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Petterweil jubelt in Griedel mit Spieler Jonas Koffler (links) und Florian Wassberg (Mitte), während Griedel mit Sascha Siek (rechts) hadert.

Handball

Packende Schlussphase

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In der Handball-Landesliga Männer gewinnt der TV Petterweil das Derby beim TSV Griedel mit 30:29 und ist "total happy".

(hep). Absolut unglücklich. Total happy! Das waren die unterschiedlichen Aussagen der beiden Trainer nach dem Abpfiff des Handball-Landesligaspiels zwischen dem TSV Griedel und dem TV Petterweil. Die Gäste hatten in einer Partie, die bis zum Abpfiff auf des Messers Schneide stand, mit einem 30:29 (17:14) Erfolg das bessere Ende für sich.

Im Gegensatz zur vogelwilden Partie des Vorjahrs zeigten beide Mannschaften einen gepflegten Handball auf einem Niveau, das der Klasse gerecht wird. Die wechselnden Führungen waren nach dem Geschmack der beiden Fanlager. Dass beide Mannschaften nach scheinbar spielentscheidenden Rückständen wieder zurück kamen, spricht für die Moral und Einstellung auf beiden Seiten. "Es hätte unentschieden ausgehen müssen", hörte man in selten gesehener Einmütigkeit überall in der Halle. Ob für Griedel der Ausfall von Lukas Kipp, einem ihrer Schlüsselspieler, der entscheidende Faktor für den Ausgang des Spiels war, darüber darf bestenfalls gemutmaßt werden.

Bis zum 10:10 (20.) ereignete sich nichts Wesentliches. Beide Mannschaften wechselten sich in der Führung ab, die zu keinem Zeitpunkt über ein Tor hinausging. Bis dahin war Lennart Kusan der auffälligste Akteur. Er erzielte seine vier Tore ausschließlich in dieser Phase. Auf beiden Seiten bekamen die Torhüter keine Hand an den Ball. Die Trainer reagierten darauf. Martin Peschke nahm nach einer Viertelstunde Markus Ahlborn für Iteb Bouali ins Gehäuse und sein Gegenüber Dirk Schwellnus fünf Minuten später Hendrik Krüger für Marco Pajung.

Die Petterweiler Wagner, Wassberg und Jonas Koffler sorgten mit ihren Toren dafür, dass sich erstmals eine Mannschaft deutlicher (13:10) absetzten konnte. Den Drei-Tore-Vorsprung nahmen die Gäste mit in die Pause und bauten diesen direkt nach dem Wechsel auf vier Tore aus. Bis zum 23:19 (Jonas Koffler/41.) wurde diese Führung verteidigt. Alles deutete auf eine beruhigende Endphase für die Schwarz-Gelben hin.

Griedels Handballer wollten sich mit der anbahnenden Niederlage aber nicht abfinden und entdeckten ihr Kämpferherz. In den folgenden neun Minuten spielten sie sich in einen Rausch. Nils Siek (3), Krüger, Weiß und Sascha Siek sorgten mit ihren Toren für einen 6:0-Lauf, drehten damit das Spiel und warfen den TSV mit 25:23 nach vorne. Bis zum 27:25 (Nils Siek/53.) sah jetzt alles nach dem dritten Griedeler Sieg in Folge aus. Mit zwei Toren sorgte Björn Ehmer jedoch für den 27:27- Ausgleich und dafür, dass es noch einmal spannend wurde. Neuhalfen und Sascha Siek schraubten den Spielstand höher auf 28:28 (58.)

Die letzten beiden Minuten mussten die Entscheidung bringen, für die letztlich die Koffler-Brüder sorgten, die Petterweil mit 30:28 in Front warfen. Und wieder schlug Griedel zurück. Sandro Krüger erzielte den 29:30-Anschlusstreffer (59:25). Peschke reagierte mit einer Auszeit und sprach den letzten Spielzug ab. Lennart Kusan brach durch und scheiterte an Hendrik Krüger im TSV-Tor (59:45). Jetzt nimmt Dirk Schwellnus eine Auszeit. Eine Sekunde vor dem Abpfiff gab es einen Freiwurf für Griedel. Timm Weiß, Mannschaftskapitän und Co-Trainer, schnappte sich den Ball und warf zum vermeintlichen Ausgleich ins Tor. Die Schiedsrichter pfiffen das Tor aber zurück und gaben einen erneuten Freiwurf für die Gastgeber. Nils Siek scheiterte mit seinem Versuch, die Sechs-Mann-Mauer der Gäste zu überwinden. Somit blieb es beim glücklichen Petterweiler Sieg.

Griedel: Hendrik Krüger, Marco Pajung; Sascha Siek (5/3), Krzeczek (1), Strasheim (2), Grieb (1), Nils Siek 11/2), Jantos, Brunz, Schepp (1), Noll (2), Krüger (5), Weiß (1).

Petterweil: Bouali, Ahlborn; Wagner (3), Kusan (4), Witzel, Pfeiffer (1), Felix Koffler (3), Jonas Koffler (9), Neuhalfen (2), Lange, Hitzel, Wasberg (5), Ehmer (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Baby/ Wahler (Limburger HV). - Siebenmeter: 6/5:0/0. - Strafzeiten: 8:4 Minuten. - Z.: 180.

Trainerstimmen

Dirk Schwellnus (TSV Griedel):"Es war das erwartete Spiel, bei dem ein Unentschieden das gerechte Ergebnis gewesen wäre. Hut ab vor meiner Mannschaft, die heute große Moral bewiesen und sich mit Kampfkraft zur Wehr gesetzt hat. Wenn wir noch einige spielerischen Komponenten verbessern, werden wir solche Spiele in Zukunft für uns entscheiden. Es war ein tolles Spiel, wir brauchen uns mit einer solchen Leistung nicht zu verstecken. Der Ausfall von Lukas Kipp war nicht zu kompensieren. Von unserer rechten Angriffsseite kam zu wenig, obwohl Sandro Krüger dort ein gutes Spiel gemacht hat. Mit unserer Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht. Insgesamt sind wir mit dem TSV Griedel auf einem guten Weg."

Martin Peschke (TV Petterweil):"Ich bin total happy. In der ersten Halbzeit hatten wir eine fulminante Endphase. Lennart Kusan war der Mann der ersten Halbzeit. Enttäuscht bin ich über meine Abwehr, die als Einheit nicht vorhanden war. Wir haben zwar die direkten Zweikämpfe angenommen, uns in der Kleingruppe aber ausspielen lassen, obwohl wir auf die gegnerischen Aktionen gut vorbereitet waren. Aber was soll’s, wir haben heute endlich diesen Griedeler Bock umgestoßen. Ich bin stolz darauf, dass wir sieben Minuten vor dem Ende nach einem 0:6-Lauf und einem Zwei-Tore-Rückstand zurückgekommen sind. Die Moral ist intakt. Marcus Ahlborn hat nach seiner Einwechslung mit tollen Paraden zum Sieg beigetragen."

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