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Im Powerplay zum Showdown: Sonntag steigt Spiel fünf

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(mn) Drei, zwei, eins – Ende. Der EC Bad Nauheim hält den Traum von der Oberliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die 2. Eishockey-Bundesliga am Leben. Mit 4:3 (0:1, 3:1, 1:1) gewannen die Roten Teufel Spiel vier der Playoff-Final-Serie am Freitag gegen die Kassel Huskies und konnten im ausverkauften Colonel-Knight-Stadion ein ultimatives Duell am Sonntag (18.30 Uhr) in Kassel erzwingen.

Spielentscheidend: das Powerplay-Spiel der Wetterauer (drei Überzahl-Treffer), die schwach begonnen hatten, mit drei Toren binnen fünf Minuten aber im zweiten Abschnitt in die Spur fanden. Diesmal waren es die Huskies, die mit ihrer Chancenverwertung hadern sollten. Die Partie am Sonntag wird im VIP-Raum des Colonel-Knight-Stadions live übertragen.

EC-Trainer Frank Carnevale bilanzierte: »Kassel hat sein bestes Hockey gezeigt, aber wir haben trotzdem gewonnen. Die ersten acht Minuten haben sie dominiert. Sie hatten gute Beine, das habe ich schon beim Aufwärmen gesehen«.

Die Kassel Huskies hatten ihren Kader auf einer Position verändert. Danny Albrecht feierte nach seiner Innenbandverletzung ein überraschendes Comeback, dafür musste Ex-Teufel Tobias Schwab auf der Tribüne zuschauen. Bei den Gastgebern hatten Patrick Strauch und Sven Schlicht ihre Positionen in den Reihen eins und drei getauscht.

Eine Gedenkminute für Mark Teevens, der vor 15 Jahren nach einem Playoff-Spiel der Roten Teufel verstorben war, sowie die Verabschiedung von Alleingesellschafter Wolfgang Kurz eröffneten das Geschehen auf dem Eis.

Und hier hatten diesmal die Kassel Huskies das Sagen. Gleich den ersten Torschuss durch Manuel Klinge musste Thomas Ower bei freier Sicht durch die Hosenträger rutschen lassen (2:07 Minute). Den Nordhessen spielte die erste Führung in der Serie erkennbar in die Karten, Bad Nauheim fand in einem nervösen ersten Abschnitt nicht in die Partie, war nicht in der Lage, den Gästen ein physisches Spiel aufzuzwingen. Mit einfachem, schnellem Passspiel befreiten sich die Blau-Weißen geradezu spielerisch leicht aus dem eigenen Verteidigungsdrittel und konnten sich zur ersten Pausensirene ärgern, nicht schon eine Vorentscheidung herbeigeführt zu haben. Petr Sikora traf nach einem Break nur den Pfosten (4.), ein Schuss von Klinge blieb hinter Ower auf der Torlinie liegen (9.). Kyle Doyle und Sikora verpassten weitere vielversprechende Möglichkeiten. Auf der Gegenseite? Zwingende Chancen blieben vor der Pause Fehlanzeige. Finkenrath musste sich im ersten Abschnitt nicht auszeichnen. Wie auf dem Eis, bestimmte Kassel auch die Stimmung auf den Rängen.

Im zweiten Abschnitt sahen die Zuschauer ihre Roten Teufel dann endlich in der Verfassung der letzten Spiele. Mit drei Treffern binnen fünf Minuten konnten die Gastgeber das Publikum von den Sitzen reißen. Im Mittelpunkt stand Brad Miller, der zweimal im Powerplay erfolgreich war (22./27.). Als Patrick Strauch nur 28 Sekunden später nach toller Vorarbeit von Chris Stanley die Führung gar auf 3:1 ausbauen konnte, feierte das Publikum die Heimmannschaft mit stehenden Ovationen. Bad Nauheim schien das Momentum auf seiner Seite zu haben, doch die Antwort der Huskies ließ nicht lange auf sich warten. Brad Snetsinger traf im Nachschuss zum Anschluss (30.), und Manuel Klinge hatte den Ausgleich auf dem Schläger, als er beim Konter Ower bereits umkurvt und das leere Tor vor sich hatte – aber Klinge verfehlte. Die Partie erlebte turbulente Minuten mit Chancen auf beiden Seiten.

Im Schlussdrittel erhöhte Harry Lange mit dem dritten Powerplay-Tor auf 4:2 für Bad Nauheim (48.). Würden die Huskies, die Aufholkönige, wieder zurückkommen, oder könnte Bad Nauheim sein Trauma überwinden? Die Uhr tickte. Kassel machte Druck. 1:55 Minuten vor dem Ende ließ Alexander Heinrich den Puck im Netz zappeln – Ower war die Sicht genommen. Erinnerungen wurden wach. Das Zittern begann – bis die Schlusssirene den Roten Teufel erlösen sollte und die Fans bis tief in die Nacht feierten.

EC Bad Nauheim: Ower – Ketter, Miller, Baum, Schreiber, Pöpel, Pietsch – Strauch, Stanley, Anderson, Rinke, Lange, Oppolzer, Schlicht, May, Maaßen, Huhn, Baldys, Striepeke.

Kassel Huskies: Finkernrath – Valenti, Loboda, Engel, Willaschek, Reiss, Glusanok – Alexander Heinrich, Sikora, Christ, Snetsinger, Doyle, Klinge, Kreuzer, Albrecht, Kostyrev.

Tore: 0:1 (3.) Klinge (Doyle, Glusanok), 1:1 (22.) Miller (Schreiber, Oppolzer – 5-3), 2:1 (27.) Miller (Lange – 5-4), 3:1 (27.) Strauch (Stanley, Anderson), 3:2 (30.) Snetsinger (Klinge, Doyle), 4:2 (48.) Lange (Baum, Rinke – 5-4), 4:3 (59.) Alexander Heinrich (Sikora, Loboda). – Strafminuten: Bad Nauheim 10, Kassel 16. – Zuschauer: 4500.

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