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Nach diesem Ellenbogeneinsatz im Kopfballduell mit Frankfurts Nestor Djengoue (l.), sieht Gießens Angreifer Aykut Öztürk die Gelb-Rote Karte. FOTO: HÜBNER

Platzverweis als Dosenöffner

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(sno). Samir Benamar, die Gießener Herbst-Verpflichtung, stürmte in Minute 86 des Hessen-Derbys über 30 Meter alleine auf das Tor des FSV Frankfurt zu - es war die mit Abstand größte Chance für den FC in einem äußerst mäßigen Kellerduell der Fußball-Regionalliga Südwest. Der Flügelflitzer des FC Gießen blieb cool, setzte den Ball zum umjubelten 1:0 in die Maschen und avancierte damit zum Matchwinner beim Sieg des FC in der PSD-Bank-Arena.

In Unterzahl gewinnt der FCG damit bei einem direkten Konkurrenten und zieht zumindest bis zum Samstag punktemäßig mit dem FC Bayern Alzenau gleich, der momentan den ersten sicheren Nicht-Abstiegsplatz belegt. "Wir sind sportlich nun voll dabei", konstatierte ein zufriedener FC-Trainer Daniyel Cimen nach der Partie.

"Wir haben leidenschaftlich verteidigt - es war am Ende ein Willenssieg", sagte Cimen, der wusste: "Der FSV hatte mehr Ballbesitz und die eine oder andere Torchance." Die Hausherren waren dem Sieg vor 1442 Zuschauern deutlich näher, wiesen am Ende 14:2 Ecken auf - der Sieger aber hieß FC Gießen.

Auf äußerst holprigem Geläuf entwickelte sich von Beginn an ein zerfahrenes Spiel ohne echte Ballstaffetten. "Wir haben hier sehr schwere Bedingungen vorgefunden", musste auch Cimen feststellen. "Wir wollten dann erst einmal die Ordnung halten und Nadelstiche setzen." Das gelang, wenn man es gut meint mit dem FC, über weite Strecken der Partie.

Zwar besaß der FSV durch Steffen Straubs Schuss über das Tor (7.) eine gute Möglichkeit, danach aber spielte sich das Geschehen in der ersten Hälfte fast ausnahmslos zwischen den Strafräumen ab. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam Denis Mangafic (43.) zu einer guten Chance, die Gießens Keeper Frederic Löhe stark parierte, auf der Gegenseite wurde der Kopfball vom Bad Nauheimer Angreifer Jake Hirst (45.) knapp über den Querbalken gelenkt.

In den zweiten 45 Minuten änderte sich wenig am Spielgeschehen. Wenn es gefährlich wurde, dann im Gießener Strafraum.Erst mit dem Platzverweis für Gießens eingewechselten Aykut Öztürk (81.) nach Ellenbogeneinsatz im Kopfballduell kippte die Partie plötzlich zugunsten der Mittelhessen.Der FSV wurde ungeduldig, verlor Bälle im Zentrum, Gießen konterte klug - und schickte Samir Benamar in der 86. Minute auf die Reise in die sportliche Glückseligkeit.

Finanzielle Sorgen

Finanziell geht der FC Gießen derweil schweren Zeiten entgegen. Drei der sechs ursprünglichen Geldgeber sind wieder abgesprungen, die aufzubringende Summe für die Restfinanzierung der Saison 2019/20 dürfte damit 200 000 Euro deutlich übersteigen.

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