Michael Razen hat das Traineramt bei der TG Friedberg übernommen und will die Kreisstädter in der Landesliga etablieren. FOTO: RAS/ARCHIV
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Michael Razen hat das Traineramt bei der TG Friedberg übernommen und will die Kreisstädter in der Landesliga etablieren. FOTO: RAS/ARCHIV

Saisonstart im September?

So planen die Landesliga- und BOL-Klubs aus der Wetterau für die neue Handball-Saison

  • vonSascha Kungl
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Der Trainingsbetrieb läuft, personelle Weichen sind gestellt. Die Saison im hessischen Handball soll im September beginnen. Wir haben uns bei den fünf heimischen Klubs der Landesliga und der Bezirksoberliga umgehört.

Die Wetterauer Handballer in der Landes- und der Bezirksoberliga haben den Trainingsbetrieb kürzlich wieder aufgenommen. Nachdem die Vereine im März ihre Aktivitäten aufgrund der Corona-Pandemie komplett hatten einstellen müssen, ist durch die Lockerungen nun wieder ein Training in der Halle mit dem Ball möglich. An intensives Mannschaftstraining ist aufgrund der Kontaktbeschränkungen aber weiterhin nicht zu denken. Aktuell gilt für den Handball die einschränkende Bestimmung "Training mit Körperkontakt für zehn Personen". Diese Regelung ist auch nach der neuesten Verordnung von vergangener Woche, die vorerst bis Mitte August Gültigkeit hat, nicht gelockert worden. Mit weiteren Lockerungen ist frühestens nach den Sommerferien zu rechnen. Eine finale Saisonvorbereitung mit Testspielen ist für die heimischen Vereine in absehbarer Zeit nicht möglich. Die WZ-Sportredaktion hat bei den heimischen Landes- und Bezirksoberligisten nachgefragt, wie diese damit umgehen und wie sich die Kaderplanungen für die neue Saison gestalten.

Landesliga Mitte

TG Friedberg:Bei den Kreisstädtern hat man den Trainingsbetrieb bereits vor vier Wochen aufgenommen. "Der frühe Beginn galt vor allem der Verletzungsprophylaxe", erklärt Friedbergs Sportlicher Leiter Thomas Keck. "In den vergangenen Jahren haben wir immer bis zum letzten Spieltag um Auf- und Abstieg gekämpft. Nun wollen wir uns in ruhigeres Fahrwasser begeben und uns auf lange Sicht in der Landesliga etablieren", sagt Keck. Dafür hat man mit Michael Razen vom TSV Lang-Göns einen erfahrenen Trainer verpflichtet, der nach den vielen Aufs und Abs der vergangenen Jahre die nötige Ruhe in den Verein bringen soll. Mit Patrick Engel, Sascha Weigel und Philipp Engel hat Razen drei Spieler seines Ex-Vereins im Gepäck. Torhüter Marc Popp von der MSG Florstadt/Gettenau ergänzt die Liste der vier externen Neuzugänge. Hinzu kommen die A-Jugendlichen Max Beyster, Alexander Briesen, Noah Methner, Jannik Seibert und Luca Sattler. Demgegenüber steht der Abgang von Christian Schmidt zur HSG Wettertal.

"Wir wollten die Mannschaft qualitativ und quantitativ verstärken. Das ist uns gelungen. Wir sind auf allen Positionen doppelt besetzt", blickt Keck optimistisch auf die neue Saison. Wann diese beginnt, ist noch unklar. "Aus meiner Sicht ist ein Start nach den Herbstferien die wahrscheinlichste Option. In der Umfrage des HHV haben wir uns für einen Start mit Publikum im Herbst ausgesprochen", erklärt Keck.

Ein Hauptziel der Kreisstädter im Hinblick auf die neue Saison ist der Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Bezirksliga B. "Die Diskrepanz zwischen C-Liga und Landesliga ist viel zu groß. Das müssen wir dringend ändern", fordert Keck.

TSV Griedel:"Wir sollten im Hinblick auf den Saisonstart nichts überstürzen", fordert Griedels Teammanager Jürgen Weiß. "Zwar hoffen wir, auch in diesem Jahr ein Trainingslager veranstalten zu können, die Gesundheit der Spieler sollte aber bei allen Überlegungen immer oberste Priorität haben." Mit dem Trainingsbetrieb haben die Butzbacher Vorstädter vor drei Wochen begonnen. "Wir konnten drei Wochen trainieren, nun ist die Halle für die Sommerferien erst einmal wieder geschlossen. Da hätte ich mir mehr Unterstützung durch den Wetteraukreis gewünscht", ärgert sich Weiß.

