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Die Planungen der Wetterauer Topklubs

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(ub) Die Fußballer des Kreises Friedberg sind in den überregionalen Spielklassen nicht gerade üppig vertreten. Der FV Bad Vilbel genießt Verbandsliga-Status, fünf Mannschaften halten eine Etage tiefer auf der Bühne der Gruppenliga Frankfurt West die Wetterauer Fahne hoch – klingt recht bescheiden. Doch der Eindruck täuscht.

Betrachtet man sich zum Jahreswechsel die ganze Sache etwas genauer, sieht’s nämlich weitaus besser aus. Was zählt, ist die Qualität. Und diesbezüglich haben die heimischen Vereine mit Ausnahme des SV Gronau (15. Platz/13 Punkte) und der Bad Vilbeler Reserve (17./10), die in der Gruppenliga auf Abstiegsplätzen überwintern müssen, eine ganze Menge zu bieten. So grüßen der FV Bad Vilbel (1./40) und Türk Gücü Friedberg (1./43) den großen Rest der jeweiligen Ligen als Spitzenreiter, hat sich der SC Dortelweil (3./37) im Gruppenliga-Klassement heimlich, still und leise als ernsthafter Aufstiegsaspirant mittlerweile enormen Respekt verschafft, und zählt auch der FCO Fauerbach (7./32) trotz einiger Schwächen zuletzt zur erweiterten Spitzengruppe.

Knapp zwei Monate bleiben den Klubs noch Zeit, zutage getretene Fehlerquellen zu korrigieren, und sich in Vorbereitungspartien bis zum Start der Rest-Rückrunde (28. Februar) auf Betriebstemperatur zu bringen. Ebenso wichtig: Es gilt, Personalstrukturen neu zu ordnen. Diesbezüglich herrscht derzeit reges Treiben. Teils notgedrungen, weil – wie vor allem in Gronau und bei der FV-Reserve – Wunsch und Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen waren.

Teils aber auch ungewollt. Siehe FV Bad Vilbel, wo Coach Amir Mustafic mit Torjäger Alexander Schunck (12 Treffer) und dem offensivstarken Linksverteidiger Lukas Brühl (5 Tore) zwei seiner Leistungsträger aus den weiteren Planungen streichen muss. Beim Auflisten dessen, was der klubinterne Bewegungsmelder verrät, muss beachtet werden: Aktivitäten in Sachen Personalergänzungen sind allenthalben noch nicht abgeschlossen und können bis zum 31. Januar (Ende der Wechselperiode II) vorgenommen werden.

Verbandsliga Süd

FV Bad Vilbel (Rang 1, 40 Punkte aus 19 Spielen) / Prognose: Zusammen mit TS Ober-Roden (18 Spiele) und dem VfB Ginsheim (beide ebenfalls 40 Punkte) sowie der Spvgg. Neu-Isenburg (38 Zähler/18 Spiele) nach sensationellem Saisonstart (30 von 33 möglichen Punkten aus den ersten elf Spielen) einer der vier Aufstiegskandidaten. Ärgerlich: Inoffiziellen Meldungen zufolge droht den Brunnenstädtern wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls ein Punkteabzug. Rang zwei in der Heimbilanz (8/0/2), Rang vier in der Auswärtsbilanz (5/1/3).

Wechsel / Abgänge: Alexander Schunck (möchte aus beruflichen Gründen sportlich kürzertreten), Ricardo Harrabi (Concordia Eschersheim), Lukas Brühl (Studium in den Niederlanden). – Zugänge: Joel Kosin (A-Jugend Erzgebirge Aue), Ermin Dananovic (zuletzt inaktiv, davor SSV Lindheim). Laut Trainer Amir Mustafic sollen weitere zwei bis drei Spieler geholt werden.

Trainingsauftakt: 24. Januar. – Testspiele: Teutonia Watzenborn-Steinberg (31. Januar), SV Zeilsheim (3. Februar), Rot-Weiß Frankfurt (6. Februar), Spfr. Seligenstadt (10. Februar), Bayern Alzenau (13. Februar), Hessen Dreieich (17. Februar), SG Bad Soden (20. Februar). – Erstes Pflichtspiel: Vatanspor Bad Homburg (28. Februar/A).

Erfolgreichste Torschützen: Alexander Schunck (12), Marvin Strenger (8), Patrick Gischewski, Lukas Brühl (jeweils 5), Emre Kadimli (4).

