Ralf Hägele führt TG Friedberg zum Cup-Erfolg

(mer) Zum inoffiziellen "Mister Silvesterturnier" wurde am Samstagabend Torwart Ralf Hägele von der TG Friedberg gekürt. Mit einer starken Leistung beim Final-19:10 gegen seinen Heimatverein TSV Södel verhalf er seinem neuen Klub zum "Pokal der Fahrschule Kipp". Da Hägele bereits in der Vergangenheit in den Reihen der TSG Ober-Eschbach und des TV Petterweil mehrfach erfolgreich das Traditionsturnier beenden konnte, "adelte" ihn das Friedberger Urgestein Thomas "Lego" Keck mit der Aussage: "Wer Hägele hat, holt den Cup. Wer den Pokal gewinnen will, muss ihn verpflichten." Den dritten Platz sicherte sich die SU Nieder-Florstadt mit einem 18:14-Erfolg gegen die HSG Winterthur.

Wie am Freitag verfolgten über 200 Zuschauer das Geschehen in der Sporthalle am Seebach und bekamen guten Handballsport geboten. "Wir sind rundum zufrieden", lobte Friedbergs Abteilungsleiter "Pit" Schubert Resonanz und Niveau der Veranstaltung, die am Samstag noch einmal sechs Vorrundenpartien und die beiden Platzierungsspiele bot. Die 14 Partien über jeweils 30 Minuten an zwei Tagen liefen überwiegend sehr fair ab, so dass die fünf Schiedsrichter-Gespanne Eller/Hergl, Schindler/Trawiel, Reinhard/ Spörl, Schäfer/Schäfer und Lambmann/Trawiel mit wenigen Strafen auskamen. Bester Torschütze des Turniers war Linkshänder Markus Sturm von der HSG Anspach/Usingen mit 20 Toren, als bester Torwart wurde Christian Langer von der HSG Mörlen ausgezeichnet. - Nachfolgend die Partien vom zweiten Turniertag:

HSG Anspach/Usingen - TG Friedberg 12:19 (5:9): Die TG machte kurzen Prozess und zog über 4:0 auf 8:1 davon. Zur Pause konnte der Landesligist auf 5:9 verkürzen. Nach dem 10:7 erhöhte Friedberg auf 13:7, was der Vorentscheidung gleichkam. Mit dem klaren 19:12-Erfolg zogen die Gastgeber souverän ins Endspiel ein. Bester Werfer der HSG war Sturm mit sechs Toren. Für Friedberg trafen Mahr (5), Glaub (3), Kahabka (2), Dietzel (2), Schäfer (2), Lebeau (2), Führ (1), Rosenschon (1) und Kammel (1).

HSG Winterthur - HSG Münzenberg/Gambach 17:22 (9:12): Die Wetterauer setzten sich auf 6:2 ab und behaupteten auch zur Pause eine 12:9-Führung. Die Schweizer kämpften sich bis auf 12:13 heran, gerieten aber wieder ins Hintertreffen. Als die Münzenberger aus dem 19:16 ein 21:16 gemacht hatten, war die Partie entschieden. Der Ex-Nordhorner Stahl (5) traf für die Schweizer am besten, für die HSG waren Timo Metzger (6), Ratz (5), Merlin Metzger (3), Zeiß (2), Häuser (2), Walter (2), Felix Großmann (1) und Brauburger (1) erfolgreich.

HSG Anspach/Usingen - WSV Oppershofen 21:19 (8:10): Der WSV zeigte seine beste Turnierleistung. Beim 6:5 lag erstmals Oppershofen vorne, das auch zur Pause 10:8 führte. Beim 14:13 eroberte der Landesligist die Führung zurück, doch bis zum 19:18 blieb der WSV dran. Ein Doppelschlag zum 21:18 brachte dann die späte Entscheidung zugunsten der HSG. Bester Werfer der HSG war Linkshänder Sturm mit zehn Toren, Sehl und Kopp trafen je dreimal. Für den WSV waren Krausko (6), Jung (4), Roth (3), Merz (3), Bergemann (2) und Heller (1) erfolgreich.

HSG Winterthur - TSV Södel 18:11 (7:6): Einen starken Auftritt legten die Schweizer hin. Verlief die erste Hälfte noch sehr ausgeglichen (7:6), so legte die HSG Winterthur nach dem Seitenwechsel gleich drei Treffer zum 10:6 nach. Die Entscheidung fiel, als die Eidgenossen aus dem 12:9 ein 15:9 machten. Am Ende lagen beim 18:11 sogar sieben Treffer zwischen beiden Teams, was noch einmal für Spannung in Gruppe B sorgte. Misteli (8), Huwiler (4) und Stahl (3) trafen für die HSG am besten, die Södeler Treffer erzielten Boller (4), Semmelroth (3), Hofmann (2), Mager (1) und Matthias Böhland (1).

