Pokal verloren, Liga gehalten

  • Philipp Keßler
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(phk). Klassenerhalt! Die Damen des Tennisclubs Bad Vilbel sind auch in der kommenden Saison Bundesligist - und das, obwohl die Brunnenstädterinnen am vorletzten Spieltag, ihrem letzten Einsatz, mit 3:6 beim neuen Meister TC Bredeney Essen unterlagen. Sie profitierten vom 4:5 des TC Grün-Weiß Luitpoldpark München gegen den Zweiten TC Blau-Weiß Dresden Blasewitz und sind sicher.

»Der Klassenerhalt ist ein absoluter Erfolg«, sagte Bad Vilbels Sportdirektor Marcello Craca. »Jetzt können wir entspannt den letzten Spieltag verfolgen.« Ihren Meisterpokal ist das in dieser Saison durch eine Vielzahl von Verletzten sowie häufigen Kollisionen mit dem internationalen Turnierkalender ausgedünnte Team von der Huizener Straße aber los - und ließ ihn gleich im Ruhrgebiet, wo er nächsten Wochenende dem neuen Titelträger übergeben werden soll.

Das Spiel des TCBV beim Favoriten war ein Spiegelbild der gesamten Saison: Die verletzte Antonia Lottner an Position drei gab nach zwei Ballwechseln auf und auch die angeschlagen angereiste Italienerin Bianca Turati an Position fünf musste mit dickem Knöchel beim 0:1 im ersten Durchgang aufgeben. »Angesichts dieser Voraussetzungen hatte ich schlimme Befürchtungen«, gab Craca hinterher zu, »aber man muss den Mädels ein Kompliment machen.«

Lara Arruabarrena aus Spanien gewann an Position zwei dank einer »Top-Leistung« in zwei knappen Sätzen, die Italienerin Jessica Pieri profitierte an Position sechs von der verletzungsbedingten Aufgabe ihrer Gegnerin Stephanie Wagner beim Stand von 4:6, 4:1. An Position eins unterlag die Niederländerin Lesley Kerkhove in einem »guten Match« (Craca) der starken Kroatin Bernarda Pera, während ihre Landsfrau Richel Hogenkamp an Position vier nach starkem ersten Satz (6:3) den Faden verlor, sich nach 0:6 im zweiten Durchgang im Champions-Tiebreak wieder fing, aber gegen die Luxemburgerin Mandy Minella beim 9:11 am Ende nicht das Glück auf ihrer Seite hatte. In den Doppeln einigte man sich angesichts der Verletzungen auf beiden Seiten auf ein 2:1 für die Gastgeber.

»Alles hinterfragen«

»Nach so einer Saison muss man alles hinterfragen, damit es in der kommenden Saison«, sagte Craca selbstkritisch, hatte doch der Maximalkader von 18 Spielerinnen nicht gereicht, um die Ausfälle (adäquat) zu ersetzen. »An jedem Spieltag ein oder zwei Spielerinnen mehr und alles wäre gut gewesen«, ist sich der Sportdirektor des Meisters von 2019 sicher. »Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch einmal eine Saison so läuft - schlimmer geht es wirklich nicht.«

Im Stenogramm / Einzel: Bernarda Pera - Lesley Kerhove 6:4, 6:4, Anna Blinkova - Lara Arruabarrena 5:7, 6:7, Irina Bara - Antonia Lottner (Aufgabe Lottner), Mandy Minella - Richel Hogenkamp 83:6, 6:0, 11:9, Katharina Hobgarski - Bianca Turati (Aufgabe Turati), Stephanie Wagner - Jessica Pieri (Aufgabe Pieri). - Doppel: Pera/Minella - Kerkhove/Arruabarrena (Nichtantritt Kerkhove/Arruabarrena), Bara/Nicola Geuer - Lottner/Pieri (Nichtantritt Lottner/Pieri), Hobgarski/Romy Kölzer - Hogenkamp/Turati (Nichtantritt Hobgarski/Kölzer).

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