Eishockey

Ravensburg feiert DEL2-Titel nach Sieg gegen Löwen Frankfurt

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Die Ravensburg Towerstars sind Meister der Deutschen Eishockey-Liga 2. Im sechsten Finalspiel konnte der entscheidende vierte Sieg gegen die Löwen Frankfurt gefeiert werden.

Mit gesenkten Häuptern schlitterten die Frankfurter Löwen zu ihrer Ehrung. Was nun erst einmal weniger damit zu tun hatte, dass sie es demjenigen, der ihnen die Medaillen um den Hals hängte, leichter machen wollten, sondern vor allem an der Enttäuschung darüber lag, dass die Plaketten nicht ganz die richtige Farbe hatten: Sie glänzten silbern, da hatte man bis zum frühen Sonntagabend noch auf anderes gehofft. Am Ende blieb den Löwen aber nur die Rolle als Gäste auf der Ravensburger Meisterfeier: Das sechste Finalspiel bei den Towerstars hatten sie mit 1:5 (0:2, 0:1, 1:2), die ganze Serie so mit 2:4 Siegen – und mussten so tapfer zuschauen, wie diese ihre große DEL-2-Titelsause starteten.

"Wir hatten heute wenig Chancen. Ravensburg war klar besser. Wenn sie in einen Spielrausch kommen, sind sie schwer zu stoppen", urteilte der Frankfurter Sportdirektor Franz Fritzmeier: "Wir waren heute nicht gut genug, sie waren sehr gut." Die Spieler haderten selbst schwer damit, viele streiften ihre Silbermedaillen gleich wieder vom Hals. Bei aller Ernüchterung über diesen letzten Auftritt überwog rund um die Löwen aber schon bald die Zufriedenheit über eine insgesamt sehr beachtliche Eiszeit, das sahen wohl auch die vielen mitgereisten Anhänger so: Während die Gastgeber ihren zweiten Titel in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys nach 2011 mit Bierduschen und anderen üblichen Ritualen begingen, der frühere Frankfurter Meistermacher Rich Chernomaz nun als Ravensburger Titel-Trainer vor lauter Freude gar einen Bauchplatscher aufs Eis hinlegte, verabschiedeten sie ihre Löwen jedenfalls mit viel Applaus in die Sommerpause.

Eigentlich hatte diese ja erst am Dienstagabend beginnen sollen. Nun wird es dann ab 19 Uhr noch eine Saisonabschlussfeier in der Festhalle Hausmann auf der Dippemess‹ geben. Lieber freilich hätten alle Löwen dann noch ein siebtes, entscheidendes Spiel ein paar Meter weiter in der Eissporthalle am Ratsweg bestritten. "Wir haben fest daran geglaubt, dass wir die Serie noch drehen können und sind tief enttäuscht, dass das so geendet ist", berichtete Kapitän Adam Mitchell: "Wir wollten noch einmal alles reinwerfen. Aber wir haben uns von Anfang an zu viele Strafen eingehandelt. Da hat Ravensburg das Momentum bekommen, und wir sind nicht mehr ins Rollen gekommen, das ist sehr ärgerlich."

Tatsächlich war dieses sechste Spiel der Finalserie eine eindeutige Angelegenheit mit einem verdienten Sieger: Mit gleich drei Toren in der 5., 42. und 43. Minute sorgte vor allem David Zucker für den Erfolg der Oberschwaben, für die auch Robbie Czarnik (14.) und Andreas Driendl (36.) trafen. Der Frankfurter Ehrentreffer durch Eddie Lewandowski (57.) hatte da keine allzu große Bedeutung mehr.

Die Endspielrunde hatten die Löwen indes gewiss nicht an diesem Sonntag in Ravensburg verloren. Knackpunkt der Serie war das Ostermontagsdrama mit dem unglücklichen Ende für die Frankfurter, denen in diesem dritten Spiel ein 4:0-Vorsprung aus den Händen geglitten war. Womöglich dachte auch Stefan Krämer vor allem daran, als er davon sprach, dass "für unsere junge Mannschaft das Finale sehr lehrreich war". Dass der letzte Schritt zum zweiten DEL-2-Titel nach 2017 nicht glückte, änderte nichts am Stolz des geschäftsführenden Löwen-Gesellschafters auf die Leistung der Mannschaft und die Sportliche Leitung in den vergangenen Monaten. "Wir haben Großes vor und wollen bereit sein, wenn der Aufstieg möglich ist", betonte Krämer.

2021 öffnen sich wieder die Tür in die DEL 2, dann wollen die Löwen zur Stelle sein – und selbst feiern, daran wird schon jetzt gearbeitet "Wenn wir paar Tagen auf die Saison zurückblicken, können wir unheimlich stolz sein. Wie schnell diese junge Mannschaft zusammengewachsen ist und was sie geleistet hat, ist großartig", meinte Kapitän Mitchell und blickte trotz aller erster Enttäuschung bald nach der letzten Sirene in Ravensburg schon voraus: "Da kann man sich auf die nächste Saison freuen."

Markus Katzenbach

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