Gruppenliga Frankfurt West

Türk Gücü Friedberg (Rang 1, 43 Punkte aus 19 Spielen) / Prognose: Titelkandidat Nummer eins. Auswärts ungeschlagen (acht Siege, zwei Remis), zu Hause nicht ganz so dominant (5/2/2). Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Dortelweil (15. November) musste Nazim Sahin den Trainerstuhl räumen. Neuer Coach auf der Kommandobrücke: Mittelfeldspieler Abdessamad Fachat, dessen aktiver Einsatz wegen einer bevorstehenden Meniskusoperation allerdings noch in weiter Ferne liegt. So gut wie sicher: Drei Punkte Abzug, weil Zuschauer nach der Dortelweiler Partie den Schiedsrichter verbal attackiert haben sollen. Einen bereits eingelegten Widerspruch gegen dieses Urteil des Regionalsportgerichts wird der Liga-Leader eigenen Angaben zufolge wieder zurückziehen. Bilanz aus Duellen gegen die »Friedberger« Rivalen: Drei Siege (2:1 FV Bad Vilbel II, 2:1 SV Gronau, 2:1 FCO Fauerbach), ein Remis (1:1 beim FV Bad Vilbel II), eine Niederlage (1:2 SC Dortelweil).

Wechsel / Abgänge: Sebhat Kahsay, Ahmet Sahinler (beide während der Vorrunde). – Zugänge: Alit Usic (FCO Fauerbach), Sandro Beutnagel (SV Steinfurth).

Trainingsauftakt: 19. Januar. – Testspiele: Tarik Griesheim (7. Februar), Kickers Offenbach U23 (14. Februar), Vatanspor Bad Homburg (21. Februar). – Erstes Pflichtspiel: SV Gronau (28. Februar/H).

SC Dortelweil (Rang 3, 37 Punkte aus 19 Spielen) / Prognose: Da der SV Sandzak Frankfurt demnächst drei seiner 38 Punkte verliert (fehlende Reserve), rangiert die Elf von SCD-Trainer Markus Beierle eigentlich auf Position zwei. Voraussetzung dafür waren starke Auftritte in den Monaten September, Oktober und November. Man gewann gegen Neu-Anspach, Usingen, Merzhausen, Fauerbach und auch bei Türk Gücü Friedberg – nur Sandzak Frankfurt (0:2) sowie etwas überraschend auch die TSG Nieder-Erlenbach (1:2) erwiesen sich in dieser Phase als Spielverderber. Die Mannschaft besticht durch physische Stärke, kann durchgehend hohes Tempo gehen und verfügt nach Ansicht von Coach Beierle über einen tollen Teamspirit. Machen die Fußballer aus dem Bad Vilbeler Stadtteil dort weiter, wo sie Ende November aufgehört haben, sind Aufstiegsrundenposition zwei oder gar der direkte Sprung in die Verbandsliga realistische Ziele. Die heimische Konkurrenz hatte gegen den SCD übrigens durchgehend das Nachsehen, wie Siege über den FV Bad Vilbel II (4:0), Gronau (3:2), Fauerbach (5:1) und Türk Gücü Friedberg (2:1) beweisen.

Hinter Sandzak Frankfurt mit sieben Siegen, zwei Remis und nur einer Niederlage zweitbestes Heimteam.

Wechsel / Abgang: Johannes Eder (SKV Beienheim). – Zugänge: Daniel Gunkel (zuletzt BSV Rehden), Rückkehrer Robin Dobios (zuletzt TSG Nieder-Erlenbach).

Trainingsauftakt: 14. Januar. – Testspiele (alle zu Hause): SV Eddersheim (24. Januar), SG Rosenhöhe (30. Januar), SV Nieder-Wöllstadt (6. Februar), Vikt. Nidda (13. Februar), 1. Hanauer FC (21. Februar). – Erstes Pflichtspiel: SG Bornheim/GW (28. Februar/A).

FCO Fauerbach (Rang 7, 32 Punkte aus 19 Spielen) / Prognose: Letzte Saison wurde die Tietz-Elf Vizemeister. Ähnlich weit vorne abzuschließen, wird den Fußballern aus dem Friedberger Stadtteil trotz guter Anfangsphase (9/1/2 aus den ersten zwölf Auftritten) diesmal wohl nicht gelingen, denn ab Mitte Oktober (1:4 in Bornheim) ging’s bergab, wobei vor allem der November mit den Niederlagen in Dortelweil, Sandzak und beim Abstiegskandidaten Eintracht Oberursel nichts Positives erkennen ließ. Die Winterpause sei für ihn und seine Spieler wohl vier Wochen zu spät gekommen, meinte Matthias Tietz. Die Hoffnung des FCO-Trainers: Mit aufgeladenem Akku wieder angreifen und am Ende gleich hinter dem Top-Quartett Türk Gücü Friedberg, Dortelweil, Sandzak Frankfurt und Merzhausen Platz fünf im Auge behalten.

Sechs Duelle gegen Wetterau-Rivalen brachten der Olympia-Truppe drei Siege (3:0 und 2:1 FV Bad Vilbel II, 3:1 in Gronau) und drei Niederlagen (1:2 SV Gronau, 1:2 Türk Gücü Friedberg, 1:5 SC Dortelweil).

Wechsel / Abgang: Alit Usic (TG Friedberg). Der Kader soll um zwei weitere Spieler reduziert werden. – Zugang: Tim Botschek (Kickers Offenbach II).

