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Paukenschlag-Abschied nach 31 Jahren

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(mor). Mit einem Paukenschlag hat Matthias Bausch seiner Karriere beim Hessischen Fußball-Verband (HFV) ein Ende gesetzt. Am Sonntag schickte der Waldbrunner eine E-Mail mit folgendem Wortlaut an die Hessenligisten: »Mit der Wahl eines neuen Regionalbeauftragten für die Region Wiesbaden scheide ich mit sofortiger Wirkung aus dem Verbandsspielausschuss aus.

Damit einhergehend habe ich heute alle meine weiteren Aufgaben mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Die ,Spielchen‹ und ,Machenschaften‹, die in den letzten Wochen, Monaten und Jahren abgelaufen sind, kann und will ich nicht mehr guten Gewissens mittragen.«

Matthias Bausch war nicht nur Klassenleiter der Hessenliga und der Gruppenliga Wiesbaden sowie Spielleiter des Hessenpokal-Wettbewerbs gewesen, sondern auch Regionalbeauftragter und stellvertretender Verbandsfußballwart unter Jürgen Radeck (Ortenberg).

Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hatte, war die Wahl eines neuen Regionalbeauftragten für die Fußballkreise Limburg-Weilburg, Main-Taunus, Wiesbaden und Rheingau-Taunus am Freitagabend. Diese hatte eigentlich erst unmittelbar vor dem geplanten HFV-Verbandstag Anfang September stattfinden sollen, bei dem Matthias Bausch eigentlich - so war es intern »abgesprochen« gewesen - zum Nachfolger von Verbandsfußballwart Jürgen Radeck gekürt werden sollte. Ohne jedoch Matthias Bausch als amtierenden Regionalbeauftragten auch nur dazu einzuladen, traf sich das Gremium der vier Fußballkreise also bereits Ende letzter Woche. Das Ergebnis: 4:0 Stimmen für Dirk Webert, den stellvertretenden Fußballwart des Kreises Main-Taunus.

Somit war Matthias Bausch nicht nur dieses Amt - das er allerdings ohnehin abgeben wollte -, sondern zugleich auch die Klassenleitung der Gruppenliga Wiesbaden vorzeitig »los«. Der Waldbrunner hat die »Nase gestrichen voll«, wie er auf Anfrage dieser Zeitung zugibt. »Ich habe auf diese Spielchen, Machenschaften und diese Hetzjagd, die darauf abzielten, mich loszuwerden, einfach keine Lust mehr«, sagt er. »Ich habe Jürgen Radeck vier Jahre lang als Stellvertreter begleitet. Es war so abgesprochen, dass ich beim Verbandstag 2020 seine Nachfolge antreten soll. Durch Corona ist es bislang nicht dazu gekommen. Und wird es jetzt auch nicht mehr.« Seit neun Jahren gehört Matthias Bausch dem Verbandsspielausschuss an.

Matthias Bausch ist enttäuscht, empfindet fehlende Wertschätzung. »Da wurde jede Menge schmutzige Wäsche gewaschen«, beschreibt der scheidende Hessenliga-Leiter die Tage und Wochen vor seiner Entscheidung nach 31 Jahren Arbeit im Verband.

Der Hessische Fußball-Verband steckt jetzt allerdings in einem riesigen Dilemma. Er muss sich nicht nur einen neuen Verbandsfußballwart suchen - Jürgen Radeck hat seit langem angekündigt, sich von diesem Amt zurückziehen zu wollen -, sondern auch einen neuen Stellvertreter sowie einen Klassenleiter für die prestigeträchtige Hessenliga und den Hessenpokal. Jürgen Radeck selbst denkt nicht daran, es sich noch einmal anders zu überlegen: »An meinem Rückzug vom HFV zum nächsten Verbandstag ändert sich nichts«, wird er im Online-Portal »Torgranate Osthessen« zitiert.

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