Packender Zweikampf: Silvio Penava (TSV Bad Nauheim, l.) versucht mit vollem Körpereinsatz, Daisuke Fukuhara von Türk Gücü Friedberg am Eindringen in den Strafraum zu hindern. Nach Verlängerung setzen sich die Friedberger glücklich mit 3:2 durch. FOTO: NICI MERZ
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Packender Zweikampf: Silvio Penava (TSV Bad Nauheim, l.) versucht mit vollem Körpereinsatz, Daisuke Fukuhara von Türk Gücü Friedberg am Eindringen in den Strafraum zu hindern. Nach Verlängerung setzen sich die Friedberger glücklich mit 3:2 durch. FOTO: NICI MERZ

Fußball-Kreispokal

Kreispokal-Finale: Shelby Printemps erlöst Türk Gücü Friedberg in letzter Sekunde

Fußball-Hessenligist Türk Gücü Friedberg hat sich den Kreispokal gesichert. In der letzten Sekunde der Verlängerung trifft Shelby Printemps zum 3:2-Erfolg gegen den TSV Bad Nauheim.

Das Friedberger Fußball-Kreispokalfinale bot am Mittwochabend Dramatik pur. Über 120 Minuten duellierten sich der Türkische SV Bad Nauheim und Türk Gücü Friedberg vor 250 zahlenden Zuschauern auf neutralem Terrain in Burg-Gräfenrode, bis Shelby Printemps die Friedberger mit seinem Siegtor zum 3:2 in der letzten Minute der Verlängerung erlöste.

Das Zuschauerlimit war schon vor Spielbeginn erreicht worden, deswegen wurden die Eingangstore zeitig dicht gemacht und zahlreiche Zaungäste mussten die Partie von außerhalb schauen. Ein Unterschied von zwei Spielklassen war indes über weite Strecken des Endspiels nicht zu sehen. Der Gruppenligist aus Bad Nauheim ging hochmotiviert in das erste "türkische Pokalfinale". Insbesondere der bullige Stürmer Stanley Ike wurde immer wieder in Szene gesetzt und hatte gleich zwei gefährliche Szenen (1./10.). Auf der Gegenseite setzte Friedbergs Shelby Printemps eine verunglückte Flanke auf die Querlatte (21.). Mitte der ersten Hälfte kam dann die stärkste Phase des Hessenligisten. Die Führung durch Noah Michel (23.), der einen langen Ball ins lange Eck verwertete, gab dem Team von TG-Trainer Carsten Weber Sicherheit. Fünf Minuten später setzte Michel zu einem Heber aus 25 Metern an, den TSV-Torhüter Kamber Koc mit viel Mühe an die Latte lenkte (27.). Nach dem 2:0 der Friedberger durch Eray Erens Distanzschuss aus 18 Metern (33.), schien das Finale den erwarteten Verlauf zu nehmen, doch im zweiten Abschnitt kippte plötzlich die Begegnung auf dem Rasenplatz. Zunächst sanken die Aktien der Bad Nauheimer weiter, als der junge Samet Oezisli wegen Ballwegschlagens die Gelb-Rote Karte sah (51.).

Dann hatte ein Mann etwas dagegen, dass die Zuschauer zeitig nach Hause kamen. TSV-Spielertrainer Tufan Tosunoglu wechselte sich nämlich in der 63. Minute selbst ein und traf mit seiner ersten Aktion sehenswert per Freistoß aus 25 Metern in den Winkel (64.). In den überschwänglichen Jubel der Bad Nauheimer Fans mischten sich unschöne Szenen, denn eine volle Bierflasche wurde in Richtung Friedberger Ersatzbank geworfen, weshalb Schiedsrichter Oleg Karaliov (Altenstadt) die Begegnung für fünf Minuten unterbrach, bis sich die Gemüter der erhitzten Anhänger abgekühlt hatten. Der Gruppenligist legte jetzt in Unterzahl weiter den Vorwärtsgang ein, Friedberg baute unverständlicherweise immer mehr ab. In der 90. Minute wiederholte Tosunoglu dann sein Kunststück und überwand TGF-Torhüter Felix Koob wieder per Freistoß in den Winkel (90.) zum 2:2.

Auch in der durch den Ex-Profi erzwungenen Verlängerung konnte der Favorit aus Friedberg seine nummerische Überlegenheit zunächst nicht ausnutzen, sodass ein Elfmeterschießen schon beschlossene Sache schien. Bis Printemps in Erscheinung trat und sein Team in allerletzter Sekunde doch noch zum Kreispokalsieg und damit in den Hessenpokal schoss.

Türkischer SV Bad Nauheim: Koc - Türkyilmaz, Usta, Emrovic, Karakoc - Pölitz, Oezisli, Emrovic, Penava - Ike (55. Erden), Yilmaz (63. Tosunoglu).

Türk Gücü Friedberg: Koob - Scheffler, Auer, Weigand, Schorr - Eren (81. Hagley), Usic - Printemps, Cecen, Fukuhara (61. Lee) - Michel.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Karaliov (Altenstadt). - Zuschauer: 250 (ausverkauft). - Tore: 0:1 Michel (23.), 1:1 Eren (33.), 1:2 Tosunoglu (64.), 2:2 Tosunoglu (90.), 2:3 Printemps (120.). - Gelb-Rote Karte: Oezisli (51.) .

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