Problemzone: Rebounds

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(gae/pm). Mit einer Acht-Mann-Rotation bis zum Schluss ebenbürtig. Hätte Trainer Ingo Freyer auf Luke Petrasek zurückgreifen können, wäre ein Sieg für die Gießen 46ers in Braunschweig möglich gewesen. Doch der 2,08-m-Schlaks hat sich eine Wirbelsäulenverletzung zugezogen und fällt länger aus. Eine personelle Veränderung steht ins Haus.

Wie lange der Powerforward, der sich langsam in der rauen Luft der Bundesliga akklimatisiert hat, pausieren muss, ist laut der medizinischen Abteilung, wie 46ers-Boss Heiko Schelberg gegenüber dieser Zeitung sagte, auf bis zu sechs Wochen beziffert worden. Die Verletzung ist plötzlich aufgetreten. Am Freitag gegen Mittag konnte sich der 24-jährige US-Amerikaner nicht mehr bewegen. Eine Kernspin-Untersuchung hat ergeben, dass er eine akut hoch schmerzhafte Wirbelsäulenerkrankung hat. Petrasek wird stationär behandelt.

Natürlich haben Cheftrainer Freyer und Schelberg schon die Fühler nach Ersatz ausgestreckt. Immerhin stehen die beiden Heimspiele am Samstag gegen Rasta Vecta und eine Woche später gegen den Mitteldeutschen BC auf dem Programm. Wichtige Partien für die 46ers, die auf die gezeigte Leistung in Braunschweig trotz des 86:92 aufbauen können. Dass der neue Powerforward bereits gegen Vechta spielen wird, ist unwahrscheinlich. Das bestätigte Schelberg, der aber mit Hochdruck an einer Neuverpflichtung arbeitet.

Das größte Manko war das Rebounding: Braunschweig fischte sich 48 Abpraller, Gießen nur 25. Der Hauptgrund, warum es mit dem Sieg beim favorisierten letztjährigen Playoff-Kandidaten nicht klappte. Dennoch fällt auf, dass mit Brandon Thomas ein Leistungsträger mit einer Körpergröße von knapp zwei Metern bislang in den fünf BBL-Spielen insgesamt gerade mal sechs magere Rebounds sammelte - und das bei einer durchschnittlichen Spielzeit von 34:38 Minuten, mit Abstand die meiste von allen 46ers-Akteuren. Das muss sich schnellstens ändern.

Auffällig ist zudem, dass mit John Bryant ein weiterer Leistungsträger noch nicht das abliefert, was man von einem Spieler seiner Klasse erwartet. In Braunschweig kam er in 34:36 Minuten Einsatzzeit auf sieben Rebounds. Was aber noch gravierender war, ist die Ausbeute bei den Punkten - nur sieben. Im vergangenen Jahr legte er meist mehr als 20 pro Spiel auf - aktuell sind es im Schnitt 11,4. Diesbezüglich muss eine Steigerung her. "Big John" passt zurzeit lieber den Ball, auch wenn er ihn in aussichtsreicher Position unter dem Korb erhält. Dadurch entfällt den 46ers im Angriff die Variabilität, die sie noch in der letzten Spielzeit hatten, als Bryant den Abschluss suchte. Dieses Problem kann der 2,11-m-Koloss nur selbst für sich lösen. Gut, dass die Formkurve von Barnett immer weiter ansteigt. In Braunschweig war er in den ersten 20 Minuten sehr präsent, tauchte am Ende ein wenig ab, legte mit 18 Punkten, drei Blocks und einer Effektivität von 16 gute Werte auf, wobei die drei Turnover und nur drei Rebounds stören.

Entwarnung bei Kratzer

Entwarnung gab es dagegen bei den Frankfurt Skyliners. Beim Spiel gegen Bayreuth am vergangenen Samstag landete "Big Man" Leon Kratzer nach einem Sprung unglücklich, griff sich sofort an den Oberschenkel und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht minutenlang am Boden liegen. Die Untersuchungen der letzten Tage ergaben eine Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Sein Einsatz beim Auswärtsspiel am Freitag in Weißenfels (19 Uhr) ist dennoch fraglich.

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