Gießens "Neuer" Ali Ibrahimaj hat Zweit- und Drittliga-Erfahrung und könnte dem FC schon heute beim KSV Hessen Kassel weiterhelfen. FOTO: IMAGO
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Gießens "Neuer" Ali Ibrahimaj hat Zweit- und Drittliga-Erfahrung und könnte dem FC schon heute beim KSV Hessen Kassel weiterhelfen. FOTO: IMAGO

Personal-Karussell dreht sich

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(fri/jm/sno). Dass der FSV Frankfurt kurz vor Abschluss der Hinrunde als Spitzenreiter den Titelanwärter TSV Steinbach Haiger empfangen würde, damit hatten vor Saisonbeginn noch nicht mal die kühnsten Optimisten gerechnet. Doch dieser Fall ist eben eingetreten, und ein weiterer Heimsieg am Samstag (14 Uhr) brächte den Fußballern aus Bornheim einen Sechs-Punkte-Puffer zum Rangzweiten.

Da kann es noch so intensiv schneien und regnen in diesen Tagen: Diese Aussichten sind für die Schwarz-Blauen einfach prächtig. "Wir gehen völlig locker und ohne Druck in dieses Spiel. Das wollen wir genießen. Wir müssen nicht gewinnen, Steinbach darf das Spiel nicht verlieren", beschreibt Cheftrainer Thomas Brendel seine Perspektive. Aber insgeheim sind die Bornheimer natürlich erpicht darauf, den gut betuchten Steinbachern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Nach starken Leistungen von Jesse Sierck, Emir Sejdovic und Mischa Häuser beim 1:0 über die SG Großaspach ist Brendel in der komfortablen Lage, eine große Auswahl für die Startelf zu haben. Die Gelbsperre von Luca Bazzoli und Ahmed Azaouagh ist abgesessen, somit hat er in der Defensive mehr Handlungsspielraum. Während der zuletzt angeschlagene Ihab Darwiche eventuell noch den Sprung in den Kader schafft, würden Alieu Sawaneh und Timo Kunert "nächste Woche ins Mannschaftstraining zurückkehren".

Bei den Offenbacher Kickers hat Sreto Ristic nach drei Partien erstmals mitbekommen, wie schnell sich ein Wind drehen kann im traditionell aufgeregten Umfeld. "Ich habe die Kommentare in den Sozialen Medien auch mitbekommen, ich kann die Fans verstehen", sagt der OFC-Coach. Vor der Partie am Samstag (14 Uhr) beim FSV Mainz 05 II räumt Ristic ein, "dass auch wir Verantwortlichen enttäuscht sind". Über die zu magere Punktausbeute. Über die vielen liegen gelassenen Torchancen. Über Mängel, über deren Ursache Ristic in der Kürze seiner Amtszeit noch keine abschließende Beurteilung abgeben will.

In Mainz stellen sich für den OFC-Coach neue Fragen, die er bis Samstag beantworten muss. Viele davon sind durchaus auf den ersten Blick Luxusprobleme, weil der Kader ja durchaus prominent besetzt ist. Für Ristic, erst wenige Wochen im Amt, sind sie aber durchaus zentral, weil sie ihn in seinem Gespür für die Mannschaft bestätigen können - oder eben auch nicht. Eine Frage lautet: Wer ersetzt den weiterhin fehlenden Rechtsverteidiger Marco Fritscher, der in seinen bisherigen zehn Einsätzen so häufig mit Tempo und Offensivgeist viel Positives bewirkte? Maik Vetter, lange verletzter Mentalitätsspieler der Kickers, ersetzte ihn in Koblenz ordentlich. Aber hält er die Belastung durch?

Indes läuft es beim FC Gießen mit vier Siegen aus zuletzt fünf Spielen rund. Heute geht’s zum KSV Hessen Kassel (14 Uhr). "Eine knackige Aufgabe auf engem Kunstrasen", weiß Trainer Daniyel Cimen. Darüber hinaus dreht sich das Personal-Karussell auf Hochtouren: Gießens Neuzugang aus Uerdingen, Ali Ibrahimaj, ist gestern Vater geworden und heute schon ein Kandidat für die Startelf - und Stürmer Jann Bangert wurde vom Trainerteam auf Dauer aussortiert.

"Ali ist für uns ein absoluter Top-Transfer", sagt Cimen. Der 29-Jährige spielte bereits in der 2. Bundesliga für Sandhausen und zuletzt in Liga drei ab und zu für Uerdingen. "Er ist flexibel einsetzbar, auf beiden Flügeln, auf der Zehn, als hängende Spitze. Er kommt mit einem guten Fitnesslevel." Etwas dauern dürfte das noch beim 34-jährigen Nejmeddin Daghfous. Gelbgesperrt ist Aykut Öztürk, fehlen werden Niclas Mohr (Oberschenkel), Landu Mateus (Kreuzbandriss), Jure Colak, Milad Salem (Aufbautraining) sowie Marcel Mansfeld (Schambeinentzündung).

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