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TV Petterweil schlägt TSV Griedel

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Packende Zweikämpfe liefern sich die beiden heimischen Landesligisten – hier Petterweils Timm Weis (r.) und Griedels Lukas Kipp. Links beobachtet Griedels bester Torschütze Ziad Rejab die Situation.	(Foto: Nici Merz)
Packende Zweikämpfe liefern sich die beiden heimischen Landesligisten – hier Petterweils Timm Weis (r.) und Griedels Lukas Kipp. Links beobachtet Griedels bester Torschütze Ziad Rejab die Situation. (Foto: Nici Merz) © Nicole Merz

Die rund 200 Zuschauer bekamen beim Landesliga-Derby des gastgebenden TV Petterweil gegen den TSV Griedel eine Menge geboten – und sahen am Ende die Gastgeber jubeln. Erneut hatte es der Griedel nicht geschafft, dem Wetterauer Aushängeschild in Sachen Handball ein Bein zu stellen.

Wie bereits im Hinspiel musste die Mannschaft von Trainer Ergün Sahin eine unglückliche Niederlage hinnehmen. Der 26:25 (10:10)-Erfolg der Gelb-Schwarzen hing allerdings bis zum Abpfiff an einem seidenen Faden und spiegelt nicht den Spielverlauf.

Tolle Stimmung in der Halle am Sauerborn, viele Emotionen, das Torhüter-Fernduell der Routiniers Helmut Michalke und Uwe Bonn, das Kreisläufer-Duell der Hitzköpfe Felix Schneider und Timm Weiß, die individuelle Klasse des Ex-Petterweilers Ziad Rejab – und ein dramatischer Spielverlauf:

Selbst Petterweils Trainer Heiko Trinczek fühlte nach dem Schlusspfiff mit dem unterlegenen Gegner. »Sicherlich ist es schwer, eine solche Niederlage zu akzeptieren, aber so ist nun einmal der Handballsport«, machte er klar. Griedels Teammanager Jürgen Weiß schien trotz der Niederlage einigermaßen gefasst. »So wie heute geht uns oft«, war seine erste Reaktion. »Meine Mannschaft hat erneut ein gutes Spiel gezeigt und war über weite Strecken überlegen, steht aber wieder einmal mit leeren Händen da«, lautete sein erstes Fazit.

Die Zuschauer bekamen ein Spiel geboten, das von der Dramatik lebte und bei dem sich beide Trainer einiges hatten einfallen lassen, um mit ihren personell geschwächten Mannschaften zu punkten. Auf beiden Seiten war die Parole lange geduldige Angriffe zu spielen, um unnötige Fehler zu vermeiden, die der jeweilige Gegner zu schnellen Kontern einladen würde. Griedel kam besser aus den Starlöchern und erspielte sich schnell eine Zwei-Tore-Führung (1:3/5.). Nach dem 3:5 (13.) kamen auch die Gastgeber im Spiel an und glichen zum 5:5 aus (17.). Der TSV ließ sich nicht vom Weg abbringen und führte bis zum 8:10, ehe Petterweil zur Pause ausglich. Die erste Hälfte stand im Zeichen der Abwehrreihen und den gut haltenden Uwe Bonn und Helmut Michalke. Während die Gäste versuchten, mit einer offensiv ausgerichteten 5:1-Deckung den gegnerischen Angreifern das Leben schwer zu machen, wählte Petterweil die klassische 6:0-Variante.

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Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff sorgte Timm Weis für das 11:10 und damit die erste Führung seines TVP. Beide Seiten kamen mit deutlich mehr Angriffsschwung als in der ersten Hälfte aus der Kabine. Mit vier Toren in Folge durch Müller, Kipp, Grieb und Scheurich machten die Gäste aus dem 12:12 eine 16:12-Führung. Das Griedeler Hoch hielt an bis zum 15:20 (44.). Auf diese klare Gästeführung reagierte Trinczek mit einer Auszeit. Um einen weiteren Impuls zu setzen, nahm er den bis dahin überzeugenden Michalke aus dem Tor und ersetzte ihn durch Büttner. Dieser führte sich gleich gut ein, indem er eine freie Griedeler Chance von außen vereitelte. Der TSV hielt zwar noch einmal kurzzeitig dagegen (16:21/47.), verlor jedoch zusehends seine bis dahin vorbildlich durchgezogene Spieldisziplin. Jetzt waren es die Gastgeber, die mit vier Toren durch Lange, Scherrer und zweimal Führ den Anschluss zum 20:21 schafften.

Die Gäste zogen nach einer Auszeit von Trainer Sahin wieder mit drei Toren auf 20:23 davon. Angeführt von einem mit großem Kampfgeist agierenden Ralf Scherrer kam Petterweil zurück. Sie profitierten allerdings auch von einer umstrittenen Szene. Griedel reklamierte bei den Schiedsrichtern vergeblich die Beseitigung eines Schwitzflecks. Daraufhin rutschte Michel Stolte aus, verlor den Ball und Petterweil erzielte einen Treffer per Tempogegenstoß, während Stolte verletzt vom Feld musste. Beim 23:23 (Lange/56.) war das Spiel wieder offen. Als Scherrer beim Stand von 24:24 eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, (58:45) schien das Pendel in Richtung Gast auszuschlagen. Zunächst gelang beiden Mannschaften noch jeweils ein Tor und es lief auf eine Punkteteilung hinaus. Am Ende war es dann Alexander Koch, der mit seinem Tor zehn Sekunden vor dem Ende für einen schmeichelhaften TVP-Heimsieg sorgte.

Auf beiden Seiten war man sich darüber einig, dass das Ergebnis auf die größere Reife und Abgeklärtheit im Spiel des Siegers zurückzuführen war. Als »sensationell« bezeichnete Trinczek den Erfolg. »Das Spiel ist so gelaufen, wie wir es erwartet haben. Meine Mannschaft hat alle Vorgaben umgesetzt. Aufgrund der personellen Situation konnten wir nicht 60 Minuten lang Tempo gehen und haben das Spiel zunächst verschleppt. Am Ende hat die größer Erfahrung und Kampfkraft den Ausschlag gegeben«, so seine Analyse. Ein Lob verteilte er noch an Ralf Scherrer, der spezielle in der Endphase seine Mannschaft mitriss, und an Torwart Lukas Büttner. Jürgen Weiß war auch der Meinung, dass die größere Cleverness des Gegners das Spiel entschieden habe. »Unsere junge Mannschaft hat wieder einmal Lehrgeld bezahlt. Petterweil konnte sich auf alle Gegebenheiten des Spiels, auch die Schiedsrichter, besser einstellen als wir«, bekannte er. Neben dem neunfachen Torschützen Rejab ist aus einer über weite Strecken überzeugenden Mannschaft Marvin Grieb hervorzuheben, der mit seiner dynamischen Art fünf Tore verbuchte.

TV Petterweil: Michalke, Büttner ; Trouvain, Thomer (3), Gosenheimer (1), Führ (4), Peschke, Scherrer (5), Alexander Koch (2), Schneider, Weis (6), Lange (5/3), Wirth, Hardt.

TSV Griedel: Bonn, Finhold; Rejab (9/1), Müller (3), Weiß (1), Scheurich (2), Leister, Grieb (5), Stolte (3/1), Lingenberg (1), Kipp (1), Schepp, Bambey.

Steno: Schiedsrichter: Wächtershäuser/Rüspeler (Kleenheim). – Siebenmeter: 3/3 – 2/2. – Strafzeiten: 2:6. – Zuschauer: 200. Peter Hett

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