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Oliver Roth belohnt Aufholjagd des VfB Friedberg

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(hlu) Noch eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff stand Stephan Schmidt unter der Dusche, das Gemüt erhitzter als der Wasserstrahl. »Bei solchen Schiedsrichtern macht Wasserball keinen Spa?, schimpfte der Centerspieler und konnte sich einfach nicht beruhigen.

Dabei hätte der VfB Friedberg eigentlich allen Grund zur Freude gehabt. 12:11 (0:3, 4:1, 3:6, 5:1) hatte die Mannschaft von Spielertrainers Olaf Vetter das ruppige Hessenderby gegen den punktlosen Tabellenletzten WV Darmstadt gewonnen und sich etwas Luft zu den Abstiegsrängen der zweiten Liga verschafft. Doch trotz des Happy Ends für den VfB lagen die Nerven nach dem Spielende blank.

Vor allem eine Szene im dritten Viertel hatte die Gemüter erregt. Kapitän Florian Hondrich hatte von seinem Gegner absichtlich einen Schlag über Wasser erhalten, die Unparteiischen bestraften beide Spieler mit einer Herausstellung. »Das ist lächerlich und skandalös«, bewertete Betreuer Johannes Schäfer die Entscheidung der Referees.

Doch es sprach an jenem Abend im Usa-Wellenbad für den VfB, dass er sich von der zweifelhaften Leistung der Schiedsrichter nicht unterkriegen ließ, sondern große Moral zeigte. So starteten die Kreissstädter im letzten Spielabschnitt bei einem 7:11-Rückstand zur großen Aufholjagd, die Oliver Roth vier Sekunden vor Schluss mit seinem vierten Tor zum 12:11-Endstand belohnte. »Wir wissen, dass wir wesentlich besser spielen können. Aber wir haben kämpferisch alles gegeben, deshalb hat die bessere Mannschaft verdient gewonnen«, sagte Hondrich – und der Trotz in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Vetter, der wegen einer Grippe selbst nur vier Minuten mitwirken konnte und sich nach seinem einzigen Tor völlig entkräftet auswechseln lassen musste, äußerte sich etwas kritischer: »Darmstadt ist zwar besser, als es die Tabelle aussagt, aber trotzdem müssen wir – bei allen zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen gegen uns – diesen Gegner einfach besser im Griff haben. Unsere Leistung war von Licht und Schatten geprägt. Das lässt sich ja auch an den einzelnen Viertelergebnissen ablesen.« Nach einem 0:3 im ersten Abschnitt glich der VfB, der ohne Linkshänder Henry Dietz auskommen musste, zur Halbzeit aus. Nach dem abermals hohen Rückstand im dritten Viertel schafften die Friedberger erneut die Wende.

Nach dem Erfolg belegt der VfB in der Tabelle mit 6:12 Punkten Rang acht. Mit einem weiteren Sieg am kommenden Samstag gegen Aufsteiger BSC Pforzheim könnten sich die Friedberger ins gesicherte Mittelfeld absetzen. Doch Vetter warnt: »Pforzheim hat mit guten, knappen Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Das wird kein Selbstläufer.«

VfB Friedberg : Peil – Roth (4), Zinnel (3), Hütt (2), Scerbinin (1), Schmidt (1), Vetter (1), Duch, Hahn, Habrich, Hondrich, Klein, Scholl.

Der Zwischenstand

Ludwigshafen – Frankfurt/Offenbach 11:10

Pforzheim – Neustadt 6:12

Cannstatt II – Fulda 8:19

Friedberg – Darmstadt 12:11

Neustadt – Leimen/Mannheim 9:6

Darmstadt – Fulda 7:11

1. SC Neustadt/Weinstraße +136 24:0

2. SC Wasserfreunde Fulda + 54 20:4

3. SGW Leimen/Mannheim + 46 12:6

4. SV Ludwigsburg 08 + 6 11:5

5. SV Cannstatt II - 23 9:9

6. WSV Ludwigshafen + 9 8:8

7. SGW Frankfurt/Offenbach + 1 7:7

8. VfB Friedberg - 35 6:12

9. SSV Freiburg - 96 4:16

10. SG Stadtwerke München - 30 3:9

11. 1.BSC Pforzheim - 20 2:12

12. WV Darmstadt 70 -100 0:18

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