SU Nieder-Florstadt - HSG Anspach/Usingen 21:11: Eine klare Sache für die Sport-Union, die gegen die dezimierte HSG schnell für klare Verhältnisse sorgte (8:2). Bis zum 12:8 hielt der Landesligist noch halbwegs mit, doch beim 17:8 war die Partie entschieden, und Nieder-Florstadt hatte den Einzug ins kleine Finale geschafft. Am Ende betrug der Vorsprung sogar zehn Tore. Für die Sport-Union trafen Stübing (5), Braun (4), Wolf (3), Jochen Ruhrmann (2), Görg (2), Kaucher (2), Lehr (1), Odermatt (1) und Backes (1). Bester Werfer der HSG war Sturm mit vier Toren.

HSG Mörlen - HSG Winterthur 14:14 (11:6): Ein Zwischenspurt zum 10:5 deutete stark auf einen Mörlener Sieg hin, zumal es auch zur Pause 11:6 stand. Beim 11:10 war Winterthur wieder dran, beim 13:13 war der Ausgleich geschafft. Mörlens 14:13 konterte Winterthur zum 14:14. Winterthur zog zwar nicht ins Finale, aber aufgrund der besseren Tordifferenz ins Spiel um Platz drei ein, Mörlen schied dadurch aus. Für die Wetterauer trafen Ungerwetter und See (je 5), Christian Birkenstock und Dietz (je 2). Bester Werfer für die Schweizer waren Huwiler (6) und Misteli (4).

Vorrunde - Tabelle Gruppe A: 1. TG Friedberg 6:0 Punkte, 2. SU Nieder-Florstadt 4:2, 3. HSG Anspach/Usingen 2:4, 4. WSV Oppershofen 0:6.

Tabelle Gruppe B: 1. TSV Södel 4:2, 2. Winterthur 3:3, 3. HSG Mörlen 3:3, 4. HSG Münzenberg/Gambach 2:4.

Spiel um Platz drei

SU Nieder-Florstadt - HSG Winterthur 18:14 (9:6): Bis zum 7:6 ging es spannend zu, dann setzte sich die Sport-Union zur Pause auf 9:6 ab. Nieder-Florstadt erhöhte im zweiten Abschnitt auf 13:9, doch die Schweizer gaben nicht auf und waren beim 14:12 wieder dran. Das 16:13 war dann der entscheidende Schritt auf dem Weg zum verdienten 18:14-Sieg für die Wetterauer, deren Tore sich wie folgt aufteilten: Stübing (6), Kaucher (3), Odermatt (2), Braun (2), Jochen Ruhrmann (2), Wolf (1), Görg (1) und Lehr (1). Die besten Werfer der Schweizer waren Misteli (4) und Herzog (3).

Finale

TG Friedberg - TSV Södel 19:10 (12:3): Das Endspiel war eine einseitige Angelegenheit, da der überragende Keeper Ralf Hägele seinen Kasten "vernagelte" und Friedberg über das 4:0 auf 10:1 davonzog. Über den 12:3-Pausenstand und das 13:5 kamen die Friedberger zum 17:7 und am Ende zu einem hoch verdienten 19:10-Erfolg.

Friedbergs Tore teilten sich Glaub (4), Kautz (3), Mahr (3), Lebeau (2), Kammel (2), Schäfer (2), Rosenschon (2) und Kahabka (1), während für Södel Semmelroth (2), Witzenberger (2), Andreas Böhland (1), Hofmann (1), Ohly (1), Boller (1), Pommerening (1) und Tauchmann (1) trafen.

"Internationales Flair" sollte es laut Ankündigung verströmen, und in der Tat war das Team aus Winterthur in der Schweiz um den Ex-Friedberger Ingo Begner einmal mehr eine Bereicherung für das Teilnehmerfeld. Der frühere Friedberger Torwart Begner, den es beruflich schon vor Jahren in die Schweiz verschlagen hat, sorgte inzwischen zum fünften Mal dafür, dass "seine" Eidgenossen zum Jahreswechsel die Wetterauer Kreisstadt bereisen. Diesmal hatten die Schweizer mit Daniel Stahl sogar einen ehemaligen Bundesligaspieler (Nordhorn, Varel, Achim/Baden) dabei. Doch bei allem Ehrgeiz wird auch der Spaß großgeschrieben, so dass der älteste Akteur aus Winterthur bereits 47 Jahre alt ist. Markus Herzog wurde dafür sogar eine ganz spezielle Ehrung des Turnier-Veranstalters zuteil. "Wir reisen freitags mit dem Zug an, feiern abends im Jever Keller, spielen samstags das Turnier, feiern wieder, und am Sonntag geht es nach Hause", fassten die Schweizer Akteure ihren Wetterau-Trip zusammen.

In Abwesenheit von Turnier-Torschützenkönig Markus Sturm (Anspach/Us.) wurde der Schweizer Marcel Misteli mit 19 Treffern bei der Siegerehrung als "bester anwesender Werfer" ausgezeichnet.

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Titelverteidiger TV Petterweil fehlte , weil Spielmacher Martin Peschke am Samstag seinen 30. Geburtstag feierte. Die Nachfolge trat der Gastgeber an, dem nach dem Turnier um den "Kipp-Cup" gleich ein weiteres Highlight ins Haus steht. Am Samstag (18.30 Uhr) gastiert die HSG Münzenberg/Gambach (2.) zum Verfolgerduell der Bezirksoberliga bei der TG Friedberg (4.). (mer)

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