Trainingsauftakt: 23. Januar. – Bislang vereinbarte Testspiele: SV Gronau (11. Februar), FSV Friedrichsdorf (21. Februar). – Erstes Pflichtspiel: Spvgg. 02 Griesheim (28. Februar/H).

Trainerteam bei FV-Reserve

SV Gronau (Rang 15, 13 Punkte aus 19 Spielen) / Prognose: Mit runderneuertem Kader (auch Menderes »Otto« Yasaroglu ist nach zwischenzeitlicher Suspendierung wieder dabei) sowie unter der Regie von Bayram Mechmet (bislang Spvgg. 02 Griesheim) als neuem Trainer nach den Kurzzeitengagements von Jens Paetzold und Senad Mujakic haben die Gronauer durchaus gute Chancen, einen der zwei in Reichweite liegenden Klubs – entweder den FC-TSG Königstein (14.

/15) oder die TSG Nieder-Erlenbach (13./nur 16 anstatt 19 Punkte wegen fehlender Reserve) – noch abzufangen. Das würde mit großer Wahrscheinlichkeit (kein Verbandsliga-Absteiger, der der Gruppenliga West zuzuordnen ist) für den Klassenerhalt ausreichen. Weshalb die personell eigentlich ausreichend stark besetzte Gronauer Truppe derart in die Bredouille geraten ist, lässt sich im Grunde auf einen Nenner bringen: Anstatt an einem Strang zu ziehen, bewegten sich Trainer, Spieler und Verantwortliche von Juli bis November viel zu oft auf unterschiedlichen Pfaden. Neun Serien-Niederlagen waren die Folge. Gegen die heimischen Rivalen sprangen immerhin zwei Auswärtssiege heraus (2:1 in Fauerbach, 4:3 beim FV Bad Vilbel II). In drei Fällen gab’s nichts zu gewinnen (1:2 Türk Gücü Friedberg, 1:3 zu Hause gegen Fauerbach, 2:3 in Dortelweil).

Wechsel / Abgänge: Constantin Probst (FC Massenheim), Benedikt Grzyb (VfB Marburg), Philip Linsenmaier (bis Ende April aus beruflichen Gründen nicht einsatzfähig), Cengiz Veisoglu, Marcin Adamek (beide Ziel unbekannt). – Zugänge: Teklu Tewelde (Spvgg. 02 Griesheim), Gino Wirth (SSV Heilsberg), Mikael Tewelde (Sporting Eckenheim), Marko Lokvic, Benjamin Sejdovic, Sasa Matovic (alle RW Frankfurt II), »Tiger« Schäfer, David Friedrich, Adrian Suarez (alle A-Jugend Bayern Alzenau).

Trainingsauftakt: 7. Januar. – Testspiele: RW Frankfurt II (13. Januar), FC Hochstadt (24. Januar), FC Kalbach (28. Januar), VfB Petterweil (4. Februar), SV Zeilsheim (7. Februar), FCO Fauerbach (11. Februar), SC 1960 Hanau (14. Februar), Germ. Dörnigheim (18. Februar), FC Eschborn (21. Februar). – Erstes Pflichtspiel: Türk Gücü Friedberg (28. Februar/A).

FV Bad Vilbel II (Rang 17, 10 Punkte aus 19 Spielen) / Prognose: Keine gewachsene Mannschaft mit klaren Strukturen und deshalb Abstiegskandidat. Ex-Coach Paul Petrina, der inzwischen die Spvgg. 02 Griesheim übernommen hat und auf dem Niddasportfeld vom Trainerteam Semir Sejdovic und Cengiz Avan beerbt wurde, hatte mit etlichen Problemen zu kämpfen: Kaum Trainingsbeteiligung, viele Verletzte, berufliche Hindernisse und grundsätzlich mehr Masse als Klasse. Vor eigenem Publikum nahezu durchgehend Punktelieferant: Sieg über Nieder-Erlenbach (3:2), respektables 1:1 gegen Türk Gücü Friedberg – ansonsten inklusive der kampflosen Nummer gegen Sandzak nur Niederlagen (9). Sieglos gegen die Wetterau-Konkurrenz, zumal dem Remis gegen Türk Gücü Friedberg ertraglose Auftritte gegen den FCO Fauerbach (0:3 und 1:2), bei Türk Gücü Friedberg (1:2) sowie gegen Dortelweil (0:4) und Gronau (3:4) gegenüberstanden.

Wechsel / Abgänge (soweit bekannt): Etienne Schmidt (KV Mühlheim), Romal Naziri, Nemanja Petos, Stanley Ike, Ryosuke Yano (alle Ziel unbekannt). – Zugänge: Nach Angaben von Klubchef Willi Eckhardt sind Verstärkungen geplant, noch nicht spruchreif.

Trainingsauftakt: 19. Januar. – Testspiele: Croatia Frankfurt (31. Januar), RW Frankfurt II (7. Februar), FC Hochstadt (14. Februar). – Erstes Pflichtspiel: TSG Nieder-Erlenbach (28. Februar/A).

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