Nun hat es auch die Fußball-Regionalliga Südwest erwischt: Sie pausiert bis mindestens Ende November. Eine Fortsetzung danach ist nur möglich, wenn alle Mannschaften ab 17. November die Chance haben, sich im Training darauf vorzubereiten. SYMBOLFOTO: IMAGO
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Nun hat es auch die Fußball-Regionalliga Südwest erwischt: Sie pausiert bis mindestens Ende November. Eine Fortsetzung danach ist nur möglich, wenn alle Mannschaften ab 17. November die Chance haben, sich im Training darauf vorzubereiten. SYMBOLFOTO: IMAGO

Pause bis mindestens 1. Dezember

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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(kus). Überraschend kam sie nach der tagelangen Diskussion nicht mehr, die Saisonunterbrechung in der Fußball-Regionalliga Südwest bis zum 30. November, die die Liga-Verantwortlichen am Mittwoch verkündeten. Wann es in der Südwest-Staffel der vierten Liga mit Teams aus fünf Bundesländern weitergeht und ob in diesem Kalenderjahr überhaupt noch Begegnungen ausgetragen werden, ist offen - auch wenn die Verantwortlichen um Geschäftsführer Sascha Döther anstreben, die Runde am 1. Dezember fortzuführen.

Grund für die Aussetzung des Spielbetriebs ist, dass Rheinland-Pfalz, wo vier der 22 Vereine der Liga beheimatet sind (TuS RW Koblenz, 1. FSV Mainz 05 II, TSV Schott Mainz FK 03 Pirmasens), die Regionalliga als Amateursport einstuft - somit ist den Teams dort nach dem Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie der Trainings- und Spielbetrieb im gesamten November verboten. In Hessen und in Baden-Württemberg wird die Regionalliga hingegen als Profisport angesehen, sodass hier die Mannschaften trainieren und ihre Partien ohne Zuschauer bestreiten dürften. Im Saarland können die Regionalliga-Klubs eine Sondergenehmigung für den Trainings- und Spielbetrieb erhalten, teilte die Regionalliga Südwest GbR mit Sitz in Karlsruhe mit.

"Eine Fortsetzung des Spielbetriebs ohne die in Rheinland-Pfalz ansässigen Teilnehmer würde zu massiven Verzerrungen des Wettbewerbs führen", erklärte die Spielkommission der Regionalliga. Auch ein zeitweiser Umzug der Klubs in benachbarte Bundesländer sei den vier Vereinen nicht zuzumuten. Ein Sonderfall ist der FC Bayern Alzenau, der zwar in Bayern beheimatet ist, aber Mitglied des Hessischen Fußball-Verbandes ist. In Bayern hat die Regionalliga wie in Rheinland-Pfalz Amateur-Status, aber den Alzenauern ist es aus Sicht der Liga-Verantwortlichen "zumutbar, sich um eine Trainings- und Spielstätte in Hessen zu bemühen".

Alles wartet auf Rheinland-Pfalz

Ziel der Spielkommission ist es, die Saison ab dem 1. Dezember fortzusetzen - aber nur, "wenn in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ab spätestens 17. November wieder ein Mannschaftstraining unter Wettkampfbedingungen zulässig ist". Dazu müsste also die rheinland-pfälzische Landesregierung bis dahin "ihren" Regionalligisten doch noch den Profi-Status zugestehen. Tut sie dies nicht, könnte wie bei allen Amateurklubs erst am 1. Dezember wieder das Training aufgenommen werden. Mit einer Fortsetzung der Runde wäre dann, wenn überhaupt, nicht vor Mitte Dezember zu rechnen - vorausgesetzt, das Wetter und die Platzverhältnisse würden mitspielen. Ein Problem: Bisher sind erst zwölf der vorgesehenen 42 Spieltage absolviert, etliche Klubs haben zudem noch Nachholpartien ausstehen.

Während in Offenbach heftig über die Entscheidung geschimpft wird ("Absolute Bankrotterklärung"), sehen das die hessischen Konkurrenten FC Gießen, TSV Eintracht Stadtallendorf, TSV Steinbach Haiger und der FSV Frankfurt anders. "Das ist die richtige Entscheidung. Denn wenn eine gewisse Anzahl von Vereinen nicht teilnehmen kann, dann macht es keinen Sinn, weiterzuspielen", sagte etwa Michael Görner, der Präsident des FSV Frankfurt. Görner hat für seinen Klub bereits Konsequenzen gezogen: "Wir schicken unsere Spieler und Mitarbeiter in Kurzarbeit."

Ob der OFC, wie in einem Offenen Brief an Sascha Döther, den Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR, angedroht, nun juristisch gegen die Spielunterbrechung vorgehen wird, ließ Geschäftsführer Thomas Sobotzik offen: "Wir müssen uns beraten lassen und dann gucken, was möglich ist."

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