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Paris kommt aus Düsseldorf

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(mn) Der EC Bad Nauheim hat für die vierte Kontingentposition einen Kanadier aus der Deutschen Eishockey-Liga verpflichtet: Drew Paris kommt als punktbester Verteidiger (und viertbester Scorer) von der Düsseldorfer EG.

Der 26-Jährige verteidigte zwei Jahre lang für das letztjährige Tabellenschlusslicht, wird für seinen präzisen Schuss (17 Tore, 20 Vorlagen in 94 Spielen) geschätzt, gilt im Rheinland zugleich - auf Erstliga-Niveau - aber als Bruder Leichtfuß im Defensivverhalten. »Ich hätte zunächst nicht gedacht, dass wir einen wie ihn bekommen können«, freut sich RT-Trainer Petr Kujala über den Coup, den Daniel Heinrizi als Sportlicher Leiter in den vergangenen Wochen eingefädelt hatte. »Düsseldorf hat die Abwehr auf vier Positionen neu besetzt und einen anderen, defensiveren Spielertyp gesucht. Für uns ist Drew Paris aber genau der Spieler, den wir haben wollten: Guter Schuss, guter Schlittschuhläufer und obendrein ein Rechtsschütze.«

Drew Paris, der in Düsseldorf privat seine Liebe gefunden und auch wegen der vergleichsweise geringen Entfernung in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt seine Entscheidung pro Bad Nauheim gefällt hat, stammt aus Pointe-Clarie in der kanadischen Provinz Quebec. Aus der nordamerikanischen Juniorenliga QMJHL wechselte er 2008 in die drittklassige East Coast Hockey League (Florida) und debütierte wenig später in der qualitativ höheren American Hockey League (Rochester).

In der Saison 2009/10 war Paris punktbester Verteidiger in Gwinnett (ECHL), absolvierte in der Spielzeit 11/12 22 Einsätze für die Toronto Marlies in der AHL und wechselte schließlich über Chicago (ECHL - in einem Team mit Löwen-Neuzugang Kyle Ostrow) nach Deutschland. Insgesamt kommt Paris auf 29 Spiele (zwei Tore/drei Assists) in der AHL und 169 Partien in der ECHL (21 Tore/56 Vorlagen).

Am Mittwochmorgen erreichte Daniel Heinrizi die Zusage des Blueliners, der dank seines Schusses vor allem im Powerplay eine zentrale Rolle einnehmen dürfte. »Drew Paris hat charakterlich einen einwandfreien Ruf und sieht in Bad Nauheim die Chance, sich schnellstmöglich wieder für einen DEL-Vertrag zu empfehlen«, sagt der Sportliche Leiter, dem die Verpflichtung durch Christoph Kreuzer von Kooperationspartner Düsseldorf nahegelegt worden war. Das Image des Neuen, trotz seines punktgenauen Schusses aufgrund von defensivem Leichtsinn nicht DEL-tauglich zu sein, möchte Heinrizi nicht überbewerten. »Zum einen ist in der DEL das sportliche Niveau noch einmal deutlich höher. Und zum anderen haben wir mit Daniel Ketter, Maik Blankart und dann sicher auch Alexander Baum drei defensiv-orientierte Spieler, die den offensiv ausgerichteten Dan Ringwald, Marco Schütz und Drew Paris den Rücken freihalten werden.«

Im Kader der Roten Teufel sind aktuell noch vier Positionen offen. Die Vertragsverlängerungen mit Torwart Domenic Bartels als Nummer zwei hinter Jan Guryca sowie Verteidiger Alexander Baum gelten als Formsache (Details bezüglich der Aus- und Weiterbildungsverträge sind noch zu klären), gesucht werden noch ein Stürmer für eine Position in den beiden Top-Reihen sowie eine Ergänzung für die vierte Formationen. Diese soll mit einem Förderlizenzspieler aus Düsseldorf besetzt werden. Keine Zukunft in Bad Nauheim haben nach der Paris-Verpflichtung die Vorjahres-Kontingentspieler Mitch Versteeg, der stets als Option für die Abwehr genannt worden war, sowie Michael Dorr, der bis dato als Abgang ebenfalls noch nicht offiziell bestätigt worden war.

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