Patriots erhalten Lehrstunde

(mn) Lehrstunde für die Rhein-Main Patriots: Der Skaterhockey-Bundesligist aus Assenheim wurde am Samstagabend vor rund 250 Zuschauern in eigener Halle von Tabellenführer HC Köln Rheinos über weite Strecken der Partie regelrecht vorgeführt.

"Die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Aber in der Defensive haben wir nicht eng genug gestanden, und offensiv waren wir ideenlos", musste Trainer Patric Pfannmüller nach einem 1:9 (0:2, 0:3, 1:4) gegen den Europapokal-Sieger von 2010 eingestehen.

Läuferisch, spielerisch und taktisch waren die Gäste vom Rhein am Samstagabend schlicht eine Klasse besser, reifer und überzeugten vor allem während der ersten rund 30, 40 Minuten mit Hochgeschwindigkeits-Hockey und nahezu blindem Verständnis, das die Gastgeber immer wieder in eine ungewollt passive, defensive Rolle drängte. Insbesondere das Brüderpaar Robin und David Weisheit wirbelte dank eines schnellen Antritts, dem Auge für den Nebenmann und spielerischer Klasse die Hausherren durcheinander und war nie zu stoppen.

Gegen die zunächst mir vier Verteidigern und sechs Stürmern agierenden Patriots traf Nationalspieler Kai Esser mit einem satten Schlagschuss bereits in der zweiten Minute zur Führung der Domstädter, die von einem guten Dutzend Fans in die Wetterau begleitet worden waren. Köln dominierte, Assenheim war bemüht, über das Körperspiel den wieselflinken Rheinländern den Spaß am Spiel zu nehmen. Nach 15 Minuten erhöhte Tobias Adam nach einer Unkonzentriertheit in der Vorwärtsbewegung der Gastgeber auf 2:0.

Mit dem dritten Treffer - Esser traf sehenswert per Volleyabnahme nach einem Zwei-gegen-eins-Konter - eröffnete Köln den zweiten Abschnitt, und als Adam nach 34 Minuten nicht energisch gestört worden waren, nutzte dieser seine Freiräume zum 4:0. Und Assenheim? Die Patriots kamen nur selten zu einem erfolgversprechenden Abschluss. Die beste Gelegenheit hatte Christian Unger, der nach einem beherzten Solo von Jan Barta über das gesamte Feld einschussbereit den Ball verpasste. Noch vor der zweiten Pause erhöhte Kai Esser während einer doppelten Überzahl auf 5:0 - ganze sechs Sekunden mit zwei Spielern mehr auf dem Feld hatten dem Tabellenführer gereicht.

Adam und Robin Weisheit erhöhten im Schlussabschnitt auf 7:0, ehe eine Verletzung von David Weisheit die Rheinländer etwas aus dem Tritt brachte. Der HC-Nationalspieler hatte sich im Zweikampf mit Andre Gabler den linken Knöchel verdreht und schied verletzt aus. Bei Assenheim war inzwischen Felix Dombrowksy für den vielbeschäftigten Ingo Schwarz zwischen die Pfosten gerückt und konnte - bei Gegentreffern durch Nicola Krause und Nilo Neutzer - ein zweistelliges Resultat verhindern. Den Ehrentreffer der Rhein-Main Patriots erzielte Jan Barta auf Zuspiel von Tim May (52.) zum 1:7-Zwischenstand.

Am kommenden Samstag haben die Rhein-Main Patriots Heimrecht im Viertelfinale um den ISHD-Pokal. Zu Gast sind die Düsseldorf Rams. Der aktuelle Tabellenführer der 2. Bundesliga war in der vergangenen Saison aus dem ISHD-Oberhaus abgestiegen. Zwei Siege trennen die Patriots noch vom Finale in eigener Halle am 21. September.

Rhein-Main Patriots: Schwarz (ab 50. Deombrowsky); Berk, Bierschenk, Barta (1), Unger; Gabler, Blum, May, Ressel, Becker, Etzel, Horak.

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