+
Meister der Kreisoberliga Friedberg: Im vierten Jahr nach seiner Gründung kann der FC Karben den Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt-West feiern.

Gruppenliga-Aufstieg

Quantensprünge und Baustellen bei Kreisoberliga-Meister FC Karben

  • schließen

Der FC Karben hat als Meister der Fußball-Kreisoberliga Quantensprünge hinter sich. Der Gruppenliga-Aufstieg zeigt aber auch Baustellen beim noch jungen Klub auf.

(Klein-)Karben ist zurück im überregionalen Fußball. Als FC. In der vierten Saison nach Vereinsgründung wird am Günter-Reutzel-Sportfeld, wo einst der KSV lange Jahre in der Ober- und Verbandsliga gespielt hatte, der Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt gefeiert. Ein Quantensprung ist dem FC Karben dabei auch abseits des Rasen gelungen.

FC Karben: Nach Patzer des Verfolgers ohne eigenes Zutun aufgestiegen

Erkan Gök hat mit seinen Toren den FC Karben maßgeblich zum Gruppenliga-Aufstieg geführt.

Jetzt wollen wir in der Gruppenliga vernünftigen Fußball spielen und uns etablieren. Für viele sind wir mit unserer Mannschaft eine Unbekannte. Das müssen wir uns zum Vorteil machen und nutzen", sagt Frank Lindner. Der frühere Torwart des KSV Klein-Karben ist heute Vorsitzender des FC Karben. Nach den Plätzen neun, zwei und vier hat Ex-Regionalligakicker Harez Habib als Spielertrainer den Klub in die Gruppenliga geführt. Vom 14. Spieltag an hatten die Karbener die Tabelle der Fußball-Kreisoberliga nahezu ununterbrochen angeführt; zuletzt mit dem SV Gronau als einzig ernstzunehmenden Konkurrenten im Titelkampf. Am vorletzten Spieltag sicherte sich der FCK Meisterschaft und Aufstieg. Am frühen Nachmittag - nach dem Sieg gegen den FV Bad Vilbel II - zog es einen Teil der Mannschaft nach Ober-Rosbach, wo der Verfolger Gronau patzte. Statt im Fußballtrikot wurde der Aufstieg in Straßenkleidung gefeiert. Eine Woche später ehrte Kreisfußballwart Thorsten Bastian die Mannschaft vor deren abschließendem Heimspiel, das in einer großen Party endete. "Das musste man Angst um unser Vereinsheim haben", sagt Lindner mit einem Augenzwinkern. Erst vier Wochen zuvor war das neue "Wohnzimmer" eröffnet worden. Lindner spricht von einem "Quantensprung". Die Mannschaft habe "endlich ein Zuhause außerhalb der Kabine".

FC Karben: Ex-Regionalligaspieler und Spielertrainer Harez Habib lenkt das Spiel von hinten

Die Mannschaft - das ist eine junge, nun schon über Jahren gewachsene Gruppe talentierter Kicker; vor zwei Jahren sicher auch aus Unerfahrenheit noch in der Relegation am Aufstieg gescheitert. Prunkstück ist die Offensive. 99 Treffer wurden in 30 Spielen erzielt. Erkan Gök ist mit 29 Toren vorangegangen. Mit Nouh El-Maimouni, der in dieser Saison lange Zeit verletzungsbedingt ausgefallen war, dürfte Gök künftig adäquate Unterstützung erhalten. Im Mittelfeld ziehen Jannik Jung und Sven Schnierle die Fäden. Moritz Feiler zählt dank seiner Dynamik zu den Aktivposten, und auch auf Thorsten Wellmann, der berufsbedingt nur selten dabei sein konnte, war immer Verlass. Auf den Außenbahnen ackern Tugay Kuzpinari und Mitat Bakanhan zuverlässig im Stile der berühmten Duracell-Häschen. Insbesondere Kuzpinari hat nahezu keine Trainingseinheit verpasst, in den vergangenen Monaten einen Sprung nach vorn gemacht und sich teamintern mittlerweile einen entsprechenden Status erarbeitet. Alternativ dazu spielt Hendrik Wolf einen unaufgeregten Part, konnte jederzeit einspringen. Von hinten heraus lenkt Habib, mittlerweile 37 Jahre alt, das Spiel. An seiner Seite: Taulant Balaj, der eine sehr starke Rückrunde spielte, Eigengewächs Moritz Albrecht und Ramil Taitchinov, der in der Winterpause kam, rasch integriert war und mit seiner Präsenz voranging. Rotation prägte den Kader auf der Torhüterposition, auf der Lukas Klein (hat Karben im Winter verlassen), Gökhan Cirak (kam im Winter), Robin Graf (lange verletzt) und Andreas Bartoschek zum Einsatz gekommen sind. Habib’s rechte Hand: Javi Otero, der Taktik und Spielvorbereitung verantwortet. Hand in Hand lief der Austausch mit Benny Kötter, dem Coach der zweiten Mannschaft.

Turbulentes Spiel vor Meisterfeier: Die besten Fotos vom 4:4 des FC Karben gegen den SV Teutonia Staden

 © Nici Merz
 © Nici Merz
 © Nici Merz
 © Nici Merz
 © Nici Merz
 © Nici Merz
 © Nici Merz

Richtungsweisend waren sicher die sechs Punkte aus den Spielen gegen den unmittelbaren Verfolger Gronau. Tiefpunkt war die 1:4-Niederlage gegen den SC Dortelweil II nach einer Führung. "Dieses Spiel, das kann man gar nicht erklären. Da hatten wir Glück, dass auch Gronau gepatzt hat", sagt Lindner, der auf Funktionärsebene insbesondere durch Mike Buxmann, Jürgen Stoppany und Norbert Knödler unterstützt wird.

FC Karben: Nun muss in Sachen Kabine und Jugendarbeit nachgebessert werden

Mit Lars Menzel, Tim Schütz (beide Ober-Wöllstadt) und Momo Dou Jallow (Dortelweil) stehen drei externe Neuzugänge bereits fest. Taitchinov (will aus zeitlichen Gründen keine Gruppenliga spielen), Serhat Bagriacik (altersbedingt) und Michel Albrecht (voraussichtlich Sportinvalide mit nur 22 Jahren) werden nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die nun größten Baustellen: zum einen die Schiedsrichterkabine, zum anderen die Nachwuchsarbeit. Für künftig drei Unparteiische werde man die Räumlichkeiten im beengten Kabinenenbereich etwas modifizieren müssen, zudem wolle man eine Jugendmannschaft melden, um die Vorgaben des Hessischen Fußball-Verbands erfüllen zu können. "Hierzu arbeiten wir mit dem Karbener SV Hand in Hand und werden ab Sommer für den Jahrgang 2013 eine Mannschaft melden. Die Zusammenarbeit mit deren Verantwortlichen läuft in allen Bereichen hervorragend."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare