Oskar "Ossi" Lotz feiert 80. Geburtstag

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(op). Eigentlich wollte Oskar Lotz seinen 80. Geburtstag am gestrigen Donnerstag gebührend feiern. An den pandemiebedingten Einschränkungen kommt aber auch der Urbe- racher, der in seiner Fußballerlaufbahn für Kickers Offenbach, Eintracht Frankfurt und den FSV Frankfurt spielte, nicht vorbei. So stieß der "Ossi", wie er von allen gerufen wird, daheim mit Ehefrau Elfriede auf den runden Geburtstag an.

1957 stieg Lotz im Alter von nur 17 Jahren mit seinem Heimatverein FC Viktoria Urbe-rach in die 1. Amateurliga, die damals dritthöchste Spielklasse, auf und gewann den Hessenpokal. Ein Wechsel zu höherklassigen Clubs scheiterte zunächst am Veto seiner Mutter, die in Urberach einen Friseursalon betrieb und, bei einem Weggang ihres Sohnes einen Teil ihrer Kundschaft zu verlieren befürchtete. Erst nach dem Abstieg der Viktoria 1961 kam der Wechsel zu Kickers Offenbach zustande.

Die OFC-Mannschaft hatte damals einen unumstrittenen Chef. "Der Hermann stand über uns", erinnert sich Lotz, dass der Respekt vor seinem viereinhalb Jahre älteren Mitspieler Hermann Nuber, zu dem er auch heute noch Kontakt hat, gerade in der Anfangszeit groß war.

Lotz absolvierte drei U23-Länderspiele und spielte sich in den erweiterten Kreis der Nationalmannschaft. Zur WM-Nominierung durch Bundestrainer Sepp Herberger kam es aber dann doch nicht.

Lediglich an das Ende seiner Offenbacher Zeit hat Oskar Lotz keine allzu guten Erinnerungen. Durch seinen Wechsel zu Eintracht Frankfurt im Sommer 1965 entbrannte "Der Fußballkrieg vom Main" zwischen den "feindlichen Brüdern" OFC und Eintracht, so eine damalige Zeitungsschlagzeile. Die Kickers verlangten für ihren wechselwilligen Stürmer die damals höchstmögliche Ablösesumme - stolze 50 000 Mark. Die Frankfurter wollten so viel aber nicht zahlen. Erst kurz vor dem ersten Testspiel der neuen Saison gab die Eintracht nach. "Ich wusste um zwei Uhr mittags noch nicht, ob ich am Abend für die Eintracht gegen Sofia oder für die Kickers gegen Anderlecht spielen werde. "Der Scheck aus Frankfurt kam dann am Nachmittag", erinnert sich Lotz.

In den vier Bundesligajahren bei der Eintracht, drei davon unter Trainer Elek Schwartz ("Ein Weltmann, mein bester Trainer") brachte es der Flügelflitzer auf 19 Tore in 97 Bundesligaspielen. Lotz bildete mit Jürgen Grabowski, mit dem er heute noch regelmäßig telefoniert, Wilhelm Huberts und Istvan Sztani den Angriff.

Lotz hatte bei der Eintracht zwar noch zwei Jahre Vertrag, verabschiedete sich aber dennoch im Sommer 1969 mit 29 Jahren vorzeitig vom Riederwald nach Bornheim. Beim FSV Frankfurt ließ er seine Laufbahn ausklingen.

Dem Fußball blieb Lotz, der heute hauptsächlich auf dem Tennis- oder Golfplatz anzutreffen ist, später als Trainer im Amateurbereich treu. Spiele in den Stadien in Frankfurt und Offenbach schaut sich Lotz nicht mehr an, dafür aber alle Heimspiele des Verbandsligisten Viktoria Urberach.

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