Peter Debus trifft zum Sieg in der Einzel- und der Mannschaftswertung

(sl) Die Stadt Florstadt war einmal mehr das Mekka der hessischen Bogensport-Elite. Nach den Deutschen Meisterschaften der Behinderten im Bogenschießen in der Halle im Februar fungierte der Schützenverein 1963 Nieder-Florstadt jetzt als Ausrichter der Hessischen Meisterschaften Bogen FITA im Freien. Und die Veranstaltungsprofis um den Vorsitzenden Detlef Maschke-Gorr und Bogenwart Albert Horn absolvierten einmal mehr eine organisatorische Meisterleistung

Dankes- und Lobesworte äußerten neben den fast 250 Landesmeisterschafts-Teilnehmern auch die Verantwortlichen um den neuen Bogenreferenten Stefan Rauch. Sportlich sorgten die Wetterauer Teilnehmer für einige wenige Highlights. Den Heimvorteil nutzen konnten Peter Debus vom BSC Nidderau, der mit 668 Ringen Landesmeister in der Compound-Altersklasse wurde, und Bernd Schmidt vom SV Selzerbrunnen, der mit 399 Ringen Zweiter in der Disziplin Langbogen offene Klasse wurde. Gemeinsam mit Jens Asbach und Joachim Baier wurde Debus außerdem mit 2000 Ringen Mannschafts-Hessenmeister in der Compound-Schützenklasse.

In der Compound-Seniorenklasse wurde Rustan Nicklau vom SV Selzerbrunnen (604 Ringe) Siebter, und gleich drei vordere Platzierungen legten die Wetterauer Starter in der Blankbogen-Schützenklasse vor: Oliver Kröll vom SV Dauernheim wurde mit 544 Ringen Dritter, Rang vier ging mit nur einem Ring weniger an Katrin Kuhne vom SV Selzerbrunnen, und Fünfter wurde mit 530 Ringen Ulrich Brockgreitens vom SV Bad Vilbel. Bernd Schmidt vom SV Selzerbrunnen konnte sich zudem mit 399 Ringen über den zweiten Platz in der offenen Klasse der Langbogen-Konkurrenz freuen.

Weitere gute Platzierungen erreichten in der Recurve-Schützenklasse Maximilian Ripp vom SV Selzerbrunnen mit 625 Ringen und Platz vier, sowie Lothar Gärtner vom BSC Gronau in der Compound-Schützenklasse, der mit 672 Ringen auf Platz vier landete. Jens Asbach vom BSC Nidderau belegte mit 692 Ringen den zweiten Platz in der Compound-Schützenklasse, Christine Stohrer vom SV Dauernheim errang mit 631 Ringen in der Compound-Damenklasse den dritten Rang, und auf dem vierten Platz in der Compound-Juniorenklasse beendete Richard Daniel (649 Ringe) vom SV Bad Vilbel die Hessenmeisterschaften.

Einziger Florstädter Starter, der sich über die Vereins-, Kreis- und Gaumeisterschaften für die "Hessischen" qualifiziert hatte, war Hubert Hoffmann, der im Finale der Recurve-Altersklasse mit 570 Ringen den achten Platz belegte.

Ein Wiedersehen gabs für die Gastgeber mit ihrem ehemaligen Schützen Stefan Kolodzeiski aus Bad Nauheim, der inzwischen für den BSC Rüsselsheim antritt und in der Compound-Schützenklasse mit 676 Ringen Zweiter wurde.

Auf dem Waldsportplatz des FC Nieder-Florstadt hatte man 33 Zielscheiben aufgebaut. Jede Scheibe hat übrigens ein Gewicht von rund 80 Kilogramm. Zum Schutz der Aktiven vor der Sonne hatte man eine Schatten spendende Zeltstadt aus Pavillons errichtet und über 2500 Meter Absperrband für die Schießbahnen im Rasen verankert. Die Stadt Florstadt stellte drei ihrer Marktbuden zur Verfügung, aus denen kühle Getränke und - passend zu den Meisterschaften - hessische Spezialitäten zur Stärkung verkauft wurden.

Bereits am Mittwoch hatte man mit dem Aufbau begonnen, um am Freitag um 17 Uhr die Abnahme als Bogensportturnierstätte zu erhalten. Der besondere Dank des ausrichtenden Schützenvereins Nieder-Florstadt galt der Stadt Florstadt samt Bürgermeister Herbert Unger, der mit Stolz die hessischen Bogensport-Elite in Florstadt begrüßen durfte und den Schützenverein als Aushängeschild der Wetteraukommune bezeichnete.

Fast 250 Startern wurden an beiden Tagen optimale Wettkampfbedingungen und sogar die Übertragung des Fußball-WM-Spiels mit deutscher Beteiligung ermöglicht. Alle Seiten, darunter auch Wettkampfleiterin Christel Dohm-Schwarze und Schießleiterin Sabrina Steffens vom Hessischen Schützen-Verband, sprachen anschließend von einem sehr guten Verlauf und freuten sich auf ein Wiedersehen, denn der SV Nieder-Florstadt hat auch den Zuschlag für die Hessenmeisterschaften der beiden kommenden Jahre erhalten.

Jeder Schütze gab zweimal 36 Pfeile ab und konnte maximal 720 Ringe schießen. Während die Recurve- und Compound-Schützen ihre Hessenmeister auf eine Entfernung von 70 Meter ermittelten, galt für die Lang- und Blankbogen-Schützen eine Distanz von 40 Metern. In allen Disziplinen hat die Zielscheiben-Auflage einen Durchmesser von 122 Zentimetern, das Gold-Zentrum allerdings nur 25 Zentimeter.

Besonderes Augenmerk legten Wettkampfleitung, ausrichtender Verein und jeder Schütze auf verschwundene Pfeile. Hier gab es eine absolut wichtige Meldepflicht. Denn die Pfeile bestehen aus Carbon und können in winzige Fasern zerbrechen. Carbon ist ein leichtes, aber sehr hartes Material, das im Körper bei Röntgenaufnahmen nicht erkannt werden kann. Da die Wettkämpfe auf dem Waldsportplatz stattfanden, wo auch wieder Fußball gespielt werden soll, wären die Pfeilsuchmannschaften besonders akribisch und aufmerksam in Aktion getreten. Entwarnung konnte nach Wettkampfende gegeben werden, denn alle Pfeile hatten ihr Ziel gefunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare