1. Wetterauer Zeitung
  2. Sport
  3. Lokalsport

Powerplay macht den Unterschied

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

(mn) Jetzt wird’s eine Kopfsache! Auf der Zielgeraden der Hauptrunde spielt die Deutsche Eishockey-Liga 2 verrückt.

Rosenheim düpiert Tabellenführer Bietigheim (5:1), Kassel patzt in Freiburg (2:3), Dresden, die Mannschaft der Stunde, leistet sich ein Null-Punkte-Wochenende – und Bad Nauheim verliert beim abgeschlagenen Schlusslicht in Heilbronn (1:2). »Da gibt’s nichts schönzureden. Wenn ich am Ende Vierter sein will, dann muss ich am 47. Spieltag beim Tabellenletzten auch gewinnen«, sagt Petri Kujala, der Trainer der Roten Teufel, die auf Rang sechs abgerutscht sind. Nur eines ihrer letzten fünf Spiele haben die Hessen gewinnen können, und nun geht’s zum Tabellenführer nach Bietigheim sowie gegen Crimmitschau, zwei Klubs, gegen die es bislang nur sehr wenig (zwei beziehungsweise drei Punkte) zu holen gab. Dennoch: Das Ein-Punkt-Wochenende hatte erstaunlicherweise auch zwei positive Effekte. Zum einen droht dem EC Bad Nauheim inzwischen allenfalls ein Abgleiten auf Rang acht, der noch immer Heimrecht in den Pre-Playoffs beschert, zum anderen konnte der Vorsprung auf Rang sieben von fünf auf sechs Punkte ausgebaut werden.

Der psychologische Effekt: Haben die Roten Teufel plötzlich die sprichwörtliche Angst vor der eigenen Courage bekommen? Die Badestädter belegen seit Mitte Dezember eine Top-Sechs-Position. Das ist deutlich mehr, als der Mannschaft zugetraut worden war. Über Wochen hielt sich das Team gar auf Platz vier mit Anschluss nach oben. Jetzt könnte dem Team der Lohn noch aus den Händen gleiten. »Das Schlimmste, das uns passieren kann, ist Heimrecht in den Pre-Playoffs. Und das ist mehr, als jeder erwartet hat. Es gibt keinen Grund, jetzt zu verkrampfen«, setzt Kujala auf Gelassenheit und konzentrierte Vorbereitung auf das kommende Wochenende. Das Heilbronn-Spiel werde dann keine Rolle mehr spielen. »Wenn wir das nicht abhaken können: Was sollen wir denn dann in den Playoffs sagen, wenn wir alle zwei Tage spielen?«

Torlos im Powerplay: Die Erfolgsquote sinkt. Immer weiter. Sie liegt bei inzwischen 17,1 Prozent (20 Prozent gelten als ordentlicher Wert). In den letzten 23 Überzahl-Situationen, seit fünf Spielen, sind die Roten Teufel mit einem Spieler mehr auf dem Eis ohne Torerfolg. Im gleichen Zeitraum gab’s fünf Gegentore in 18 Unterzahl-Situationen. Ein Faktor, der gerade die engen Spiele entscheidet. Gleich vier dieser fünf Spiele wurden durch nur einen Treffer Unterschied entschieden, was die Bedeutung der Special-Teams unterstreicht. Kujala hatte am Freitag im ersten Abschnitt eine »dritte« Überzahl-Formation auf das Eis geschickt, vertraute anschließend aber den bewährten Reihen, die in Heilbronn im Schlussdrittel gleich drei Powerplaymöglichkeiten verstreichen ließen. Die Konkurrenz hat das Überzahl-Verhalten der Hessen längst entschlüsselt. Immer wieder wird Henri Laurila gesucht. Der Finne erzielte all seine neun Treffer im Powerplay. Wird sein Schussweg zugestellt, fehlen seinen Mitspielern auch eventuelle Reboundmöglichkeiten.

Partnerschaftliche Unterstützung: Dominik Lascheit und Max Spöttel wurden am Sonntag nach Neuwied abgegeben. Dafür stand Leon Niederberger nach vier Wochen erstmals wieder im RT-Kader. Eine Rotation mit Beigeschmack; zumindest aus Sicht der Moskitos Essen. Kooperationspartner Neuwied traf in der Oberliga Nord nämlich just an diesem Tag auf die Ruhrstädter. Dort hatte Niederberger zuletzt eine zentrale Rolle inne, und für die Moskitos ging es im direkten Duell mit Neuwied um die letzte realistische Chance auf eine Playoff-Platzierung. Die Partie endete mit 3:1 für Neuwied.

GmbH-Weichenstellung: Wo werden Prioritäten gesetzt? Was ist zweitrangig? 14 Führungskräfte der GmbH, vom Geschäftsführer über Gesellschafter bis zu den Beiratsmitgliedern, haben am Sonntag sechs Stunden zusammengesessen; abseits beruflicher Hektik. 17 Projekte, die in den kommenden ein, zwei Jahren anzugehen sind, hat Andreas Ortwein auf den Tisch gebracht. Die Kabinensituation kam beispielsweise auf den Tisch, die Stadion-Beschallung, oder auch der Scheibenbeschlag. Von einem »positiven, kontroversen Austausch« spricht der Geschäftsführer, der nun die Zahlen im Etat für die Saison 2016/17 konkretisieren möchte.

Das Restprogramm

3. Kassel (85 Punkte/184:146 Tore): Riessersee (H), Frankfurt (A), Crimmitschau (H), Rosenheim (A), Ravensburg (H).

4. Ravensburg (81 Punkte/179:144 Tore): Dresden (A), Heilbronn (H), Riessersee (H), Crimmitschau (A), Kassel (A).

5. Frankfurt (80 Punkte/165:135 Tore): Rosenheim (A), Kassel (H), Weißwasser (A), Bad Nauheim (H), Heilbronn (H).

6. Bad Nauheim (80 Punkte/142:140 Tore): Bietigheim (A), Crimmitschau (H), Bremerhaven (H), Frankfurt (A), Weißwasser (A).

7. Dresden (74 Punkte/168:149 Tore): Ravensburg (H), Bremerhaven (A), Freiburg (A), Heilbronn (H), Kaufbeuren (H).

8. Rosenheim (73 Punkte/156:167 Tore): Frankfurt (H), Freiburg (A), Kaufbeuren (A), Kassel (H), Bremerhaven (A).

Auch interessant

Kommentare