In Sachen Personalplanung hat sich in Griedel bisher nur wenig getan. Mit Thomas Graßl von der A-Jugend der HSG Wetzlar vermeldet man bisher einen Neuzugang. Demgegenüber steht der Abgang von Frederic Noll zur HSG Wettertal und das Laufbahnende von Timm Weiß.

Bezirksoberliga Gießen

HSG Mörlen:Auch im Lager der HSG Mörlen hat man den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. "Im Vordergrund steht dabei nach der langen Pause nun erst einmal das Fitness- und Ausdauertraining", erklärt Mörlens Vorsitzender Siegfried Bläsche.

"Ob unter den derzeitigen Voraussetzungen ein Saisonstart Mitte September möglich und sinnvoll ist, möchte ich bezweifeln. Ich gehe deshalb aktuell eher von einem Rundenbeginn nach den Herbstferien aus. Zu loben ist die weitsichtige Planung des hessischen Verbandes, der für drei mögliche Saisonstarts ein Szenario mit entsprechenden Spielplänen veröffentlicht hat", lobt Bläsche die Verantwortlichen des Hessischen Handball-Verbands.

Bei der HSG haben die langjährigen Leistungsträger Christian Birkenstock, Sebastian Dietz und Simon Dönges mit dem Ende der vergangenen Saison ihre Laufbahn beendet. "Damit geht der Verjüngungsprozess unserer Mannschaftskaders weiter, den wir bereits im Vorjahr angestoßen haben", sagt Bläsche. Aus der eigenen A-Jugend rückt Lars Berlich in den Bezirksoberliga-Kader auf. Externe Zugänge gibt es nicht.

Trainer Philipp Petriesas hat nach der vergangenen Saison sein Traineramt bei der HSG niedergelegt. Als neuen Übungsleiter haben die Vereinsverantwortlichen mit Kevin Dannwolf einen jungen, ehrgeizigen Coach als Nachfolger von Petriesas verpflichtet.

MSG Florstadt/Gettenau: "Wir rechnen aktuell mit einem Saisonstart im September, versuchen unsere Planungen aber flexibel zu halten, um kurzfristig auf einen späteren Rundenbeginn reagieren zu können. Im Grunde ist unsere Vorbereitung im Vergleich zu den Vorjahren identisch, nur eben unter Einhaltung der Hygienevorgaben und aller weiteren Richtlinien. Wir trainieren fleißig, soweit man das unter diesen Umständen machen kann", erklärt MSG-Coach Christian Sacks, der in seine dritte Saison als Florstädter Übungsleiter geht und dabei voll und ganz auf den eingespielten Kader der Vorjahre setzt.

Personelle Veränderungen gab es im Sommer nicht. Marc Popp hatte sich bereits zur Rückrunde der vergangenen Saison der TG Friedberg angeschlossen, als Ersatz kam im Winter Marco Pajung aus Griedel nach Florstadt.

HSG Wettertal:Im Lager der HSG Wettertal hat man den Trainingsbetrieb erst in der vergangenen Woche wieder aufgenommen. "Da wir nicht genau wissen, wie lange wir auf den Saisonstart warten müssen, wollten wir erst im Juli in den Trainingsbetrieb einsteigen. Alles andere hat aus meiner Sicht keinen Sinn gemacht", erklärt HSG-Coach Sven Tauber, der im Vergleich zu den Vorjahren aus einem deutlichen größeren Kader schöpfen kann. Mit Lukas Walter (MSG Linden), Frederic Noll (TSV Griedel), Christian Schmidt (TG Friedberg) und Timo Metzger (HSG Hungen/Lich) verzeichnet man vier externe Neuzugänge. Hinzu kommen Michel Görlach, Tom-Luca Kneissl, Jonas Muschalik, Fabio Buß, Philipp Rumpf, Lutz Preckel und David Groß aus der eigenen A-Jugend.

"Sollten wir von Verletzungen verschont bleiben, habe ich in der neuen Saison personell die Qual der Wahl, da mir rund 40 Spieler für zwei Mannschaften zur Verfügung stehen. Das ist eine ganz neue Herausforderung. Zunächst gilt es nun aber erst einmal, aus der Lethargie der letzten Monate herauszukommen. An unserer gewohnten Vorbereitung ändern wir dabei nichts. Wir legen den Fokus weiterhin auf das Spielerische, extra Kraft- oder Ausdauereinheiten wird es nicht geben", erklärt Tauber.

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