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Patriots-Coup gegen den Meister

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Alexander Baum klärt vor Ausnahmespieler Robin Weisheit und feiert mit den Rhein-Main Patriots einen Überraschungssieg gegen den HC Köln.	(Foto: Chuc)
Alexander Baum klärt vor Ausnahmespieler Robin Weisheit und feiert mit den Rhein-Main Patriots einen Überraschungssieg gegen den HC Köln. (Foto: Chuc) © Andreas Chuc

(mn) Alexander Baum, Harry Lange, Tim May, Pierre Wex: Die Rhein-Main Patriots verfügen über den aktuell wohl torgefährlichsten Block der Skaterhockey-Bundesliga. 15 der letzten 16 Patriots-Treffer erzielte dieses Quartett und führte die Mannschaft aus Assenheim zu einem 9:5-Coup gegen den HC Köln, den amtierenden Meister.

Fünffacher Torschütze vor offiziell 330 Zuschauern war Tim May. Nach dem zweiten Drei-Punkte-Sieg in Folge bleiben die Patriots zwar auf Tabellenplatz elf, haben den Anschluss zu den Playoff-Plätzen aber weitgehend herstellen können. »In Essen hat man schon die Tendenz gespürt. Jetzt nähern wir uns den Gefilden, die wir anstreben«, sagt Patric Pfannmüller, der Sportliche Leiter. Am kommenden Wochenende sind die Niddataler zunächst bei Tabellenschlusslicht Berlin zu Gast und müssen tags darauf in Bissendorf antreten. Harry Lange wird wegen eines USA-Aufenthalts nicht zur Verfügung stehen.

Den Schlüssel zum ersten Sieg, ja zum ersten Punktgewinn überhaupt in mittlerweile fünf gemeinsamen Bundesliga-Spielzeiten mit Köln, sieht Pfannmüller in der taktischen Ausrichtung. Seine Reihe - mit Routinier Christian Unger, Debütant Dennis Schlicht und Alexander Blum - versuchte, die Topreihe der Domstädter um den überragenden Robin Weisheit unter Kontrolle zu halten, so dass der Block Baum/May/Lange/Wex seine Freiheiten gegen die hinteren Blöcke der Gäste ausspielen konnte.

Die Kölner, in der Vorwoche Vierter im europäischen Pokal, hatten mit David Weisheit und Kai Esser zudem zwei ihrer Schlüsselspieler zu ersetzen, auch präsentieren sich die Torhüter Max Kreutz und Marc Baumgarth nicht in der Form, die man eigentlich von ihnen kennt, machten das Toreschießen etwas leichter als gedacht. In der Aufstellung der Gastgeber wurden mit Marco Forster, Yannik Wehrheim oder auch Steve Töteberg allerdings ebenso Stammspieler vermisst. Das Coaching wurde diesmal vom verletzten Marcel Patejdl übernommen (Trainer Stefan Napravnik weilt im Urlaub).

Die Gastgeber erwischten einen Traumstart und führten nach 103 Sekunden und nur zwei Torschüssen mit 2:0. Eine Führung, die Sicherheit gab, zumal die Gäste - abgesehen von Ausnahmespieler Weisheit nicht die Dominanz aus vergangenen Vergleichen vermitteln konnten. Jener Weisheit, der als einer der besten europäischen Skaterhockey-Spieler gilt und der auch gestern einen ganzen Patriots-Block mehrfach allein beschäftigen konnte, verkürzte in Unterzahl zum 1:2 und zeichnete später für zwei weitere Treffer der Gäste verantwortlich. Die Weichen zum Patriots-Sieg wurden im zweiten Abschnitt gestellt.

Defensiv überzeugte Felix Dombrowsky zwischen den Pfosten ein ums andere Mal mit tollen Paraden, vorne konnte sich May binnen 17 Minuten gleich für vier Tore feiern lassen, zudem traf Lange. Mit einem beruhigenden 7:2-Polster ging es zum zweiten Wechsel in die Kabine. Im Schlussabschnitt zeigten sich die Gastgeber dann allerdings zu passiv, hatten erkennbar den Fuß vom Gaspedal genommen. Bis zur 54 Minuten hatte Köln mit drei Toren auf 5:7 verkürzt. Würde Assenheim das Spiel noch aus der Hand geben? 5:06 Minuten vor Schluss schnürte Debütant Dennis Schlicht den Sack zu, erzielte das 8:5. Köln nahm noch den Torwart zugunsten einen Feldspielers heraus, doch nutzte Lange dies zum Tor zum 9:5-Endstand.

Rhein-Main Patriots: Dombrowsky; Blum, Schlicht (1), Pfannmüller, Unger, Baum (1), May (5), Lange (2), Wex, Napravnik, Wichter, Kullmann, Bannenberg, Schneider.

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