Landessportbund

Präsident Müller in großer Sorge

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(dpa/lhe). Rolf Müller sieht als Präsident des Landessportbundes Hessen die Entwicklung des Sports in Corona-Zeiten mit immer größerer Sorge. Die Einschränkungen seien für "alle Mitglieder unserer Gesellschaft, aber für den Sport ganz besonders, eine reine Katastrophe", sagte der 73-Jährige im Interview der Zeitungen der VRM-Gruppe. Viele der eigentlich sehr anpassungsfähigen Vereine würden nicht nur aus finanziellen Gründen, "sondern auch wegen Demotivation und Perspektivlosigkeit im Ehrenamt erhebliche Probleme bekommen".

Die Maßnahmen der Politik seien gesellschaftlich notwendig, sagte der frühere CDU-Landtagsabgeordnete gleichzeitig. Müller, seit 1997 an der Spitze des Landessportbundes, findet es "grenzwertig", was die Fußball-Bundesliga mit ihren Geisterspielen mache. "Wobei ich weiß, dass in diesen schwierigen Zeiten der Sport auch zur Aufhellung des Gemüts beitragen könnte", sagte er.

Der LSB-Präsident sorgt sich vor allem um die Kinder und Jugendlichen. "Die Freude und die sozialen Kontakte sind da unheimlich wichtig. Zumal die Inzidenz bis zum 14. Lebensjahr nicht so groß ist", sagte Müller. "Und die Motivationsfrage ist in dem Zusammenhang ja auch wichtig. Bleiben die jungen Sportler bei der Stange? Oder sagen sie, Playstation ist ja auch prima."

Der Funktionär kritisierte das Vorgehen der Politik beim Umgestalten von manchen Großsporthallen zu Impfzentren. "Da hat man nicht bis zum Ende gedacht. In Gelnhausen hat man eine Großsporthalle zum Impfzentrum gemacht, in der 6000 Mädchen und Jungen Schulsport betreiben und die von Vereinen genutzt wird. Die haben jetzt vielleicht zehn Monate diese Halle nicht mehr."

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