Petterweils Peschke: "Würde gerne aufsteigen"

Besser könnte die Stimmung kaum sein beim TV Petterweil. In der Handball-Landesliga nimmt der Klub seit Sonntag die exponierte Stellung des Spitzenreiters ein. Und auch wenn Trainer Detlef Ernst sich weiterhin fleißig in Understatement übt und am Ziel Klassenerhalt festhält, ist so etwas wie Euphorie bei den Wetterauern zu spüren. Dabei hofft Spielmacher Martin Peschke, einer der Erfolgsgaranten des Teams, dass bei der bereits gebuchten Abschlussfahrt nach Mallorca mehr als nur der Klassenerhalt gefeiert werden kann. Im Interview mit der Wetterauer Zeitung erzählt der treffsichere TVP-Spieler, warum seine Mannschaft in dieser Runde die Landesliga derart aufmischt und was noch allesmöglich ist in der südlichen Wetterau.

Martin Peschke, Ihre Mannschaft steht an der Spitze der Liga. Das war so aber nicht geplant...

Peschke: Nein, nein. Wir hatten uns zum Ziel gesetzt, den Klassenerhalt zu schaffen. Ich bin auch sehr überrascht über den positiven Verlauf dieser Saison. Es passt bei uns einfach alles und macht einen Riesenspaß.

Vom Klassenerhalt zu sprechen, klingt in der derzeitigen Situation ziemlich vermessen. Hand aufs Herz: Was kann der TVP in dieser Saison erreichen?

Peschke: Ich bin sicher, dass wir die Klasse halten werden. Ich spreche aber nur für mich, wenn ich sage, dass ich gerne unter die ersten fünf oder vielleicht sogar unter die ersten drei Mannschaften kommen möchte. Wir stehen auf dem ersten Tabellenplatz und dürfen uns schon ein bisschen selbstbewusster zeigen.

Wer auf dem ersten Tabellenplatz steht, darf aber auch vom Aufstieg reden. Oder ist das in Petterweil kein Thema?

Peschke: Ich persönlich würde natürlich gerne aufsteigen. Alleine schon wegen der Feier, die wir dann zelebrieren würden. Und natürlich wegen unserer Abschlussfahrt nach Mallorca. Die Reise ist schon lange gebucht. Sie wird ohnehin gut. Aber ein Aufstieg ist immer etwas Schönes. Auch wenn ich glaube, dass es für uns in der Oberliga sehr schwierig werden könnte.

Aus welchem Grund?

Peschke: Naja, die Oberliga ist extrem stark und wir haben aus beruflichen Gründen nicht die Möglichkeiten, mehr als zwei Mal in der Woche zu trainieren. Für einen Ort mit 2500 Einwohnern leistet der Verein einiges. Aber er würde dann sicher an die eigenen Grenzen stoßen. Aber über ungelegte Eier brauchen wir nicht zu reden.

Wäre ein Aufstieg nicht auch mit Chancen verbunden? Etwa in der Jugendarbeit?

Peschke: Die Chancen sehe ich natürlich auch. Wir können aber schon jetzt als guter Landesligist vielleicht den einen oder anderen jungen Spieler aus der Region dazu bewegen, nach Petterweil und nicht nach Ober-Eschbach oder sonstwo in die Nähe zu wechseln. Wir haben etwas zu bieten. Im Falle eines Aufstieg wäre das natürlich noch ein bisschen mehr. Wir haben eine sehr gute C-Jugend und eine B-Jugend, die mit Dortelweil eine Spielgemeinschaft bildet. Kurzfristig sind wir auf externe Neuzugänge angewiesen. Eine gute erste Mannschaft gibt aber immer einen Schub für den Nachwuchs.

Mit Jörn Olbrich hat ein wichtiger Spieler nach seinem zwischenzeitlichen Abgang sein Comeback gefeiert. Wie sehen Sie seine Position?

Peschke: Er ist natürlich enorm wichtig für unsere Mannschaft. Durch seinen Polizei-Job und der schweren Verletzung zu Saisonbeginn wollte er eigentlich nicht mehr spielen, weil die Arbeit - wie bei allen von uns - vorgeht. Das kann jeder nachvollziehen. Doch er hat dann wieder Lust bekommen und ist wieder zurückgekommen. Zum Glück, wie man sieht. Man spürt, dass er schon in der Bundesliga gespielt hat. Ich denke, dass wir mit dem Trio Olbrich, Ruppert, Peschke derzeit auch die nötige Erfahrung an Bord haben, die nötig ist, um eine gute Rolle zu spielen. Zudem haben wir ein sehr gutes Torwart-Duo, das eine starke Runde spielt.

Trainer Detlef Ernst ist sicher auch nicht zu vergessen. Er scheint ein besonderer Typ zu sein, der autokratisch und dennoch sehr kumpelhaft und menschlich herüberkommt...

Peschke: Er ist ein Trainer, der einfach zu uns passt und einen sehr großen Anteil am Erfolg hat. Er ist sicher vor dem Training oder Spiel ein Kumpeltyp, mit dem die Mannschaft sehr gut auskommt. Auch danach kann er das Spiel schnell wieder vergessen. Während der Partie ist er sehr laut, was vielleicht nicht jeder toll findet. Aber ich glaube, dass wir das brauchen. Ich hatte viele Trainer, die richtig gut waren. Fachlich aber ist er der Beste, den ich je hatte. Bei ihm ist kein Training wie das andere. Es ist immer sehr abwechslungsreich. Jan Martin Strasheim

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