einem wirtschaftlich tragbaren Betrieb entfernt sind. In Frankfurt, wo man mit Abstand die meisten Besucher zählt, ist die Situation besonders speziell. "Wir sind der Club in der Liga, welcher am meisten unter den Zuschauerreduzierungen leiden wird", betonten die Löwen-Gesellschafter Krämer und Stracke. In der im März wegen der Corona-Entwicklung vor den Playoffs abgebrochenen Saison 2019/2020 kamen im Schnitt 4829 Zuschauer zu Heimspielen des Hauptrundensiegers. Diese Kapazität werde zum Saisonstart, so Krämer und Stracke, bei Weitem nicht zur Verfügung stehen. Die Eissporthalle am Ratsweg fasst 6770 Zuschauer - 20 Prozent davon wären 1354.

Inwiefern die Löwen Zuschüsse für entgangene Ticket-Einnahmen in Anspruch nehmen können, ist noch ungewiss. Für die vom Bund zunächst für den Zeitraum April bis Dezember in Aussicht gestellte Überbrückungshilfe etwa hat man Unterlagen eingereicht, bei den Rahmenbedingungen indes bleiben für wohl alle Profisportvereine Fragen.

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