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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehören könnte: Die Spieler der SG Rodheim (grüne Trikots) klatschen sich vor dem Kreisoberliga-Duell mit dem VfB Friedberg mit ihren Gegnern ab.

Personalnot

Paukenschlag: SG Rodheim will Mannschaft aus der Kreisoberliga zurückziehen

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Damit hätte so kurz vor Saisonbeginn wohl keiner gerechnet: Die SG Rodheim will ihre Mannschaft aus der Kreisoberliga Friedberg zurückziehen. Doch das ist gar nicht so einfach.

Es war ungewöhnlich, als mehr als eine halbe Stunde vor Beginn der Vorrundenbesprechung des Fußballkreises Friedberg bereits etliche Vertreter im Sportheim der KSG 1920 Groß-Karben anwesend waren. Die Vertreter der 15 Mannschaften aus der Fußball-Kreisoberliga Friedberg zogen sich nämlich bereits im Vorfeld unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu einer informellen Besprechung zurück. Der Grund: Die SG Rodheim möchte in der kommenden Saison nicht mehr teil der Kreisoberliga sein, sondern ihre erste Mannschaft zurückziehen und stattdessen nur mit der zweiten Mannschaft am Spielbetrieb in der Kreisliga C Friedberg, Gr. 2, teilnehmen.

SG Rodheim: Kettenreaktion nach Abgang eines Spielers

Darauf angesprochen erklärt Mirko Likar, stellvertretender Abteilungsleiter und Spielausschussvorsitzender im Rosbacher Stadtteil, die Hintergründe: Der Vereine habe nach dem geplanten Abgang von vier Spielern und der Zusage aller restlichen Akteure aus der vergangenen Spielzeit, die als Aufsteiger den Klassenerhalt gesichert hatten, eigentlich eine ruhige Sommerpause erlebt, bis sich Mitte Juni ein weiterer Spieler abmeldete - und damit eine Kettenreaktion auslöste. "Das nahm plötzlich eine richtige Dynamik an. Das können wir uns bis heute nicht erklären", beschreibt Likar die Situation. "Dabei hatte es vorher keinen Ärger gegeben. Mannschaft und Verein haben wie die ganzen Jahre schon gut funktioniert." Die Folge: Bis zum 30. Juni melden sich die Spieler am Fließband ab, übrig bleibt nun eine Rumpftruppe, vor allem bestehend aus Spielern, die zuletzt in der zweiten Mannschaft gekickt hatten. "Dieser Kader ist zu schwach für die Kreisoberliga", sagt Likar. "Das tut uns in der Seele weh."

Die verbliebenen Spieler hätten sich in Absprache mit den Verantwortlichen entschieden, lieber in der C-Liga starten zu wollen, da sie sich selbst in der höheren Spielklasse als nicht konkurrenzfähig ansähen. Es folgte am 10. Juli der entsprechende Antrag beim Kreisfußballausschuss, der nun entscheiden muss, ob er die ohnehin schon kleine Kreisoberliga um ein weiteres Team - auf dann 14 Mannschaften - reduziert und Rodheim erster und einziger Direktabsteiger wird, und mit der "Zweiten" die Saison spielen darf, oder die Kreisoberliga-Saison regulär bestreiten muss. Dann könnte aber nach dreimaligem Nichtantreten ebenfalls ein Zwangsabstieg die Folge sein. Wäre der Antrag vor dem 30. Juni eingereicht worden, hätten die Rodheimer zwei Spielklassen nach unten gemusst. Nun könnten sie rein theoretisch in der Saison 2020/21 sogar wieder in der A-Liga starten, in die sie regulär absteigen würden.

SG Rodheim: Nun müssen die anderen Kreisoberliga-Vereine entscheiden

Kreisfußballwart Thorsten Bastian will diese Entscheidung den Vereinen mit überlassen, die nun in der kommenden Woche noch Zeit für eine Stellungnahme haben. Dann wird der Kreisfußballausschuss je nach Stimmungsbild entscheiden. "Ich hoffe, ich habe heute bei einigen Vereinen Gehör gefunden", sagte Likar nach der Sitzung. "Das Wichtigste ist für uns, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Das ist das A und O. Wir wollen den Spielern, die mit uns einen Neuanfang wagen wollen, eine Plattform bieten. Dahinter steckt kein Kalkül, nächstes Jahr wieder A-Liga spielen zu können, oder so etwas. Wir alle haben etwas Derartiges noch nie erlebt und können nur sagen, dass es für uns als Verein extrem blöd gelaufen ist."

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