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Pfaff schwärmt - Personal-Entscheidung vertagt

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Dass sie beim FV Bad Vilbel so richtig guten Fußball spielen können, ist in Verbandsliga-Kreisen durchaus kein Geheimnis. Am Freitagabend, beim 5:1 (1:0)-Heimsieg über Kickers Obertshausen, demonstrierten die Grün-Weißen diese Fähigkeit allerdings in besonders ausgeprägter Art und Weise. Nur in der Anfangsphase habe seine Mannschaft wohl ein wenig Glück gehabt, meinte FV-Trainer Andreas Pfaff.

»Bugra Dursun, unser Keeper, hat da zwei Mal prima reagiert.« Später dann seien seine Leute so richtig in Fahrt gekommen. »Mit das Beste, was ich diese Runde von meiner Mannschaft gesehen habe«, geriet er geradezu ins Schwärmen. Und das will etwas heißen. Schließlich gilt der Bad Vilbeler Übungsleiter als einer jener Vertreter seiner Zunft, die zum Perfektionismus neigen und eben deshalb mit kritischen Bemerkungen schnell bei der Hand sind.

Doch negative Töne waren angesichts des 13. Saisonsieges der Grün-Weißen in der Tat nicht angebracht. Redouane Saroukhs Volltreffer zur Führung entpuppte sich nach 32 Minuten als Startsignal für weitere sehenswerte Bad Vilbeler Aktionen und gleichzeitig für Obertshausens Trainer Lars Schmidt und seine abstiegsgefährdete Truppe als Anfang vom später dann sehr bitteren Ende.

Insbesondere ab der zweiten Hälfte bis etwa zur 70. Minute brillierten die Platzherren, die auf Tobias Bernhardt, Manuel Viehmann und Sven Kusebauch verzichten mussten, mit modernem Offensivspiel - schnell, direkt und von hoher Effektivität gekennzeichnet.

Dass die Obertshausener Abwehrkette mit Sarfo, Kümetepe, Wöll und Schweier in dieser Spielphase zuweilen komplett in ihre Einzelteile zerlegt wurde, hatte freilich Gründe: Erstens wäre diesbezüglich Jens Paetzold zu nennen, dessen präzise Pässe aus dem Mittelfeld fast immer den eigenen Abnehmer fanden, und zweitens die FV-Doppelspitze Nuh Uslu/Redouane Saroukh.

Nicht von ungefähr erzielten beide jeweils zwei Tore, wobei Uslus Volltreffer zum 3:0 (60.) und 4:0 (62.) durchaus die Bezeichnung »Extraklasse« verdienten: Dem ersten ging ein punktgenauer Steilpass Jens Paetzolds voraus. Nuh Uslu gab Gas, sprintete im Eiltempo an Kickers-Keeper Petridis vorbei und netzte souverän ein. Beim zweiten hebelten Redouane Saroukh (Pass auf die rechte Außenbahn) und Flankengeber Volkan Sungun, in der 50. Minute der Schütze des bereits vorentscheidenden 2:0, blitzschnell die Gäste-Abwehr aus. Nuh Uslu stand in der Mitte goldrichtig und traf per Flachschuss ins linke Eck.

Als Saroukh nur eine Minute später gar auf 5:0 erhöhte, schien sich für die Schmidt-Elf ein Debakel anzubahnen. Dass es nicht dazu kam, lag weniger an Christian Fischers verwandelten Foulelfmeter, der dem Tabellen-14. in der 65. Minute den Ehrentreffer ermöglichte, sondern vielmehr an Jens Paetzolds Eselei, in der 73. Minute dem gerade erst eingewechselten Op de Hipt vor den Augen von Referee Christian Eichhöfer (Großen-Buseck) einen Kopfstoß zu verpassen. »Rot« für Paetzold und ein klar erkennbarer Bruch im Bad Vilbeler Aufbauspiel waren die logische Konsequenz.

Von größerem Flurschaden für den FV konnte allerdings keine Rede sein: Philipp Groda räumte nämlich bereits vor der Abwehr rasant ab, während hinten die Innenverteidiger Paul Britze und Steven Cue, aber auch Sebastian Weigand, Alexander Trumpp sowie nach deren Auswechselungen Afram Kakur und Alexander Weigand solide Defensivarbeit verrichteten. Die Frage, welches Team das Niddasportfeld als Sieger verlassen würde, war demnach früh entschieden.

Nicht ganz so eindeutig verhielt es sich mit noch offenen Personal-Überlegungen, die man seitens der Bad Vilbeler Klubführung eigentlich gleich nach der Partie zu klären beabsichtigte. Das klappte nicht in vollem Umfang. Sicher ist: Während der Vertrag mit Torwart Julian Langer wegen dessen schwerer Schulterverletzung, die einen Einsatz in den kommenden Monaten unmöglich macht, in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst wird, soll Bugra Dursun, der jüngst mit tadellosen Vorstellungen zwischen den Pfosten zu beeindrucken wusste, gehalten werden. Fatih Uslu hat derweil beim FV Bad Vilbel wohl keine Zukunft mehr. Was Torjäger Nuh Uslu und auch Routinier Jens Paetzold betrifft, habe man, so der FV-Spielausschussvorsitzende Marcus Dippel, eine Fristverlängerung vereinbart: »Am Dienstag wissen wir Genaueres.« Uwe Born

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