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Pleite gegen Kassel

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Dan Ringwald (unten) und Dusan Frosch werden von Adriano Carciola und John Zeiler in Zweikämpfe verwickelt. Der EC Bad Nauheim (verliert das Hessenderby in der DEL2 gegen die Kassel Huskies mit 3:5. Rechts: Daniel Oppolzer.
Dan Ringwald (unten) und Dusan Frosch werden von Adriano Carciola und John Zeiler in Zweikämpfe verwickelt. Der EC Bad Nauheim (verliert das Hessenderby in der DEL2 gegen die Kassel Huskies mit 3:5. Rechts: Daniel Oppolzer. © Andreas Chuc

(mn) Die Schlusssequenz des Eishockey-Zweitliga-Abends hatte Symbolcharakter: 29 Sekunden Restspielzeit zeigte die Uhr an, als der letzte Versuch von Max Campbell, mit einem langen Pass den vielleicht noch letzten Angriff erfolgreich einzuleiten, ausgerechnet auf dem Schläger von Matt Tomassoni landete.

Der Verteidiger der Kassel Huskies behielt kühlen Kopf und traf von der eigenen blauen Linie ins mittlerweile verwaiste Tor der Roten Teufel zum endgültigen Knockout. Mit 3:5 (2:2, 1:1, 0:2) verlor der EC Bad Nauheim am Freitagabend sein erstes Wochenend-Derby und bleibt nach drei Hauptrundenspielen in der Deutschen Eishockey-Liga 2 noch ohne Sieg. »Das Spiel müssen wir schnell abhaken«, wusste RT-Trainer Petri Kujala.

Vor 3411 Zuschauern konnte seine Mannschaft nur während der ersten zehn Minuten begeistern, baute den Aufsteiger trotz zweimaliger Führung (1:0/3. und 3:2/27.) allerdings mit einem zunehmend von Fehlern und Ungenauigkeiten behafteten Spiel auf, ehe am Ende um Gegentore regelrecht gebettelt worden war. Enttäuschend: Matt Beca, Kyle Helms und Dusan Frosch. Die Reihe glich einem Totalausfall und überließ die offensiven Akzente einmal mehr den Mitspielern; insbesondere dem Trio Max Campbell, Vitalij Aab, Harry Lange, das zwei der drei Treffer erzielte. Die frühe Führung war auf das Konto von Deion Müller gegangen.

Die Huskies, deren 400 mitgereiste Anhänger den ersten Saisonerfolg ihrer Mannschaft feiern konnten, spielten im Rahmen ihrer Möglichkeiten; einfach, schnörkellos, den schnellen Abschluss suchend, während die Gastgeber nicht an ihren guten Auftritt aus der Vorwoche anknüpfen konnten, das Spiel vielleicht auch einen Tick zu leicht genommen hatten.

Am Nachmittag hatten die Nordhessen, die ohne den verletzten Manuel Klinge angetreten waren, mit einer Personalie überrascht. Mit Mika Järvinen wurde ein Finne für die vom Dänen Simon Nilsen unzureichend ausgefüllte Torwartposition verpflichtet; nach nur zwei Spieltagen. Järvinen hatte in der vergangenen Saison in der russischen Profiliga KHL 25 Einsätze absolviert. Und der Keeper wurde zum Einstand eiskalt erwischt. Als die vierte Reihe der Roten Teufel mit unbekümmertem, forschem Forechecking den Puck im Angriffsdrittel erkämpft hatte, traf Müller mit dem ersten Torschuss. Kassel war zehn Minuten lang völlig von der Rolle und immer einen Schritt zu langsam. Mit einer Strafzeit gegen Harry Lange, der einen Fehler von Goran Pantic nur mit einem Foul hatte ausbügeln können, war der Faden aber urplötzlich wie gerissen. Matthias Bergmann setzte in Überzahl den Puck zum Ausgleich in die Maschen.

Nur vier Minuten später erzielte Adriano Carciola das Führungstreffer der Nordhessen, überwand Torwart Jan Guryca, der diesmal nicht immer den souveränsten Eindruck hinterlassen konnte, mit einem Beinschuss. Immerhin: Kurz vor der Pause bewies Lange Übersicht und Aab Cleverness - es stand 2:2. Viel Krampf prägte die folgenden 40 Minuten, in denen auch die abermalige Führung durch Max Campbell (von Aab herrlich in Szene gesetzt) nicht lange Bestand hatte. Fast im Gegenzug traf Daniel Kunce zum Ausgleich. Die Offensive der Gastgeber rieb sich an der robusten Hintermannschaft der leidenschaftlich kämpfenden Huskies immer wieder auf, die Fehlerquote wurde größer. Auffallend oft hing Matt Beca als Vorjahres-Top-Scorer in der Luft, konnte von seinen Nebenleute, die in unzählige Zweikämpfe an der Bande verwickelt worden waren, nicht in Szene gesetzt werden. Die Quittung: Alexander Heinrich traf aus kurzer Distanz zur Huskies-Führung (51.). Bad Nauheim stand anschließend gar noch zweimal mit einem Spieler mehr auf dem Eis, spielte aber im Powerplay zu umständlich und verpasste den Ausgleich.

EC Bad Nauheim: Guryca – Ringwald, Schütz, Paris, Blankart, Ketter, Baum - Frosch, Helms, Beca, Lange, Campbell, Aab, Gerbig, Oppolzer, Strauch, Spöttel, May, Müller.

Kassel Huskies: Järvinen – Valenti, Tomassoni, Heinrich, Müller, Alt, Bergmann - Collins, Morrison, Wycisk, Carciola, Zeiler, Kuunce, Christ, Meileur, Proft, Habermann.

Steno: Tore: 1:0 (3.) Müller (May, Spöttel), 1:1 (10.) Bergmann (Carciola, Wysick - 5-4), 1:2 (14.) Carciola (Bergmann, 2:2 (20.) Aab (Lange, Blankart), 3:2 (27.) Campbell (Aab, Lange), 3:3 (28.) Kunce (Carciola, Wysick), 3:4 (51.) Heinrich (Müller), 3:5 (60.) Tomassoni (5-6). - Schiedsrichter: Max Plitz (Ottobrunn). - Strafminuten: Bad Nauheim 4, Kassel 6. - Zuschauer: 3411.

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