Der TV Petterweil geht als Aufsteiger in die Saison in der Oberliga Hessen (hinten, v. l.) Trainer Martin Peschke, Lennart Trouvain, Felix Koffler, Benedikt Pfeiffer, Johannes Pfeiffer, Marcus Neuhalfen, Niklas Wagner, Physiotherapeut Markus Soff, (Mitte, v. l.) Betreuer Jens Wassberg, Lennart Kusan, Cedrik Witzel, Jannik Reinwald, Mario Fernandes, Jonas Koffler, Thorsten Koch, Torwarttrainer Oliver Malkmus, (vorn, v. l.) Physiotherapeutin Christina Herzog, Florian Wassberg, Pierre Lange, Christoph Schneiker, Markus Ahlborn, Iteb Bouali, Dennis Bachmann, Nikola Jankovic, Betreuer Marcel Becker.
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Der TV Petterweil geht als Aufsteiger in die Saison in der Oberliga Hessen (hinten, v. l.) Trainer Martin Peschke, Lennart Trouvain, Felix Koffler, Benedikt Pfeiffer, Johannes Pfeiffer, Marcus Neuhalfen, Niklas Wagner, Physiotherapeut Markus Soff, (Mitte, v. l.) Betreuer Jens Wassberg, Lennart Kusan, Cedrik Witzel, Jannik Reinwald, Mario Fernandes, Jonas Koffler, Thorsten Koch, Torwarttrainer Oliver Malkmus, (vorn, v. l.) Physiotherapeutin Christina Herzog, Florian Wassberg, Pierre Lange, Christoph Schneiker, Markus Ahlborn, Iteb Bouali, Dennis Bachmann, Nikola Jankovic, Betreuer Marcel Becker.

Saisonstart im Handball

Nach dem Oberliga-Aufstieg: TV Petterweil sieht sich für neue Saison gut gerüstet

  • vonPeter Hett
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Der TV Petterweil ist die erste Mannschaft aus der Wetterau seit Langem, die es in die Handball-Oberliga Hessen geschafft hat - auch dank des Saisonabbruchs aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Dort erwartet das Team eine starke Staffel, in der es vor allem um den Klassenerhalt geht.

Für die Handballer ging die Saison 2019/2020 Mitte März mit dem coronabedingten Abbruch überraschend zu Ende. Ungewöhnlich verläuft jetzt auch der Beginn der neuen Spielzeit - auch in der Oberliga, Hessens Renommierklasse, in der seit langen Jahren mit dem TV Petterweil wieder ein Wetterauer Verein mitspielt. Der Landesliga-Aufsteiger aus dem Karbener Stadtteil hat damit seine Stellung als Aushängeschild der Region manifestiert. Geplanter Saisonstart war das Wochenende 12./13. September. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt ansteigenden Infektionszahlen, kam es zu einer Verschiebung auf das nun kommende Wochenende.

Petterweils Trainer Martin Peschke und seine Mannschaft freuen sich darauf, dass es jetzt endlich losgeht, und haben unheimlichen "Bock auf Handball". Wie das Team mit den Widrigkeiten der Corona-Krise und dem verspäteten Saisonstart umgeht, wie der neue Kader aussieht und mit welchen Erwartungen auf die anstehende Saison geblickt wird, haben wir vor dem ersten Spiel am Sonntag (18 Uhr) gegen die MSG Umstadt/Habitzheim durchleuchtet:

Die Saisonvorbereitung:Ohne Zweifel war es sowohl für Trainer als auch Mannschaft die bisher wohl ungewöhnlichste Saisonvorbereitung - sowohl was die Dauer als auch die Gestaltung anbelangt. Von April bis Mitte Juni durchliefen die Spieler eine Individualphase, in der jeder Spieler sein eigenes Fitnessprogramm absolvierte. In den folgenden Wochen standen diverse Laufeinheiten auf dem Programm. Den Vorgaben der Richtlinien zur Rückkehr in den Spielbetrieb folgend, begann im Juli das Hallentraining. Ab Anfang August war es schließlich möglich, Vorbereitungsspiele zu absolvieren. Gegner waren durchgängig Landes- und Oberligisten. Höhepunkt war die Turnierteilnahme beim Linden-Cup. "Mit der Qualität der Vorbereitung bin ich sehr zufrieden. Alle haben super mitgezogen. Nach den Urlauben stieg die Trainingsbeteiligung erheblich an. Es waren regelmäßig 16 Spieler im Training. Allen Spielern merkt man an, dass sie wollen und bereit für die Saison sind", bilanziert Trainer Peschke.

