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Vielseitig: Der Gießener Physiotherapeut Lukas Lai hat das Buch "Basketball Performance Training" geschrieben. FOTO: PRIVAT

Ratgeber für jeden Basketballer

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Lukas Lai wollte schon immer ein Buch über Athletiktraining und Rehabilitation für leistungsorientierte Basketballer verfassen. Seit Kurzem ist "Basketball Performance Training" auf dem Markt. Dem Physiotherapeuten und Athletiktrainer von Bundesligist Gießen 46ers ist damit ein in vielerlei Hinsicht hilfreicher Ratgeber gelungen.

Gießens Ex-Trainer Denis Wucherer kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. "›Basketball Performance Training‹ ist ein Muss. Dein Begleiter. Dein persönlicher Coach. Dein Wegweiser. In jeder Situation, zu jeder Zeit. Ob während der Saison, danach oder vor der nächsten." Das sagt Wucherer in seinem Vorwort von Lais 147 Seiten umfassenden Werk.

Der 123-fache Nationalspieler und EM-Silbermedaillengewinner von 2005 muss es wissen. Wucherer hat als Spieler alles erlebt und in seiner erfolgreichen Tätigkeit als Erstliga-Trainer in Gießen von 2013 bis 2017 ganz eng mit Lai zusammengearbeitet. "In gemeinsamer Arbeit haben wir in vier Jahren das kränkelnde Traditionsteam der Gießen 46ers zurück in die Erstklassigkeit geführt und dort etabliert. Wir haben regelmäßig Grenzen verschoben und waren immer nah dran, aus Spielern und Team das Maximale herauszuholen", führt der 46-Jährige aus. Aktuell trainiert Wucherer den Bundesligisten aus Würzburg.

Wahrlich gebührt Lai ein großer Anteil am damaligen Erfolg der 46ers. Der 34-Jährige findet im täglichen Training eine gute Mischung aus basketballspezifischem Athletiktraining, Gewichte stemmen, individuellen Workouts und klassischem Mannschaftstraining. Er stellt den Übungsprozess mithilfe eines regelmäßigen Monitorings optimal zusammen. Seine nun veröffentliche Abhandlung gibt Tipps, wie man seine Performance als Basketball-Athlet steigern kann, aber auch wie wichtig Regeneration ist und wie man gestärkt von einer Verletzung zurückkehrt. Das Druckwerk von Lukas Lai richtet sich an alle Basketballer, Athleten und Trainer.

"Das Buch ist nicht nur an die adressiert, die hoch professionell arbeiten, sondern auch an die Basketball-Normalos. Die vorgestellten langfristigen Trainingsstrategien und konkreten Übungsanleitungen helfen dabei", konstatiert der Autor selbst.

Wie kam es dazu, dass der studierte Physiotherapeut Lai unbedingt ein Buch schreiben wollte? "Das war schon immer mein Wunsch gewesen", erklärt er. Schon frühzeitig in seiner Tätigkeit sammelte er Daten, die ihm einen großen Fundus offerierten und die ihm letztlich zugutekamen. 2018 im Winter kam der Verlag Pflaum auf ihn zu. Das in München ansässige Unternehmen kannte Lai aus Beiträgen in den von ihnen verlegten Fachzeitschriften. "Sie wollten ihr Buchprojekt pushen. Da haben sie bei mir angefragt", erzählt Lai, der seit 2015 eine eigene Praxis im Gießener Asterweg hat. Nach rund zehn Monaten hatte Lai bereits seinen Text fertig. "Das Schreiben ist mir leicht von der Hand gegangen. Oft habe ich im 46ers-Mannschaftsbus geschrieben oder im Sommer bei der U 20-Nationalmannschaft.

Die Aufhänger der Kapitel sprechen den Leser direkt an. Teilweise plaudere ich da aus dem Nähkästchen. Dies textlich zu verfassen, war für mich kein Problem, da ich ganz engen Kontakt zu den Spielern hatte und nicht am Schreibtisch saß."

Es verging aber noch eine Weile, bis dann das Buch letztlich am 14. Februar dieses Jahres in den Handel ging, da noch Anschauungsmaterial produziert werden musste. Wie zum Beispiel das Foto-shooting mit den beiden aktuellen 46ers-Profis Brandon Thomas und Leon Okpara, die zusammen mit Lai die Übungen bildlich illustrieren.

Die beiden Probanden hat Lai übrigens bewusst ausgewählt. Thomas wäre einer - neben dem Ex-46ers-Spieler Björn Schoo -, der ständig nachdenke, wie man seine Leistung steigern könne. "Er macht sich Gedanken über Ernährung, über Schlaf und hat dabei schon ganz verrückte Sachen ausprobiert, wie in einem Sauerstoffzelt zu schlafen", erzählt Lai, der aber auch persönlich einen besonderen Draht zu dem 35-jährigen Allrounder hat. Den hat Lai auch zum 22-jährigen Okpara. "Leon ist das Fragemonster. Auf jeder Auswärtsfahrt setzt er sich neben dich und löchert dich mit Fragen über Fitness. Und er ist wie Brandon natürlich auch ein feiner Kerl."

Das Wort Performance wollte Lai unbedingt im Titel haben: "Im Basketball spricht man auch oft von Performance. Und ich habe kein gutes deutsches Wort dafür gefunden, was dem gleichkommt." Besonderen Spaß hat ihm die persönliche Note des Buches bereitet. "Ich konnte aus meiner eigenen Erfahrung heraus schreiben, aus meinem eigenen Bezug zum Basketball und Athletiktraining."

Ab der ersten Zeile kommt Lais hohe Affinität zum Basketball und seine enorme Kompetenz deutlich zutage. Fazit: Wucherer hat mit seiner Würdigung nicht übertrieben.

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