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Nur ein ordentliches Drittel

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(dbf/mn) Der EC Bad Nauheim taumelt durch eine sportliche Krise. In Bremerhaven verloren die Roten Teufel mit 3:6 (2:2, 1:2, 0:2) und sind seit fünf Spielen sieglos (nur ein Punkt).

Die Hessen boten eine (vor allem in der Offensive) ab dem zweiten Abschnitt doch sehr schwache Vorstellung. »Mit dem ersten Durchgang war ich zufrieden, ab dem zweiten Drittel haben wir gegen die starke Defensive der Pinguins aber keinen Weg mehr gefunden, um uns festzusetzen und Chancen zu erspielen«, resümierte RT-Trainer Frank Carnevale.

Der Italo-Kanadier hatte zum nunmehr dritten Mal in Folge auf den Einsatz von Kevin Lavallee verzichtet und damit erneut unterstrichen, nicht mehr auf den Stürmer zu setzen. Ihre Debüts feierten Schlussmann Jan Guryca und Kontingent-Verteidiger Mitch Versteeg, wobei gerade das Eigengewächs zwischen den Pfosten als neuer Hoffnungsträger im Fokus stand. An alter Wirkungsstätte - Guryca stand von 2007 bis 2010 bei den Pinguins unter Vertrag - zeigte der 31-Jährige trotz der sechs Gegentore eine ordentliche Leistung und verhinderte eine höhere Niederlage. Mit den Leistungen beider Neuzugänge zeigte sich der Coach im Anschluss zufrieden.

Erschreckend hingegen: die Angriffsleistung der Gäste - und darüber können auch die drei Tore durch Jason Pinizzotto (16. - zum 1:1-Gleichstand), Harry Lange (17. - zur 2:1-Führung) und Patrick Strauch (38. - zum 3:3-Ausgleich) nicht hinwegtäuschen. Alle drei RT-Tore fielen quasi aus dem Nichts. Die Zahl der Torschüsse von gehobener Qualität hatte sich während der 60 Minuten an einer Hand abzählen lassen. Auffallend: das in allen vier Überzahl-Situationen geradezu enttäuschend schwache Powerplay. Anschauungsunterricht gab’s dafür vom Gastgeber: Die Fishtown Pinguins nutzten drei ihrer vier Powerplay-Möglichkeiten (gleich drei Strafzeiten »nahmen« die Gäste zu allem Überfluss tief im gegnerischen Drittel) zu Treffern. Schon beim letzten Spiel in Bremerhaven hatten die beiden Strafzeiten gegen die Roten Teufel zwei Treffer nach sich gezogen. »In Unterzahl finden wir derzeit keine Möglichkeit, die Pinguins zu stoppen«, räumte Carnevale ein.

Wie schon beim letzten Heimspiel konnten die Roten Teufel auch in der stimmungsvollen Eisarena in Bremerhaven spätestens nach der ersten Pause nicht mehr den Eindruck erwecken, einen Punkt oder mehr mitnehmen zu können. Die Hausherren spielten ihre physischen Vorteile aus, gewannen die Zweikämpfe im eigenen Verteidigungsdrittel, waren stets einen Schritt schneller am Puck und hatten ihrerseits die Möglichkeit, noch höher zu gewinnen.

Das Remis zur ersten Pause konnten die Roten Teufel, die von rund 50 Fans an die Nordsee begleitet worden waren, schon als glücklich bezeichnen, und auch auf den abermaligen Ausgleich des Gastes (3:3/38.) fanden die Hausherren nur 26 Sekunden später die passende Antwort.

Fishtown Pinguins: Langmann - Friesen, Walther, Teljukin, Martinelli, Slaton, Fatyka - Kopecky, McPherson, Hafenrichter, Bombis, Hooten, Cook, Rinke, Viktor Beck, Stas.

EC Bad Nauheim: Guryca - Götz, Versteeg, McMonagle, Baum, Pietsch, Pantic - Lange, Carnevale, Beca, Pinizzotto, Helms, Dorr, Strauch, May, Oppolzer, Schlicht.

Steno: Tore: 1:0 (11.) Martinelli (Teljukin, Walter - 5-4), 1;1 (16.) Pinizzotto (Helms, Dorr), 1:2 (17.) Lange (Beca), 2:2 (28.) Rinke (Walter), 3:3 (38.) Strauch (Versteeg, Oppolzer), 4:3 (38.) Bombis (Walter, Hooton), 5:3 (44.) Cook (Hooton, Friesen), 6:3 (57.) Kopecky (Teljukin, Walter). - Schiedsrichter: Steffen Klau. - Strafminuten: Bremerhaven 8, Bad Nauheim 8. - Zuschauer: 4254.

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