Der Kader:Hier wurde sowohl quantitativ als auch qualitativ zugelegt. Es gibt einen festen 19-Mann-Kader. Im Vergleich zur Vorsaison schied mit Roman Hitzel lediglich ein Spieler aus. Die Auswahl der Neuzugänge orientierte sich an den Positionen, die es zu verstärken galt. Ex-Zweitligaspieler Mario Fernandes gilt als Königstransfer, der sowohl im Angriff als auch in der Abwehr eine Schlüsselposition einnehmen soll. Mit Nikola Jankovic wurde ein weiterer Spieler verpflichtet, der über höherklassige Erfahrung verfügt. Er soll auf der RückraumMitte-Position das Spiel ankurbeln, die Rückraumhalben in gute Schussposition bringen und den Kreis mit Vorlagen füttern. Mit Dennis Bachmann und Jannik Reinwald wurde zudem sowohl der Rückraum- als auch die Außenposition breiter aufgestellt. Letztjährige Schlüsselspieler wie Iteb Bouali, Jonas Koffler und Jens Wassberg bleiben erhalten.

Die Liga:Oberliga Hessen klingt zunächst einmal großartig. Doch was steckt dahinter? Experten behaupten, es sei eine der spielstärksten Oberligen in Deutschland. Die Leistungsdichte ist ungleich höher als in der Landesliga. "Man steht da oftmals reihenweise Typen gegenüber, die zwei Meter groß sind und alle Handball spielen können", hört man aus dem Petterweiler Lager. Coronabedingt gab es in der Vorsaison keine Absteiger. Auch in der Tabelle abgeschlagene Mannschaften aus Vellmar und Babenhausen blieben in der Liga, die jetzt anstatt der regulären Staffelstärke von 14 Mannschaften aus 16 Teams besteht. Aus diesem Grund kann es in der neuen Spielzeit bis zu fünf Absteiger geben. Mit dem Petterweiler Aufstieg ist jetzt endlich wieder ein Wetterauer Verein in die Phalanx der Nachbarn aus Gießen und Wetzlar eingedrungen. Spiele gegen Wettenberg, Pohlheim und Kleenheim-Langgöns sollen Derby-Charakter vermitteln. Dazugesellt sich aus Petterweiler Sicht noch Bruchköbel. Aufgrund der regional guten Lage des TVP werden bei den Auswärtsspielen kaum mehr Kilometer zurückgelegt werden müssen, als es bisher in der Landesliga der Fall war.

Das Handicap:Als Aufsteiger ist Petterweil zunächst einmal Außenseiter und schon aus diesem Grund auf seine Zuschauer angewiesen, die die Mannschaft im Aufstiegsjahr gepusht haben. Selbst auswärts hatte man oftmals mehr Fans als die Gastgeber. Anhand des aufgestellten Hygienekonzepts werden in eigener Halle nur etwa 150 Zuschauer dabei sein. Diese werden komplett aus Dauerkarteninhabern und dem Gästekontingent gefüllt, sodass es keine Eintrittskartenim freien Verkauf gibt. Der Verein will die Partie aber live auf seinem YouTube-Kanal "TVP Livestream" übertragen. Dennoch: Die sonst von der Kulisse auf die Spieler übergehenden Emotionen werden ein Stück weit fehlen.

Das sagt Trainer Martin Peschke:"Als Favoriten sehe ich die HSG Pohlheim und TSG Bürgel. Eventuell wird es diese Saison aufgrund von Corona die eine oder andere Überraschung geben, da vielleicht Spieler aufgrund des Berufs oder aufgrund ihres privaten Umfeldes nicht immer spielen können. Für uns geht es einzig und allein darum, die Klasse zu halten und die Spieler in dieser Liga zu etablieren. Eine konkrete Zielsetzung anhand eines Tabellenplatzes haben wir nicht ausgerufen. Aufgrund der guten Entwicklungen der jungen Spieler, der individuellen Klasse von Jonas Koffler und durch die überragenden Torhüterleistungen von Iteb Bouali ist uns dieser Ausrutscher nach oben gelungen. Ob wir in die Oberliga gehören, wird sich noch zeigen. Wir haben eine gute Basis mit einheimischen Spielern geschaffen und diese sinnvoll durch Neuzugänge ergänzt beziehungsweise verstärkt."

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